Das Neueste ...

Abendsmatt<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>53</div><div class='bid' style='display:none;'>14970</div><div class='usr' style='display:none;'>157</div>

Wolfgang und Ulrike<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>53</div><div class='bid' style='display:none;'>14744</div><div class='usr' style='display:none;'>157</div>

Ulrike 2018<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>53</div><div class='bid' style='display:none;'>14732</div><div class='usr' style='display:none;'>157</div>

                                 Sie  kennen  ... ... uns beide kaum oder noch gar nicht? Dann sind Sie auf unserer Willkommen-Seite am rechten Ort.
Dort erhalten Sie erste Informationen zu uns, unserer Arbeit, unserem Leben – aber auch zu unseren Tätigkeiten und Freunden. Von dieser Seite aus finden Sie gut zu allen weiteren Hinweisen.

... Ulrike Bittner noch nicht und wollen mehr über sie wissen? Dann führt sie diese Seite weiter.

... Wolfgang J. Bittner noch nicht und möchten sich über ihn informieren? Dann klicken Sie hier.

... bereits uns beide?! Dann ist diese Seite mit den untenstehenden Neuigkeiten wahrscheinlich das Richtige für Sie. Lesen und Blättern Sie doch. Sie erfahren dabei, wo und wozu wir in letzter Zeit unterwegs waren.
Auf  dieser  Seite  ... ... informieren wir Sie in der Form eines Journals über Neuigkeiten, die es bei uns bzw. in unserem beruflichen Umfeld gibt: was wir erleben, was uns auffällt, was wir beobachten und was uns fragend macht. Interessiert? Echos freuen uns. Schreiben Sie an ulrike.bittner@bluewin.ch oder an wbittner@bluewin.ch. Wir antworten gerne und so schnell wir können.

Immer  wieder  Neues  ... Donnerstag, 15. November 2018
Wolfgang schreibt: Ulrike berichtet gut und spannend von ihren Begegnungen in Ägypten: Priester, Gemeindeglieder, Anglikaner, Deutsche, Kopten, viele Mönche, Archäologen usw. Was nicht so gut klappt ist das Internet. Wir sind hier im Westen von Europa verwöhnt und wahrscheinlich auch sehr anspruchsvoll geworden. Auf jeden Fall würde Ulrike gerne mehr von sich berichten. Sie versucht es auch immer wieder. Oft genug klappt es nicht. Manchmal gibt sie nach Stunden des Versuchs, Nachrichten und Bilder hochzuladen, auf und hofft, dass Sie das auch verstehen. Sobald die Verbindung klappt erfahren Sie wieder mehr von ihr und allem, was ihr begegnet. Schön bei allem ist zu erfahren, dass und wie die christliche Gemeinde auch unter den Bedingungen einer nichtchristlichen Umgebung stark ist, reif wird und wächst. Auf jeden Fall: Viele Grüsse von Ulrike aus Assuan - und ab morgen wieder aus Kairo.


Mittwoch, 14. November 2018
Ulrike schreibt: Am liebsten würde ich euch gleich ein paar Bilder vom Besuch im St. Simeon Kloster in der Wüste bei Assuan zeigen. Aber ersteinmal gibt es einen Bericht aus der Stadt: wir haben Jeremiah, einen koptisch-orthodoxen Priester besucht. Wer von der Begegnung hören möchte, kann wie immer hier klicken: 3months/blog

Wolfgang hat heute - an meiner Stelle - mit dem Team die kommende Abendfeier vorbereitet. Wer mitfeiern will ist herzlich eingeladen: diesen Sonntag um 18 Uhr in der Stadtkirche Liestal.


Dienstag, 13. November 2018
Ulrike schreibt: Seit gestern reise ich nicht mehr allein. Ich bin mit einer kleinen Reisegruppe rund um Elke und Roland Werner (Marburg) in Ägypten - jetzt gerade in Assuan - unterwegs. Schwerpunkt der Reise ist die Begegnung mit Christinnen und Christen der koptischen Kirche und der evangelischen Kirche. ... Ich würde euch gern erzählen, aber a) sind wir tagsüber unterwegs und ist b) das Internet im Hotel schlecht, so dass es mühsam ist, etwas hochzuladen. ... Für morgen habe ich mir ein High-Speed-Ticket fürs Internet gekauft und hoffe, dass ich euch dann in meinem Blog erzählen und Bilder zeigen kann.


Sonntag, 11. November 2018
Wolfgang schreibt: Morgen Montag, 12. November findet der zweite BIBELSALON zur Weihnachtsgeschichte statt. Beginn 20:00 Uhr bei Stefanie und Lukas Mattmüller, Rütschetenstrasse 5, 4410 Liestal.

Wir lesen an diesem Abend den Anfang des Lukasevangeliums. Aufmerksam sind wir auf die methodisch wichtigen Eingangsverse (1,1-5), in denen Lukas sowohl seinen Adressaten, seine Methode wie seine Absicht offen legt. Lukas erweist sich damit als einer der sorgfältigsten Historiker der antiken Geschichtsschreibung. In einem zweiten Schritt geht es um den Aufbau der beiden Geburtsgeschichten: der Geburt Johannes des Täufers und der Geburt Jesu. Woher hat Lukas diese Informationen? Wie stellt er alles dar? Darauf lesen wir langsam das ganze erste Kapitel (1,5-80; das zweite Kapitel folgt am dritten Abend). An einzelnen Stellen gibt es zusätzliche Sachinformationen, z.B. zur Ordnung der Priesterklassen und dem Priesterdienst am Tempel, eventuell zur Frage der Engel (Gabriel), zur Namensgebung … zur Priester-Verwandtschaft Jesu und damit zur familiären Herkunft von Maria usw. Raum für eigene Beobachtungen und Fragen.

Die versprochene Betrachtung der beiden Stammbäume (Mt 1,1-17 bzw. Lk 3,23-37) verschieben wir auf den dritten Abend.

Auch neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich eingeladen. Wer froh ist irgendwo abgeholt zu werden melde sich bitte frühzeitig. Bitte bringen Sie Ihre eigene Bibel mit.


Ulrike schreibt: Ich habe einen spannenden Artikel in DIE ZEIT gelesen. Der Autor Ryan Plocher ist Lehrer und erzählt von seiner Schule in Berlin-Neukölln (‹Die achte Klasse ist die Hölle› vom 10.11.2018) Plocher unterrichtet in seiner Klasse vier Schüler mit Förderstatus, zwölf wollen das Abitur machen und die anderen ihren Haupt- und Realschulabschluss. Etwa 40% der Jugendlichen im Stadtteil sind nicht deutscher Muttersprache. Ryan Plocher erzählt, wie er unterrichtet und welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler ausbilden:

„Wer bei uns die Mittelschule erfolgreich abgeschlossen hat, der hat gelernt, sehr sozial zu sein. Unsere Oberstüfler können Gruppen leiten, sie können Teil einer Gruppe sein, sie können mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenarbeiten. Sie strahlen eine unfassbare Ruhe aus. Aber die mussten sie lernen, damit sie die Mittelstufe aushalten. Menschen, die selbst keine Ruhe projizieren, sondern die Ruhe von außen brauchen, die haben es schwer.“ (www.zeit.de/gesellschaft/schule/2018

Warum spricht mich der Artikel gerade jetzt in Kairo an? Weil mir auffällt, dass die Menschen auf den Strassen von Kairo trotz des Lärms und des wenigen Platzes eine grosse Ruhe haben. Man braucht eine eigene Ruhe, um durch das Chaos gut durchzukommen. Interessanterweise regt es auch mich nicht auf, ständig um jemanden oder um etwas (meist Autos) herumlaufen zu müssen.

Ich frage mich, ob in einer Zeit, in der Menschen ständig unterschiedlichen Interessen, Handlungsweisen, Einschränkungen begegnen, es nicht tatsächlich eine Grundkompetenz ist, die Ruhe in sich zu tragen. Sich nicht aufzuregen. Sich nicht zu ärgern über die Umwege. Aber auch beherzt weiter zu gehen, sobald sich eine Lücke öffnet. ... Unruhig werden nur die Menschen, die erwarten, dass sich ihnen jede Tür sofort öffnet.

Mich hat einmal bei einem Stillen Wochenende in Wildberg – an dem wir Psalm 23 betrachtet haben – der Vers 5 berührt:

«Du bereitest mir den Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.»

Damals habe ich zu ahnen begonnen, dass nicht die Hindernisse und Widerstände verschwinden müssen, bevor ich in Ruhe leben kann. Es gibt eine Ruhe inmitten aller möglichen Umstände. Die Quelle für unsere Ruhe sind nicht die äusseren Umstände. Die Quelle für unsere Ruhe sind auch nicht wir selbst. Sondern es ist Gott, der mir und anderen Menschen den Tisch deckt und den Becher füllt.

Wolfgang würde wohl sagen, dass man sich dieses Psalmwort einmal ‹anziehen› soll wie ein Kleidungsstück: «Gott deckt mir den Tisch im Angesicht meiner Feinde.» Auch, wenn um mich herum - vielleicht in mir selbst - manches nicht stimmt, hindert das nicht daran, dass Gott mir «voll einschenkt». Mit diesem inneren Bild und Wissen gehe ich in den Tag hinein. Ich schaue hin und warte ab, ob das stimmt. Ich gebe dem Wort Gottes die Chance, «wahr zu werden» bei mir selbst. Vielleicht ist das ja für manchen von euch/ von Ihnen eine schöne Aufgabe für diesen Tag.


Freitag, 9. November 2018
Ulrike schreibt: Ich bin sehr zufrieden mit dem Gästehaus der anglikanischen Kirche hier in Kairo - vor allem mit der guten Lage. Es ist auch schön, dass ich hier ständig irgendwelche Leute kennen lerne. Aber das Internet ist langsam und nicht zuverlässig und ich brauche lange, um Bilder für meinen Blog 3months hochzuladen. Das dauert .... Ein paar Eindrücke von meinem Studienurlaub in Kairo finden Sie hier: 3months/blog.


Donnerstag, 8. November 2018
Wolfgang schreibt: Wie versprochen kommen hier die sechs Impulse zur Gideon-Geschichte vom vergangenen Wochenende.

GOTTES RUF — UND MEINE UNSICHERHEITEN
GIDEON: Gott beruft einen unsicheren Menschen (Richter 6,1 bis 7,22)
Impulse zur Stille — Stille-Wochenende 02. bis 04. November 2018 in Wildberg ZH — Wolfgang J. Bittner

GIDEON(1)
das Phänomen der Schlupflöcher
Gebet und eigene ‚Vorsorge’ (Richter 6,1-6[7-10])

mp3-Datei, 10 MB, 27’50

GIDEON(2)
eine komplizierte Berufung
Gottes Rücksicht auf den Charakter (Richter 6,11-24)

mp3-Datei, 11,4 MB, 31’43

GIDEON (3)
eine Nachtaktion
Was steht im eigenen Garten? — wozu eine Nacht gut sein kann — unerwarteter Beistand (Richter 6,25-32)

mp3-Datei, 9,2 MB, 25’41

GIDEON (4)
Gottes Geist und menschliche Unsicherheit
Gottes Zugeständnis: konkrete Zeichen (Richter 6,33-40)

mp3-Datei, 12,7 MB, 35’17

GIDEON (5)
Wer darf mit?
menschliche Angst darf sein (Richter 7,1-8)

mp3-Datei, 7,1 MB, 19’46

GIDEON (6)
andere wissen es längst
Wie Gott den Sieg schenkt (Richter 7,9-22)

mp3-Datei, 6,9 MB, 19’16


Mittwoch, 7. November 2018
Ulrike schreibt: Merkwürdig, dass ich erst gestern Abend in Kairo angekommen bin ... Ich habe heute erste Eindrücke von der anglikanischen Kirche - der All Saints Cathedral - bekommen. Die Christinnen und Christen sind eine Minderheit in der Stadt, aber auf dem Gelände der Kirche ist den ganzen Tag über Betrieb. Leben. Wer mitlesen möchte, kann das hier tun: 3months/blog

Morgen wird Wolfgang die sechs Vorträge zur Gideon-Erzählung aus dem Buch der Richter zum Nach-Hören bereitstellen.


immer noch Montag, 5. November 2018
Ulrike schreibt: So weit ich mich vorbereiten kann, bin ich auf Ägypten vorbereitet .... Ich habe ein Datenpaket fürs Handy gelöst, eine grosse Ägyptenlandkarte gekauft, eine neue, ganz leichte und stabile Reisetasche. Ich mag nicht so viel schleppen. 😀

Meine Gesundheit ist dank literweise heissem Zitronensaft, viel schlafen, heiss baden, pflanzlichen Hustentropfen usw. auch fast wieder im Lot. Ich bin Gott dankbar, dass ich mich wieder stabil fühle. Morgen Abend lasse ich mich in Kairo mit dem Taxi vom Flughafen abholen. Das habe ich noch nie gemacht vorher. Mir ist die Stadt einfach zu gross, um selbst meinen Weg zu finden. Übernachten werde ich im Gästehaus der Anglikanischen Kirche. Das liegt sehr zentral und ich denke, dass ich da auch andere Christinnen und Christen treffe.

Wenn ich dann in meinem Blog erzähle, bitte nicht wundern: Kairo ist der einzige Ort, wo es mit dem Gemeindekontakt nicht geklappt hat. Ich glaube, sie haben es einfach verschusselt. Und ich habe mich nicht rechtzeitig nach einer Alternative umgesehen. ... Ich habe aber bis jetzt schon so viele gute Interviews machen können, dass ich nicht wirklich traurig bin. Dann gucke ich mir halt 5 Tage die Stadt an, bevor ich ab dem 12. November mit einer ganz kleinen christlichen Reisegruppe unterwegs bin. Da wird es dann auf jeden Fall Begegnungen mit einheimnischen Christinnen und Christen geben.


Montag, 5. November 2018
Ulrike schreibt: So, liebe Freunde, es geht weiter ... Gestern war ich im Zuge meines Studienurlaubs in meiner alten Gemeinde, in Eisenhüttenstadt, im Ortsteil Fürstenberg. Der Ort liegt direkt an der polnischen Grenze. Wer dabei sein möchte, kann hier mitlesen: 3months/blog Einfach auf das aktuelle Bild klicken.

Ich war die letzten Tage durch eine Erkältung ziemlich flachgelegt. Jetzt ist es glücklicherweise besser, denn ich will morgen nach Kairo fliegen. Den Tag heute werde ich ruhig verbringen mit Waschen, Packen, dem Ordnen meiner Sachen. ... Wolfgang hat mir die Impulse zur Gideon-Geschichte geschickt. Gestern ist ja das Stille Wochenende in Wildberg zu Ende gegangen. Ich will die Impulse verschriftlichen lassen und Ihnen dann zur Verfügung stellen.


Mittwoch, 31. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Vielleicht warten Sie schon auf meine neuen Einträge im Reiseblog? Im Rahmen meines Studienurlaubs bin ich übermorgen in der Philippus-Gemeinde im Prenzlauer Berg zu Gast und darf mit einigen Gemeindemitgliedern ein Interview führen. Wolfgang und ich haben in dieser Gemeinde schon lange Freunde, darum freue ich mich besonders auf das Treffen. Die Philippus-Gemeinde wurde in den 80er Jahren gegründet und hat von Anfang an einen Schwerpunkt als Familienkirche gehabt. Sie ist - so weit ich es sehe - eine der wenigen Gemeindegründungen, die tatsächlich in ihrem Kiez (dem direkten Wohnumfeld) angekommen ist. Am Sonntag bin ich ebenfalls bei Freunden zu Gast, nämlich in der Landeskirchlichen Gemeinschaft Frankfurt/Oder und Eisenhüttenstadt.

Wolfgang ist an diesem Wochenende mit dem Stillen Wochenende - also Einkehrtagen mit geführter Stille - in Wildberg. Er hat Gideon zum Thema gemacht: ‹Gottes Ruf und meine Unsicherheiten›. Ich hoffe sehr, dass Wolfgang die Impulse aufnimmt, auch wenn er sie auf Schweizerdeutsch hält 😀.


Sonntag, 28. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Gestern bin ich spät abends in Berlin angekommen. SWISS Air ist einfach unbequem - das muss ich mal so deutlich sagen. Heute bin ich früh aufgestanden und nach Buchholz in die Prignitz gefahren. Prignitz heisst die Region nordwestlich von Berlin. Der Name kommt vom slawischen Pregynica und soll ‹ungangbares Waldgebiet›.bedeuten. Damit bin ich in der nächsten Station meines Studienurlaubs gelandet: im Osten Deutschlands.

Das war heute Morgen so richtig typisch ‹Berlin›. Ich will am Bahnhof Zoo eine Fahrkarte in die Prignitz kaufen. Der Weg dahin, wo früher mal die Schalter waren, ist durch Baugerüste verstellt. Keine Ahnung, wie man da hin kommt. Also gehe ich zum Automaten. Die Automaten der Berliner Verkehrsbetriebe nehmen aber nur Scheine bis 10 Euro. Und die Kreditkartenzahlung ist deaktiviert. Ich gehe zu einem Kiosk und kaufe einen Stift für 1 Euro, damit ich meine 50 Euro gewechselt bekomme. Dann kaufe ich die Fahrkarte. Der Zug in die Prignitz fährt heute aber ausnahmsweise nicht vom Bahnhof Zoo ab, sondern ich muss erst zum Bahnhof Charlottenburg fahren. Ich steige in Charlottenburg aus und suche den Bahnsteig 3, wo die Regionalzüge fahren. Ich sehe den Bahnsteig, aber keine Ahnung, wie man dahin kommt. Der Ausgang führt nur in die andere Richtung. Ich frage einen Mann, der nicht deutsch aussieht: «Sprechen Sie deutsch?». Er etwas pikiert: «Ja.» Ich: «Entschuldigung. Wissen Sie, wie man zum Bahnsteig 3 kommt?» Er: «Da müssen Sie auf den Bahnsteig 5, den bis zum Ende laufen, und dann die Treppe runtergehen.» Im Bahnhof Châtelet Les Halles (gross in Paris) habe ich meinen Weg schneller gefunden als in Berlin-Charlottenburg (klein in Berlin).

Dann war ich also in Buchholz. Die Gemeinde hatte gesagt: «Du kannst gern kommen und uns interviewen. Aber vorher musst du Gottesdienst mit uns feiern.»😎 Das klang mir nach einem guten Deal, und es war wirklich schön. Wer mitlesen möchte, kann das hier tun 3months/blog Einfach auf das Bild oder den Titel des neuen Eintrags klicken!


Samstag, 27. Oktober 2018
Wolfgang schreibt: Das sind ganz schöne Stunden! Ulrike ist auf Ihrer Studienreise für 19 Stunden hier in Liestal. Heute Abend fliegt sie nach Berlin und hält morgen Vormittag bereits einen Gottesdienst: in der Prignitz, etwa drei Stunden Zugfahrt von Berlin. Dort warten Menschen auf sie, die von ihrer Minderheitensituation als Christinnen und Christen berichten werden.

Am Montag, 29. Oktober beginnt hier in Liestal der nächste Bibelsalon. Wir lesen die verschiedenen Weihnachtsgeschichten bei Matthäus und Lukas und fragen danach, was man »historisch« bzw. »wissenschaftlich« wirklich wissen kann. Überhaupt: Was heisst eigentlich »Wissen« auf dem Feld historischer Forschung? Was klingt wahrscheinlich bzw. plausibel? Was bleibt auch für unser Lesen fraglich? Christlicher Glaube hat die wissenschaftliche Nachfrage nicht zu fürchten. Und: Was bedeuten die biblischen Erzählungen für unseren Glauben? Am Montag lesen wir die Weihnachtsgeschichte im Matthäusevangelium (Mt 1,18-2,23). Im Unterschied zu Lukas berichtet Matthäus das Geschehen der Geburt Jesu aus der Perspektive des Josef. Beginn um 20:00 Uhr bei Ehepaar Spinnler, Zirkelirain 19a. Impulse, Informationen, offenes Gespräch … Bitte die eigene Bibel mitbringen.


Donnerstag, 25. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Ich bin gerade ganz beglückt vom Hauskreis der Freien Christengemeinde Graz zurück gekommen. Wieder diese Liebe zur Bibel und ein herzlicher Umgang miteinander, auch mit mir. Ich habe ein Foto gemacht, und wer gucken will, kann das hier tun: 3months/blog Und: Ich freue mich schon wieder auf unsere eigenen Hauskreise und den Bibel-Salon in Liestal. "Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. (1. Joh 4,7) ❤️❤️ Der nächste Bibel-Salon findet übrigens am Montag, 29. Oktober, 20 Uhr, bei Familie Spinnler statt. Den Flyer können Sie links einsehen und herunterladen.


Dienstag, 23. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Wolfgang hat gestern eine Predigt über Jeremia 29 veröffentlicht. Ich wünsche mir sehr, dass Viele sie hören. Und hier finden Sie/ findet ihr meinen Reiseblog mit dem Bericht von heute: 3months/blog Einfach auf das jeweilige Bild klicken, und dann öffnet sich der Beitrag, so dass man ihn lesen kann.


Montag, 22. Oktober 2018
Wolfgang schreibt: Gestern habe ich in Nuglar SO eine Predigt zum berühmten Brief des Propheten Jeremia an die Verbannten in Babylon (Jeremia 29) gehalten: Sich abfinden - oder sich auflehnen? Wer diese Predigt anhören will kann das gleich hier tun:



MP3-Format; 21'08 Minuten; 7,26MB

Vor einiger Zeit habe ich einen kleinen (etwa zehn Minuten langen) Beitrag zum Thema »Hoffnung« auf Video aufgenommen. Eigentlich geht es dabei um ein Beispiel, wie man einen Begriff - in diesem Fall eben »Hoffnung« - in eine Geschichte übersetzen bzw. von einer Geschichte her verstehen kann.




Sonntag, 21. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Ich habe heute den Gottesdienst der Freien Christengemeinde Graz besucht. Es sind viele Menschen gekommen und durchaus unterschiedliche, was die Herkunft und das Alter angeht: Junge und Alte, viele Migrantinnen und Migranten, junge Frauen mit Kindern, viele Jugendliche. Der Pastor hat in der Predigt den Schluss des Philipperbriefs ausgelegt. Paulus schreibt:

«Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut:
beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden;
ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.» (Philipper 4,12 und 13)

Das finde ich eine schöne Übung - Dinge entgegen zu nehmen, so wie sie kommen. Das gilt sowohl für das, wo es ‹wenig› zu sein scheint, was ich in einer bestimmten Angelegenheit von Gott und von Menschen bekomme. Das gilt aber auch für das, was ich im ‹Überfluss›. bekomme. Auch den Überlfuss muss man annehmen können. Ich habe zum Beispiel vom Hotel in Graz ein wirklich schönes Zimmer zugewiesen bekommen. Das ist Überfluss.

Paulus meint aber, dass man sich durch beide Erfahrungen - durch die des Mangels und durch die des Überflusses - nicht ‹binden› lassen soll. Wir sollen keine Enttäuschung haben, wenn es ‹wenig› ist und sollen die Liebe Gottes zu uns nicht infrage stellen. Wir sollen aber auch keine Ansprüche entwickeln, wenn wir ‹viel› bekommen und nicht meinen, es müsste immer so sein. Das Mass der Liebe Gottes ist nicht daran abzulesen, ob ich im Moment ‹viel› oder ‹wenig› zu bekommen scheine.

Wer meinen neuen Blogeintrag lesen möchte, kann das hier tun: 3months/blog/das-evangelium-auf-der-strasse-weitersagen


Samstag, 20. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Heute ist Wolfgang beim Studientag der Fritz-Blanke-Gesellschaft im Nidelbad/ Rueschlikon. Thema des Kurses ist es, den Denkformen der Bibel auf die Spur zu kommen und die eigenen Denkweisen zu reflektieren.

Morgen, am 21. Oktober, feiert Wolfgang mit der Gemeinde im Oristal Gottesdienst. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr und findet in der Kapelle Nuglar statt. Wolfgang wird morgen den vorgeschlagenen Predigttext Jeremia 29,1-14 auslegen. Auch Gäste von aussen sind zum Gottesdienst herzlich willkommen. Das gilt auch für unsere Abendfeier in der Stadtkirche Liestal. Sie beginnt morgen um 18 Uhr, Thema ist die Stephanus-Erzählung aus der Apostelgeschichte 7. Was heisst es, dass Stephanus den «Himmel offen stehen» sieht? Wie viel kann er/ wie viel können wir von Gott sehen? Wie immer gibt es im Anschluss eine Einladung zu Kaffee, Kuchen und zum Zusammensein!


Freitag, 19. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Heute musste ich direkt ein bisschen nachdenken, in welcher Stadt ich gerade bin. Ich stand in der U-Bahn-Station Wien Hauptbahnhof-Südstadt und habe meinen Weg gesucht. Und hatte aufeinmal die Bilder von Paris vor Augen. Wobei Wien schon deutlich kleiner ist als Paris. In den letzten Tagen habe ich wieder Interviews führen dürfen. Ich habe mir von Menschen ihre Lebenswege erzählen lassen und zugehört, wie sie als evangelische Gemeinde in der Minderheit leben. Wer mitlesen möchte, findet den neuen Eintrag in meinem Reiseblog hier: 3months/blog/sehnsucht-nach-solidarität


Dienstag, 16. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Ich bin seit gestern in Österreich - in St. Johann bei Herberstein. Das liegt nordöstlich von Graz, der Heimatstadt von Wolfgang. Schön ist es hier! Der Kurs mit evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrern findet im Tagungshaus der Diözese - direkt neben einem noch aktiven Kloster - statt. Hier kann man auch Urlaub machen, finde ich: www.hausderfrauen.at.

Ich finde es interessant, dass mir die Menschen in Izmir von der Mentalität her am vertrautesten waren. In Österreich bin ich viel unsicherer. Das hätte ich vorher nicht gedacht. Ich denke viel an die Gemeinde in Izmir und auch gern an die Menschen in Aulbray-sous-Bois. Ich habe im Reiseblog viele Begegnungen auch nicht erzählt. ... Ich habe nicht von dem muslimischen Mann erzählt, der mir einen handgeschriebenen Zettel zugesteckt hat, dass ich nie vergessen soll, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist. ... Oder von Monsieur Jullien, der seine Pastorin gefragt hat, ob ich noch ein bisschen da sei, damit er mich zum Austern-essen einladen kann 😃. So vieles, was mich gefreut und verblüfft hat.

Am Samstag - dem 20. Oktober - ist Studientag der FBG (Fritz-Blanke-Gesellschaft). Wolfgang wird in verschiedene Weisen der Wahrnehmung und des Denkens einführen. Er fragt, was es bedeutet ›biblisch zu denken‹. Er schreibt: Wir entdecken an diesem Studientag, dass es zu unseren ›selbstverständlichen‹ Weisen des Denkens durchaus Alternativen gibt. Was könnte sich durch diese Einsicht verändern? ... Zugespitzt: Welche Antworten stammen aus unseren eigenen Denkvoraussetzungen – und: Für welche Antworten können wir uns zu Recht auf die Bibel berufen?

Wolfgang stellt Grundelemente abendländischen Denkens vor. Er unterscheidet linear-argumentatives Denken (z.B. bei Paulus) von zirkulär-betrachtendem Denken (z.B. Briefe des Johannes) und von erzählendem Denken (Geschichtserzählungen, Gleichnisse Jesu usw.).

Denkformen, die für die Bibel typisch sind, sind
• priesterliches Denken,
• weisheitliches Denken,
• prophetisches Denken,
• apokalyptisches Denken,
• ›liturgisches‹ Denken
• sogenanntes ›hebräisches‹ Denken

Für den Studientag anmelden kann man sich wie immer bei Marco Würgler, marco.wuergler@nidelbad.ch. Und wie immer kann man auch ohne Bibelkenntnis und ohne theologische Vorbildung teilnehmen und wird alles verstehen können. Herzliche Einladung!


Sonntag, 14. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Ich bin jede Woche neu überrascht, dass es schon wieder Sonntag geworden ist. Was ich gestern im Reiseblog erzählt habe, beschäftigt mich sehr. In Izmir und in Aulbray-sous-Bois habe ich Gemeinden kennen gelernt, die als Familie leben und die trotzdem eine grosse Offenheit gegenüber Anderen haben. ... Das möchte ich gerne noch mehr in Liestal leben. Wer sich interessiert, kann hier lesen: 3months/blog/es-beginnt-mit-vertrauen

Gestern Abend bin ich mit dem TGV spät in Basel angekommen. Ich habe - wie mit der Werkstatt abgesprochen - bei der Gelegenheit meinen reparierten Motorroller in Pratteln abholen wollen. Aber der sprang nicht an. Ein doofes Gefühl, nachts und müde in einem Gewerbegebiet zu stehen und nicht nach Hause zu kommen. Als Jugendliche wäre ich zum Bahnhof zurück gelaufen und hätte auf einen Nachtzug gewartet. Heutzutage rufe ich ein Taxi. Kennzeichen des Alt-Werdens.

Heute am Sonntag bin ich mit Wolfgang in Liestal. Es ist schön, einander zwischendurch zu sehen. Denn morgen fliege ich in aller Frühe von Basel aus nach Wien. Am nächsten Freitag geht es dann mit der dritten Etappe meines Studienurlaubs weiter. Ich bin dann in Wien und in Graz. Von Morgen an bis zum Donnerstag bin ich im Pastoralkolleg der Evangelischen Kirche von Österreich. Eigentlich wollten Wolfgang und ich den Kurs Meine geistliche Biografie gemeinsam leiten. Aber Wolfgang ist noch nicht gesund genug zum Reisen. Ich bn froh, dass wir den Kurs schon mehrmals zusammen geleitet haben und ich in unserer Thematik gut ‹drin› bin.


Samstag, 13. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Letzter Tag in Aulnay-sous-Bois! Heute Abend fahre ich mit dem TGV über Basel nach Hause. Ich habe viel gesehen hier. Wenn ich länger würde bleiben wollen, dann müsste ich jetzt an meinem Französisch arbeiten. Um unabhängig zu werden von der Hilfe des Übersetzens. Ich erzähle in meinem Reiseblog von der Begegnung mit Serge - einem Pastor im Nachbarort: 3months/blog/es-beginnt-mit-vertrauen Es hat mir ausgesprochen gut getan, wie unspektakulär und reflektiert Serge seine Gemeinde als eine Weggemeinschaft beschreibt.

Manche Menschen sind für längere Zeit mit ihnen unterwegs, andere für kurze. Beides sei in Ordnung. Gerade jetzt hat die Gemeinde in Raincy ein Ehepaar aus dem Iran aufgenommen. Serge nennt es eine Grundlage für die Gemeindearbeit, dass die Menschen Vertrauen zum Pastor haben. Das gründet nicht nur in dem, was der Pastor sagt, sondern in dem, was er tut. Was die Gemeinde ihn tun sieht. Serge nennt als seine Hauptbeschäftigung - neben den pfarramtlichen Dingen, die man eben so macht - dass er Menschen zuhört und sie miteinander in Kontakt bringt. Wer mitlesen möchte - herzlich willkommen.


Freitag, 12. Oktober 2019
Ulrike schreibt: Ich hätte meinen Studienurlaub auch als kulinarischen Blog führen können. Claudia und ich gehen unterwegs gern mal in ein Lokal. Wenn ich allein in der Stadt bin, probiere ich immer etwas Neues aus. Sehr lecker zum Beispiel: Crépes mit Butter, frischem Zitronensaft und Zucker. Und die Gemeindemitglieder, die wir besuchen, tischen auch immer Leckeres auf. Heute Abend sind wir bei Marie, einem älteren Gemeindemitglied, und ihren erwachsenen Kindern zum Afrikanisch-essen eingeladen. Wer möchte, kann heute hier weiterlesen: 3months/blog/gemeinden-verändern-sich


Dienstag, 9. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Wolfgang ist seit gestern wieder Zuhause. Morgen vertritt er mich in der Gemeinde und bereitet mit dem Abendfeier-Team die nächste Abendfeier in Liestal vor. Herzliche Einladung für den 21. Oktober um 18 Uhr in die Stadtkirche Liestal! Ich selbst habe es gut in Paris - bzw. in Aulnay-sous-Bois. Mittlerweile sind es schon drei Interviews, die ich geführt habe und die ich verschriftlichen muss. Das ist richtig Arbeit. Heute waren meine gastgebende Pastorin und ich bei strahlendem Sonnenschein unterwegs. Wir haben Jean Frédéric Patrzynski, den lutherischen Bischof von Paris besucht. Wer lesen möchte, was mich beschäftigt, kann das hier tun: 3months/blog/minderheiten


Montag, 8. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Der Tag gestern war voll und schön - ich muss die Eindrücke erst einmal sacken lassen. Ich fahre heute nach Paris hinein (das braucht ca. 30 Minuten) und laufe an der Seine entlang. Die Sonne scheint und ich werde mir ein schönes Café suchen. Wer mitlesen möchte, kann das hier tun: 3months/blog/esprit-de-famille


Sonntag, 7. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Guten Morgen, liebe Freunde! Für die Interessierten geht es hier weiter: 3months/blog. Es ist ersteinmal eine kleine Orientierung, mehr folgt später.


Freitag, 5. Oktober 2018
Ulrike schreibt: Wolfgang wird auch dieses Wochenende noch im Spital sein. Eigentlich sollte er schon Zuhause sein, aber die Medikamente belasten die Nieren und es muss wieder umgestellt werden. Das Krankenhaus ist sonst aber angenehm: sehr freundliches Personal, gutes Essen, ein schöner Blick aus dem Fenster.

Ich werde morgen zum zweiten Teil meiner Reise aufbrechen: mit dem TGV nach Paris. Der Zug braucht von Basel aus etwa 3,5h. Claudia, die gastgebende Pfarrerin hat mich eingeladen, bei ihr zu wohnen und sie wohnt direkt an der Kirche. Ab Sonntag werde ich ein bisschen erzählen - wie ich das aus Izmir getan habe. Sie können hier wieder mitlesen, wenn Sie möchten: 3months/blog


Sonntag, 30. September 2018
Ulrike schreibt: Einen schönen und gesegneten Sonntag wünschen wir euch und Ihnen. Ich bin bis Freitag in Liestal. Dann besuche ich für eine Woche eine kleine evangelische Gemeinde in einem Vorort von Paris. Ich schaue hin, wie die Gemeinde mit den Muslimen ihrer Nachbarschaft und im Kontext einer säkularen Gesellschaft lebt. Ich freue mich sehr darauf, die Pfarrerin und ihre Gemeinde kennen zu lernen. Ich werde dann im Reiseblog davon berichten.

Über die ‹eine Woche Zuhause› bin ich froh. Wolfgang ist noch im Spital. Er bekommt immer noch Infusionen verschiedener Antibiotika gegen die Sepsis. Manchmal ist er wach genug und kann gut schreiben und arbeiten. Oft ist er aber einfach nur müde. ... Wenn der Partner krank ist - oder sonst jemand in der nahen Familie - dann ist das für den gesunden Partner ein Halbtagsjob. Damit meine ich gar nicht die ständigen Fahrten zum Arzt, ins Krankenhaus usw.. Ich meine vielmehr, dass der mobile Partner - in diesem Fall ich - die Aufgaben erledigt, die man sich im normalen Leben geteilt hat. Früher hätte ich nie gedacht, dass ich Angelegenheiten rund um's Auto selbst in die Hand nehme. Oder dass ich Gespräche mit Versicherungen führe, ohne dass Wolfgang dabei ist. Oder dass ich ein Möbelstück von IKEA alleine aufbaue. Das habe ich gestern gemacht. 😇

In diesen Tagen werden die Freunde der Fritz-Blanke-Gesellschaft den neuen Rundbrief der FBG bekommen. Die Fritz-Blanke-Gesellschaft ist ein Freundeskreis, der die Arbeit von Wolfgang unterstützt und der gesellschaftliche Entwicklungen vom christlichen Glauben her zu durchdringen und zu verstehen sucht. Der aktuelle Rundbrief hat als Beilage einen Vortrag von Wolfgang, der in meinen Augen grossartig ist. Ich habe Wolfgang - als ich in Selçuk am Grab des Apostels Johannes war - gebeten, seinen Vortrag über die ‹Einheit der Kirchen in der Endzeit› nochmals zu halten und diesmal aufzunehmen. Dort, in der Johannesbasilika in Selçuk, hatte Wolfgang bei unserer Gemeindereise über die ‹endzeitliche Einheit der Kirchen› geredet und ich habe das nie mehr vergessen. Wolfgang bezieht sich dabei auf den Religionsphilosophen Wladimir Solowjew und dessen ‹Kurze Erzählung vom Antichristen›, 1899.

Dass wir in der Endzeit leben, sollte keine Frage sein. Das Ende der Zeit hat vor zweitausend Jahren begonnen, als Jesus die Welt mit sich selbst versöhnt hat. Seitdem laufen zwei Wirklichkeiten - die Gemeinschaft der Menschen, die mit Gott ‹versöhnt› sind und eine Welt, die sich nicht versöhnen lassen will, - wie neben einander her. Es sind zwei Grunddynamiken. In Abständen kommt es immer wieder zu einem Clash: zum Angriff der ‹unversöhnten› Welt auf diejenigen, die als Kinder Gottes leben.

Es ist meine persönliche Meinung, dass unsere Welt wieder auf so eine Verdichtung der Ereignisse, auf einen solchen Clash zusteuert und in hohem Masse anfällig ist für das Auftreten eines neuen Antichristen (Antichrist = an Stelle des Christus). Der Vortrag von Wolfgang handelt davon, welche Wirkung des Erscheinen des Antichristen auf die Kirchen hat. Wie sie in der Begegnung mit dem Antichristen zu einer endzeitlichen Ökumene zusammen finden.


Freitag, 28. September 2018
Ulrike schreibt: Ich wundere mich, warum meine Reise-Homepage eher wenig Leserinnen und Leser hat. Ich bekomme nämlich recht viele Mails und SMS, die Ausdruck von Interesse und innerer Beteiligung sind😊.

Gestern habe ich - sozusagen als stichpunktartige Probe - meine Eltern gefragt, ob sie meinen Reiseblog lesen würden. Sagt meine Mutter: «Nööö, da erscheinen immer nur zwei Bilder und sonst nichts.» 🙄 Ich: «Doch, da erscheint etwas!!! Man muss auf die drei Balken oben rechts (= das Menü) drücken. Und dann wiederum auf Blog.»

Wenn man das tut, sieht man viele kleine Beiträge, die man anklicken kann. Ich habe für jeden Tag ein Erlebnis oder einen Gedanken aus Izmir aufgeschrieben. Ich verstehe das als eine Hilfe, um mit euch und Ihnen - den Leserinnen und Freunden - unterwegs zu sein. Es geht ja nicht um das Reisen, sondern darum, etwas über Kirchen zu lernen, die als gesellschaftliche Minderheit leben. Es geht darum, dass wir von ihnen für unser eigenes Leben (!) als Kirche lernen.

Gibt es hier Unterstützer/innen?
Vielleicht möchte mancher von Ihnen sich engagieren. Die Gemeinde in Izmir ist türkisch-sprachig und lebt als evangelisch-freikirchliche Gemeinde von den Beiträgen ihrer Mitglieder und von Spenden. Ertan, der Pastor, hat mir erzählt, dass sie seit kurzem eine arabisch-sprachige Gemeinde bei sich zu Gast haben und nach Kräften unterstützen. Es sind Menschen aus Syrien, die sich jeden Samstag in der Kirche zum Gottesdienst treffen. Sie haben kein Geld und haben überhaupt vieles nicht. ... Ertan hat mich gefragt, ob ich eine Gemeinde weiss, die die Unterstützung für diese kleine arabisch-sprechende Gemeinde übernehmen würde. ... Der erste Schritt würde darin bestehen, mit einigen wenigen Leuten einmal nach Izmir zu Besuch zu kommen - zum Beispiel von Donnerstag bis Montag - und die Menschen kennen zu lernen, um die es geht. ... Ich, Ulrike, würde bei Bedarf bei der Planung helfen. Izmir ist von Basel und Zürich aus einfach zu erreichen. Es gibt eine nette kleine Penson direkt neben der Kirche und die Menschen sind gastfreundlich und initiativ. ... Also: melden Sie sich gern, bei mir, wenn Sie sich angesprochen fühlen.


Donnerstag, 27. September 2018
Ulrike schreibt: Ich bin heute Morgen um 3 Uhr aufgestanden, mit dem Auto zum Flughafen in Izmir gefahren und dann mit dem SunExpress (Billigflieger, aber überraschend angenehm) nach Zürich geflogen. Es ist merkwürdig, innerhalb eines Tages den Ort so vollständig zu wechseln.

Gestern Abend hatten mich die Männer, die auch in der Pension wohnen, weil sie dort arbeiten, wieder zum Essen eingeladen. Einer kocht abends für alle, und der kann wirklich gut kochen .... Gegessen wird unter freiem Himmel. Wir haben mit Händen und Füssen und mit Hilfe von einer Übersetzungs-App geredet. Als ich den Männern erzählt habe, dass mein Mann im Krankenhaus ist, sagten sie, dass Allah sich um ihn kümmern wird. Das meinten sie ganz ernst. .... Ich finde es schön und sehr angemessen, wenn Menschen mit solcher Zuversicht von Gott reden. Jesus sagt: "Euer himmlischer Vater weiss, was ihr bedürft." (Matthäus 6,32) Mit dieser Zuversicht sollen wir Gott begegnen, dass ER ja längst um uns und unsere Anliegend weiss. Wir sollen Zuversicht haben, dass Gott für uns ist: "Lasst uns also voll Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade ..." (Hebräer 4,16).


Dienstag, 25. September 2018
Ulrike schreibt: Der Tag war heute unglaublich schön und interessant. Ich habe ein einfaches Zimmer direkt am Meer - etwa zehn Kilometer hinter Milet - gemietet. Hier gibt es keine Touristen: das Zimmer kostet umgerechnet 7 Euro. Ich werde heute mit dem Geräusch der Meeresbrandung einschlafen. Und morgen werde ich am Meer frühstücken. Die Männer, die hier wohnen und arbeiten, haben mich vorhin zum Abendessen eingeladen. Da stehen dann zwei Teller mit selbst gekochtem Lammeintopf auf dem Tisch und zwei Teller mit einer Art Tzadziki. Jeder hat einen Löffel und ein Stück Brot, und man isst gemeinsam von den Tellern. Es hat wirklich gut geschmeckt. Hinterher gab es Weintrauben und Tee.

Zum Mittagessen war ich auch schon eingeladen gewesen, nämlich in der Fakultät für Islamwissenschaften der Ilahiyat Universität. Wenn ich es recht verstanden habe, nennen sie sich theologische Fakultät. Da werden Frauen und Männer ausgebildet, um im religiösen Unterricht und als Imame (die Männer) in den Moscheegemeinden zu arbeiten. Ich hatte mich an der Uni mit einem Professor verabredet, den ich durch Ertan - meinen gastgebenden Pastor - kennengelernt hatte. Der Professor hat mich wiederum seiner Forschungsassistentin Elif vorgestellt. Wir beide hatten viel Freude am Gespräch; ich denke, der Kontakt wird bleiben. Ich bin sehr überrascht darüber, dass die Professoren meinen, dass es Religion nur im Gewand ihrer jeweiligen Kultur gibt. Es gibt keine ‹Religion an sich›, sondern nur in ihren jeweiligen zeitgeschichtlichen Äusserungen. ... Das hat mich sehr überrascht zu hören, denn ich dachte immer, dass der Islam generell als in seinen Äusserungen unveränderbar und zeitlos verstanden wird.

Der Professor, der mir Gesprächspartner war, hat gesagt, dass es zwei Grundentscheidungen gibt. Die einen verstehen den Islam konservativ als einen Rahmen, in den man hineintritt und sich unterordnet. Das Schriftverständnis der Konservativen ist ein wörtliches. Die anderen vertreten einen ‹moderaten Islam›, das heisst sie fragen, wie das, worum es im Islam geht, in seiner jeweiligen Zeit zum Ausdruck kommt.

Dann war ich auf dem Weg nach draussen und ein Professor, den ich ebenfalls kurz kennengelernt hatte, hat mich gefragt, ob ich seine Vorlesung mit hinein kommen möchte. Die begann fünf Minuten später. Er unterrichte heute ‹Geschichte des Christentums› und würde mich gern einbeziehen. Ich habe - es war mir zu spontan - abgelehnt, aber die Freundlichkeit und Offenheit hat mich berührt.

Am Nachmittag habe ich dann Izmir verlassen. Ich bin an Selçuk vorbei nach Priene gefahren. Das ist eine Ausgrabungsstätte, die wir damals mit der Gemeinde aus Liestal besucht haben. Die antike Stadt mit Marktplatz, Rats-Saal, Theater, Gymnasien und Tempeln ist gut erhalten. Ich denke richtig gerne an die Reise zurück. Ich verlinke einige Bilder auf der Seite meines Reiseblogs: ulrikebittner3months Von Priene aus bin ich weiter nach Milet gefahren. Die Strasse führt durch Baumwollfelder, die gerade geerntet werden. Als ich dann die Pension direkt am Meer gesehen habe, habe ich gehalten und nach einem Zimmer gefragt.


Sonntag, 23. September 2018
Ulrike schreibt: Einen schönen und gesegneten Sonntag wünsche ich Ihnen und euch. Heute geht meine erste Woche in Izmir schon ihrem Ende zu. Gleich bin ich im Gottesdienst der ev.-freikirchlichen Gemeinde und danach gehe ich mit Ertan zu einem Fest der alevitischen Community in Izmir. Ich habe viel in dieser ersten Woche gesehen! Jetzt überlege ich, was ich ab Morgen machen möchte. Izmir möchte ich mir gern noch ansehen und das Gehörte aufarbeiten und verschriftlichen.

Weil ich kein Türkisch spreche und die meisten Leute hier fast kein Englisch sprechen, sind mir manche Situationen nicht ganz klar. Heute früh habe ich die Gäste-Waschmaschine in der Pension gefüllt und bin dann weggegangen - in ein Café zum Frühstücken. Als ich wiederkomme, sehe ich, dass jemand meine Sachen ungewaschen aus der Maschine genommen hat und seine Sachen wäscht. Ich gehe in den Innenhof, wo andere Gäste sitzen und frage, wer das war?! Die weiblichen Angestellten ziehen mich in ihre Waschküche und bieten mir an, meine Sachen mit der Hand zu waschen - gegen ein kleines Entgeld. Ich glaube, dass das nett gemeint ist; aber für mein deutsches Verständnis ist das übergriffig. ... Ich habe meine Sachen ziemlich ärgerlich neben die Waschmaschine geworfen - die noch lief - und bin wieder einen Kaffee trinken gegangen. Als ich später - endlich - waschen will, hat jemand bereits meine Sachen in die Maschine getan und die Maschine angelassen 🙄


Samstag, 22. September 2018
Ulrike schreibt: Heute macht die Gemeinde, die ich in Izmir besuche, einen Tagesausflug. Wir besuchen Bergama - das ist der Ort, an dem der gewaltige Pergamonaltar aus Berlin einmal stand. Ich kenne den gut, war als junger Mensch und Berlinerin oft im Pergamonmuseum. Wolfgang und ich waren mit unserer Liestaler Kirchgemeinde auch schon in Bergama. Man fährt mit der Seilbahn in die antike Stadt hinauf und hat einen Wahnsinnsausblick über das Land. Ich freue mich sehr!

Morgen feiern wir Gottesdienst. Ich soll bzw. darf die Predigt halten. Ich habe mir gerade schon die biblische Geschichte für morgen angeschaut. Wer den Eintrag von gestern in meinem Reiseblog lesen möchte, kann das hier tun: ulrikebittner3months

Am Montag - also übermorgen - findet der zweite Bibel-Salon in diesem Herbst statt. Auch wenn Wolfgang dann voraussichtlich noch im Krankenhaus ist. Wolfgang hat den Impuls über die Zahlensymbolik und die Bildsprache der Apokalyptik auf Band gesprochen. Cornelia und Fritz Friedli werden den Abend leiten und sind gut vorbereitet. Den Ort und genauen Inhalt finden Sie links unter ‹Bibel-Salon›. Interessierte Menschen sind herzlich willkommen!


Donnerstag, 20. September 2018
Ulrike schreibt: Heute hatte ich einen spannenden Tag. Ich habe sehr interessante und angenehme Menschen kennen gelernt. Darunter waren zwei Professoren für Islamwissenschaften an der Universität Izmir. Ertan - der Pastor, den ich begleiten darf - ist mit ihnen befreundet. Ich war richtig verblüfft, wie angenehm und aufgeschlossen für den Dialog beide waren. Für sie ist es selbstverständlich, dass sich der Islam in der Kultur seiner jeweiligen Zeit bewähren muss - dass es Glauben nicht ohne konkrete und wandelbare kulturelle Formen gibt. ... Ich hätte mich gern lange mit ihnen unterhalten.

Etwas Schönes ist mir heute begegnet. Wobei eigentlich der ganze Tag schön war. Wer im Reiseblog davon lesen möchte, kann das hier tun: ulrikebittner3months


Donnerstag, 20. September 2018
Wolfgang schreibt: Die gestern erwähnte "Kurze Erzählung vom Antichrist" von Wladimir Solowjew gab es als eine Hörspielfassung. Leider vergriffen. Jetzt ist sie jedoch auf YouTube wieder zugänglich. Man findet sie unter https://www.youtube.com/watch?v=hPGIkOLK5Og. Dauer: 1"38'10. [An dieser Stelle beginnt das Hörspiel wieder von vorn.]


Immer noch Mittwoch, 19. September 2018
Wolfgang schreibt: ÖKUMENE IN DER ENDZEIT Ulrike erinnert in Selçuk in der Westtürkei an einen Vortrag, den ich vor einigen Jahren dort in der Johannes-Basilika gehalten habe. Sie schreibt: "Ich habe Wolfgang gebeten, den Vortrag über die Ergänzungsbedürftigkeit der christlichen Kirchen (Johannes, Paulus, Petrus und Maria), den er damals gehalten hat, aufzunehmen. An den habe ich oft gedacht in den letzten Jahren. Ich hoffe, er stellt ihn diese Tage ins Netz." … … Hier also ist er: Sie können ihn gleich hier anhören:



Die Aufnahme kann man auch herunterladen. Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Aufnahme auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme dieses Vortrags unter dem Namen "Selçuk – Solowjew" (MP4-Datei: 33'34 Minuten; 15,9 MB)


Mittwoch, 19. September 2018
Wolfgang schreibt: Ulrike ist gut in Izmir angekommen und verbringt die erste Nacht in Selçuk. Der Ort ist in unserer Erinnerung mit der letzten Gemeindereise in die Westtürkei verbunden, vor allem mit dem Besuch der Johannes-Basilika. Auch wenn sie heute eine Ruine ist, will einem scheinen, man könnte dort sofort Gottesdienst feiern und auch innerlich für sich selbst ganz still werden. Woran das wohl liegt? Vielleicht daran, dass der Apostel Johannes hier seine letzte Lebensphase verbracht hat und hier begraben wurde? Auf jeden Fall ein sehr berührender geistlicher Ort. Ich bin froh, dass Ulrike gut angekommen ist.

Gerne mache ich Sie auf die Blogseite von Ulrike aufmerksam. Dort finden Sie einen neuen Eintrag mit Bildern und einem kurzen Video von Ulrike in der Johannes-Basilika in Selçuk: ulrikebittner3months

Zu mir: Vor einer Woche wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, mit genügend Antibiotika, die ich Zuhause weiter nehmen sollte. Letzten Sonntag packte mich trotzdem starkes Fieber. So bin also auch ich 'angekommen', nämlich wieder im Krankenhaus. Heute wollen die Ärzte entscheiden, ob es bei der Gabe von Antibiotika allein bleiben kann. Alternative ist eine weitere Operation, um das künstliche Hüftgelenk zu säubern - und dann natürlich wieder Antibiotika i.V.

Wir sind dankbar, wenn Sie an unser jeweiliges 'Ankommen' denken. Auf jeden Fall ist alles einigermassen spannend.


Dienstag, 18. September 2018
Ulrike schreibt: Hier ist die Predigt, die ich vorgestern in Nuglar gehalten habe:

.

Thema: ‹Was wissen wir über das Ende der Zeit?› bzw. ‹Was, bzw wer kommt auf uns zu?› (Matthäus 13,24-29 und Bezüge zu Markus 13, 3-27). Wir veröffentlichen die Predigt auch für diejenigen unter Ihnen, die gern beim ersten Bibel-Salon über das ‹Ende der Zeit› dabei gewesen wären, aber nicht konnten.


Montag, 17. September 2018
Ulrike schreibt: Wir hatten gestern zwei sehr schöne Gottesdienste - finde ich. Am Morgen waren Wolfgang und ich im Gottesdienst in Nuglar zu Gast. Ich habe die Predigt gehalten, aber eigentlich war es „unsere“ Predigt. Vieles von dem, was ich selbstverständlich mit der Gemeinde teile, habe ich bei Wolfgang gehört. Es hat mir eingeleuchtet, so dass Wolfgangs Schriftauslegung zu meiner Schriftauslegung geworden ist. Es ist kostbar, wenn man vom Andern hören und lernen darf. Jede unserer Predigten und jeder Bibel-Salon sind der Versuch, miteinander zu teilen, was wir gehört haben.

Wenn ich heute, am Montag, meinen Studienurlaub beginne, dann ist das nicht nur „meiner“. Ich nehme Wolfgang gleichsam mit. Wir werden heute Abend zusammen in Selçuk sein und morgen früh zusammen am Grab des Apostel Johannes beten. Früher hat Wolfgang manchmal gesagt: „Nimm meine Augen mit und sieh für mich hin.“ Das habe ich getan und werde ich weiterhin tun.

Solch ein Teilen gibt es nicht nur.für Wolfgang und mich. Auch als christliche Gemeinde sind wir eine Weggemeinschaft, in der es im Tiefsten nicht um „meins“ und „deins“ geht. Das kann man von Paulus wunderbar lernen. Die Erfahrungen der andern Gemeindemitglieder werden Teil meiner Erfahrung und meine Erfahrungen gehen über in den Glauben und das Lebenswissen der Anderen. Vieles von dem, was ich bin und glaube, habe ich von euch und Ihnen übernommen.


Samstag, 15. September 2018
Ulrike schreibt: Guten Morgen, liebe Freunde. Ein schönes Wochenende wünschen Wolfgang und ich Ihnen und euch. Mein Sabbatical beginnt übermorgen, aber im Reise-Blog können Sie schon jetzt lesen, warum mich die Frage nach christlichen Minderheiten bewegt: ulrikebittner3months. Wenn Sie meinen Blog lesen wollen, dann müssen Sie das Menü oben rechts anklicken und da wiederum auf ‹Blog› klicken 😀.

Zum Thema habe ich auch einen sehr persönlichen Zugang. Ich bin in den 80er Jahren in Berlin zum Glauben gekommen. Lange habe ich es für normal gehalten, als Jugendliche, die ‹glaubt›, in der Minderheit zu sein. Wir waren als evangelische Kirchgemeinde in einem Berliner Hochhausquartier ‹klein› und nicht der gesellschaftliche Normalfall. Es gab wenig Traditionen, da fast alle Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels jung und zugezogen waren. In den 80er und 90er Jahren waren wir als Kirchgemeinde aber trotzdem erstaunlich ‹stark›. Woran lag das? Im Nachhinein finde ich das verblüffend, und davon werde ich meinen nächsten Beitrag erzählen.


Freitag, 14. September 2018
Ulrike schreibt: Am Sonntag - übermorgen - feiern Wolfgang und ich mit der Gemeinde in Nuglar Gottesdienst. Ich werde die Predigt vom Gottesdienst in Büren (am 2. September) fortsetzen. Jesus sagt: «Ich habe euch alles zuvor gesagt.» (Markus 13,23)

Was hat Jesus uns «vorher» gesagt? Was wissen wir über das ‹Ende der Zeit›? Es geht nicht um Spekulationen, sondern darum, den Charakter der Zeit, in der wir leben, zu verstehen. Und den Trost zu hören, dass nichts - aber auch gar nichts - aus Gottes Händen genommen wird. Er hat alles und alle in seiner Hand.

Für den Sonntag Abend lade ich Sie herzlich in die Stadtkirche in Liestal zur Abendfeier ein (18 Uhr). Ich freue mich auf die Begegnungen mit euch und Ihnen. Die Abendfeier ist für mich eine Erfahrung von Gemeinschaft und gemeinsamem Unterwegssein. ❤️


nochmals Donnerstag, 13. September 2018
Ulrike schreibt: Ich habe mir eine Website für meine Reisen in den nächsten 3 Monaten gebastelt. Auf der werde ich ausschliesslich Berichte vom Studienurlaub posten. Ich möchte Menschen zu Wort kommen lassen, die ich treffe, und Bilder von Orten machen, die mich berühren. Thema sind christliche Minderheiten. Wir müssen lernen, wie die Kirche als gesellschaftliche Minderheit vorkommen kann. Wie gestaltet man sein Leben, wenn man ‹Wenige› ist? Was ist wichtig und was nicht?

Die neue Seite finden Sie hier: ulrikebittner3months. Sie wird für drei Monate parallel zu unserer Hauptseite - also der, auf der Sie jetzt sind - laufen. Viel Freude beim Lesen. Und: Danke für eure Gemeinschaft!


Donnerstag, 13. September 2018
Ulrike schreibt: Diese Tage laufen schon sehr auf meinen Studienurlaub zu, der am nächsten Montag beginnen soll. ✈️ 🌏 Gestern habe ich Besuche in der Kirchgemeinde gemacht - die sehr schön waren - und am Abend haben wir uns in der Kirche zum Kreis für ‹Menschen in schweren Lebenslagen› getroffen.

Wir lesen gerade ein Heftchen von Kerstin Hack: ‹Vergeben lernen›. Als Gesprächsgrundlage ist es gut geeignet - vorausgesetzt die Teilnehmenden erzählen davon, wie sie selbst es halten. In welchen Dingen ihnen das Vergeben leicht fällt zum Beispiel. .... Oder wo sie zu schnell Vergebung ausgesprochen haben usw.. Das Heftchen folgt einer eigenen Systematik und bezieht sich nicht auf biblische Weisungen, Gleichnisse, Geschichten. Das stört mich ein bisschen. Mir fehlen Kapitel wie Matthäus 18 über die Gemeinde als den Ort des ‹Lösens›. Mir fehlt, dass Vergebung ‹erbeten› sein will. Man vergibt nicht ‹einfach so›, um der eigenen Psyche willen. Selbst ‹frei› zu werden, heisst nicht, dass ich vergeben muss, auch wenn der Andere nicht darum bittet und mir weiterhin Unrecht tut. Frei werde ich, indem ich loslasse und die Angelegenheit Gottes Sache sein lasse. Es ist Gott, der vergilt. Es ist Gott, der mich rächt; wir brauchen und dürfen das nicht selbst tun. Es Gottes Sache sein zu lassen: das macht frei.

Heute Nachmittag bin ich im Altenpflegeheim Brunnmatt zum Gottesdienst. Alle unsere Organisten und Klavierspielerinnen sind heute im Urlaub oder sonstwie verhindert. Ich werde - seit langer Zeit einmal wieder - die Gitarre mitnehmen und uns auf der Gitarre begleiten. Ich habe ein paar einfache Lieder ausgesucht, die auf jeden Fall gehen 😀


Dienstag, 11. September 2018
Ulrike schreibt: Wir hatten gestern unsern ersten Bibel-Salon nach den Sommerferien. Wir gehen jetzt an drei Abenden der Frage nach, WER bzw. WAS auf uns zukommt. Was sagt Jesus, was sagen die biblischen Berichte über das Ende der Zeit? Wir haben gestern unter anderem Markus 13 gelesen.

Mit der Menschwerdung Gottes hat das Ende der Zeit bereits begonnen. Wir sind also seit etwa 2000 Jahren mitten drin. Das Ende der Zeit ist ein Prozess. Jesus vergleicht ihn mit den Geburtswehen einer Frau (Vers 8). Die Wehen kommen schmerzhaft und stossweise, dann folgen Zeiten der Entspannung. Das Ziel des ganzen besteht darin, dass Jesus wiederkommt. Er sammelt die Seinen ein - von allen Enden der Welt (Markus 13,26-27).

Jesus will, dass wir die Merkmale, den Charakter der Endzeit verstehen. Vor allem sollen wir uns nicht täuschen lassen (Markus 13, 5). Täuschung geht von Menschen und Bewegungen aus, die von sich selbst sagen: «Ich bin es» oder in hebräischer Sprache «Ich (bin) ER». Da setzen Menschen oder Bewegungen sich selbst an die Stelle Gottes. Jesus warnt davor, sich solcher Täuschung zu überlassen.

Jesus warnt seine Jünger, dass sie angegriffen werden. Das Böse setzt seine Maske im Angesicht der Gemeinde Jesu ab. An den Menschen, die ‹aus der Wahrheit geboren sind›, zeigt das Böse seine tatsächliche Gestalt. Da kann es sich nicht mehr als ‹gut› tarnen. Das Böse läuft an gegen die Menschen, die mit Gott und miteinander versöhnt worden sind. ... Es war vieles mehr. Vielleicht sollte ich es aufnehmen?

Beim nächsten Bibel-Salon - am Montag, dem 24. September - wird Wolfgang wieder dabei sein. Heute wird er aus dem Krankenhaus entlassen. Wenn sich jemand neu dem Bibel-Salon anschliessen will: herzlich willkommen!


Sonntag, 9. September 2018
Wolfgang schreibt: Die Erschaffung jedes einzelnen Menschen ist ein unglaubliches Mysterium. Man kann nicht genug darüber ins Staunen kommen. Ulrike hat heute in Liestal eindrücklich über Psalm 139 gepredigt: "Von allen Seiten umgibst du mich …" Das könnte ein guter Anfang sein. Sie können die Predigt gleich hier anhören:



Die Aufnahme kann man auch herunterladen. Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Aufnahme auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme dieser Predigt unter dem Namen "2018-VON ALLEN SEITEN (Psalm 139)" (MP3-Datei: 15'20 Minuten; 17,56 MB)


Donnerstag, 6. September 2018
Ulrike schreibt: Wolfgang ist gestern nochmals an der Hüfte operiert worden. Danke an Alle, die an Wolfgang gedacht haben in den letzten Tagen. Es geht ihm - glaube ich - recht gut. Das Krankenhaus ist angenehm, die Hotellerie hervorragend. Ich habe öfter mal Wolfgangs Mittagessen aufgegessen, weil es dermassen lecker ist!

Am Montag war ich von der VBG zu den ‹Fraueninspirationen› nach Zürich eingeladen. Es macht Freude, gleichgesinnte Frauen zu treffen, die das Denken und Diskutieren gewöhnt sind. In unserer Region habe ich am Pfarrkapitel teilgenommen und in unserer Kirchgemeinde an verschiedenen Vorbereitungstreffen und Sitzungen. Heute Abend bin ich in einem ‹Stille Kreis› zu Gast. ... Keine grossen Gedanken oder Ereignisse ... Für die Predigt am Sonntag brauche ich noch eine Idee, wie ich den Gottesdienst so feiern kann, dass auch für die Kinder der Tauffamilie etwas ‹für sie› dabei ist.


MIT UNS URLAUB MACHEN – CASA MOSCIA/im Tessin

Wolfgang und ich werden oft gefragt, ob wir wieder einmal eine Gemeindereise anbieten können. Die Fahrten mit unserer Gemeinde nach Rom, Israel, in die Türkei usw. liegen bereits eine Weile zurück. Wir zögern im Moment noch mit Auslandsreisen, aber etwas können wir anbieten:

Wolfgang und ich haben vom 15.-22. Juni 2019 eine Woche Gästebetreuung in der Casa Moscia am Lago Maggiore zugesagt. Wir werden im Hotel jeden Tag Andachten, Gespräche und Vorträge zu ‹Glauben› und ‹Gebet› anbieten. Wer dabei sein möchte, bucht selbst ein Zimmer. Jede und jeder entscheidet selbst, wie lange er oder sie kommen möchte. Mehr Infos finden Sie hier: www.casamoscia.ch. Wir würden uns sehr freuen, wenn in dieser Juniwoche auch Freunde und Menschen aus unserer eigenen Gemeinde bzw. unserem Freundeskreis dabei sind. Wie ist es?


Sonntag, 02. September 2018
Wolfgang schreibt: Es ist erstaunlich, dass und wie Jesus seinen Jüngern die wesentlichen Dinge bereits im Voraus ansagt. Eigentlich wissen wir über sehr viel mehr Bescheid als wir denken – noch bevor es uns begegnet. Dazu hat Ulrike heute eine ziemlich dichte Predigt gehalten: "ALLES IST VORBEREITET" (Lukas 10). Wer will liest den Text in seiner Bibel entweder vorher oder nachher. Gehalten hat sie die Predigt in Büren SO. Sie können die Predigt gleich hier anhören:



Die Aufnahme kann man auch herunterladen. Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Aufnahme auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme dieser Predigt unter dem Namen "2018-ALLES IST VORBEREITET - LUKAS 10" (MP3-Datei: 25'20 Minuten; 23,20 MB)


Samstag, 1. September 2018
Wolfgang schreibt: Diese Tage haben es schon in sich. Jedes Jahr gehen um diese Zeit meine Erinnerungen zurück. Gestern waren es genau 50 Jahre, dass ich von Österreich her in der Schweiz, in Aarau eintraf. Drei Jahre Ausbildung sollten es werden. Meine Familie, meine guten Freunde, meine menschlichen und geistlichen Bezugspersonen hatte ich alle zuhause gelassen. In der Schweiz kannte ich niemand. Und nun waren es also gestern genau 50 Jahre … Eine reiche, vielfältige Zeit, überraschend viele Wegbiegungen, Abbrüche, immer wieder Wendungen und Neubeginn. Über allem, das kann ich wohl sagen, erkenne ich bei allem Versagen Gottes Bewahrung und seine ganz überraschenden Führungen. Mir will scheinen, er sei mit mir noch nicht am Ende. Mal hinsehen was da noch wird.


Donnerstag, 30. August 2018
Ulrike schreibt: Wolfgang ist im Spital hier in der Nähe, ich bin Zuhause in Liestal. Ich habe die Post durchgesehen und einen Brief der Rettungsflugwacht geöffnet. Ich dachte: Das wird die Rechnung sein; mal gucken, was die Rettung kostet. Im Umschlag ist eine bunte Fotokarte: «Wir durften Sie medizinisch begleiten und betreuen (...) und hoffen sehr, dass es Ihnen bereits besser geht». 😀 Irgendwie nett.

Heute Morgen sind also die Schweige-Exerzitien in Rasa mit einem Gottesdienst zu Ende gegangen. Es war (wie meistens) ein ausgesprochen schöner Gottesdienst. Neben der Feier des Abendmahls besteht der Abschlussgottesdienst darin, dass jeder Teilnehmer/ jede Teilnehmerin eingeladen ist, etwas mitzubringen. So wie Paulus das an die Gemeinde in Korinth schreibt: «Wie ist es nun, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung!» (1. Korinther 14,6)

Ich feiere diesen Sonntag - 2. September - mit der Kirchgemeinde in Büren Gottesdienst. Er findet im Kirchgemeindezentrum Rägeboogen statt und beginnt um 10.30 Uhr. Wenn jemand kommen mag: Herzliche Einladung!


Dienstag, 28. August 2018
Ulrike schreibt: Seit einigen Tagen findet der zweite Schweige-Kurs in Rasa statt. Es ist ein bisschen anders als sonst. Wolfgang hat am Sonntag Nachmittag - also vorgestern - plötzlich Fieber und Schüttelfrost bekommen. Mittlerweile kennen wir die Anzeichen und wissen, dass Wolfgang schnell ins Krankenhaus muss.

Ich habe die Rettungsflugwacht angerufen und sie kam mit einem Gebirgs-Rettungshelikopter. Mein Gott, sind die schnell! Es hat vom Anruf an keine zwanzig Minuten gebraucht, bis der Helikopter gelandet ist. Vier Stunden später wurde Wolfgang bereits im Krankenhaus in Locarno operiert. ... Ich bin mal wieder schwer beeindruckt davon, wie schnell und wie präzise die Schweizer arbeiten.

Der Schweige-Kurs geht weiter. Die Teilnehmenden sind geübt darin, die Tagzeitengebete selbst zu leiten. Sie sind geübt zu schweigen, und ich finde es beeindruckend, dass es so selbstverständlich und gut weiter geht. Auch wenn Wolfgang leiblich nicht da ist. Wolfgang hat die Vorträge zu Psalm 51 aufgenommen. Und so klappe ich morgens und nachmittags den Laptop auf und die Gruppe hört - wie gewohnt - die Impulse.

Wer einen weiteren Impuls hören möchte, kann das hier tun. Textgrundlage ist Psalm 51, Vers 7: «Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.»

.


Freitag, 24. August 2018
Ulrike schreibt: Die vergangene Woche war für mich sehr voll, aber gut. Ein bisschen viele Sitzungen waren es vielleicht. Ich habe heute früh meine Sachen zusammengepackt und bin zu Wolfgang ins Tessin gefahren. Morgen beginnt hier die zweite Kurswoche. Wolfgangs Nachmittagsimpuls zu Psalm 51 habe ich heute gehört. Hier ist er. Im Mittelpunkt steht dieser Vers:

«Lass mich hören Freude und Wonne,
dass die Knochen fröhlich werden,
die du zerschlagen hast." (Vers 9)

In dieser Bitte taucht dreimal die ‹Freude› auf. Es sind drei verschiedene Worte für ‹Freude›. Wolfgang weiss (noch😇) nicht, was bei welchem Wort mitschwingt; welchem Zusammenhang die einzelnen Freuden entspringen. Im Hebräischen gibt es zum Beispiel die Freude, die in den Tanz führt. Oder es gibt die Freude, die der Thora gilt (Simchat Thora = Freude an der Thora).

(1) Woran sieht man, dass ich mich freue?
Wolfgang fragt, in welcher Weise die Freude in unserem Leben Ausdruck findet. Woran sieht man, dass ich mich freue? Wolfgang meint, dass man Freude immer körperlich wahrnimmt. Freude ist nie körperlos. Es wäre merkwürdig, wenn die Freude nur im Denken vorkommt. Die Freude sucht sich an bzw. durch meinen Körper einen Ausdruck. Was also ist der Ausdruck, den die Freude an mir findet?


(2) Nicht wissen, sondern hören
David kann sich nicht von sich aus freuen. Er steckt ja in seiner Schuld fest. Darum bittet er: «Lass mich hören Freude und Wonne.» Gott selbst soll ihn etwas hören lassen.
David kann sich das entscheidende Wort nicht selbst. sagen. Jeder von uns ist darauf angewiesen, zu hören. Es gibt Dinge, die wir verstandesmässig ‹wissen›. Aber das reicht nicht aus. Dass ich etwas weiss, macht es nicht kraftvoll. Erst das ‹Hören› gibt wichtigen Worten ihre Kraft.

Wolfgang erzählt, dass er ein Gemeindeglied in der Gemeinde, in der er Pfarrer war, einmal gefragt hat: «Warum hast du mir kein gutes Wort zu meinen Predigten gesagt?» Der hat darauf geantwortet: «Du weisst ohnehin, dass deine Predigten gut sind.» Wolfgang sagt: Natürlich weiss ich das. Ich gehe ja nicht blind durchs Leben. Aber es reicht nicht aus, etwas zu ‹wissen›. Ich muss es ‹hören›.

Kindern muss man unbedingt sagen: «Du hast das gut gemacht.» Aber auch uns Erwachsenen muss gesagt werden wie es um uns steht. Ein Mann kann seiner Frau sagen: «Lass mich hören, dass du mich liebst.» Natürlich ‹weiss› er, dass seine Frau ihn liebt. Das ist keine Neuigkeit. Aber er muss es immer wieder einmal von ihr hören.

Damit sind wir bei der zweiten Frage, der wir uns stellen sollen: Was muss ich hören, um mich zu freuen? Was ist es, das die Freude in meinem Leben wecken würde? ‹Höre› ich genug, so dass ich mich freuen kann?


(3) Die Freude am lösenden Wort
Die Kirchenväter verstehen den Vers 9 in Psalm 51 so, dass hier das lösende Wort der Vergebung nach der Beichte gesprochen wird: «Lass mich hören Freude und Wonne» meine, dass David von seiner Schuld freigesprochen wird. David hat im Psalm 51 gebeichtet, also seine Schuld bekannt. Nun bittet er darum, das erlösende Wort zu hören: «Absolvo te. Ich binde dich los.» Das lösende Wort ist für die Kirchenväter das Wort der grössten Freude überhaupt.


(4) Das Freude-Hören hat körperliche Folgen
David ist wach dafür, dass durch seine Schuld etwas mit seinem Körper passiert ist. Und dass nun wiederum sein Körper gemeint ist.

«Lass mich hören Freude und Wonne,
dass die Knochen fröhlich werden,
die du zerschlagen hast." (Vers 9)

David will ‹Freude hören›, damit etwas Psychosomatisches passiert. Die Schuld, das Belastetsein, hat sich in seinen Knochen eingenistet. Davids Knochen sind «Knochen, die du zerschlagen hast». Die Knochen sollen wieder fröhlich werden.

David sagt, dass Gott selbst ihm die Knochen zerschlagen hat. Er hat das durch den Dienst des Nathan getan. Nathan war es, der David mit seiner Schuld an Uria und Bathseba überführt hat. Alles, was David Gott bringen kann, ist sein zerschlagener Geist, sein zerschlagenes Herz. David weiss, dass Gott ihn nicht verachtet, wenn er in diesem Zustand zu ihm kommt:

«Denn Schlachtopfer willst du nicht (...)
und Brandopfer gefallen dir nicht.
Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist,
ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.» (Vers 19)

Gott macht das, was er zerschlagen hat, wieder ‹fröhlich›. David hat beides von Gott her entgegen genommen. Ich finde es interessant, dass David nicht in den Folgen seiner Schuld stecken bleibt. Er erbittet Freude und Wonne für sich!


Hier also die meditativen Impulse zu Vers 10. Wer möchte kann den Beitrag gleich hier anhören:




Mittwoch, 22. August 2018
Wolfgang schreibt: Es ist richtig spannend, gemeinsam auf das MISERERE, auf diesen berühmten Psalm 51 zu hören. Obwohl ich mich ja jetzt seit Wochen bzw. bereits seit Monaten mit ihm beschäftige, wird er mir in diesen Tagen und zusammen mit den Menschen, die mit mir hier in Rasa sind, erstaunlich lebendig. Es wird nicht möglich sein, alles aufzunehmen. Aber vielleicht dann und wann ein Beispiel. Hier also zu Vers 4 und 5. Wer möchte kann den Impuls gleich hier anhören:




Dienstag, 21. August 2018
Ulrike schreibt: In Rasa/ Tessin hat gestern Abend der erste Schweige-Kurs begonnen. Wolfgang hat mir im Nachhinein den ersten Impuls zu Psalm 51, Vers 3, aufgenommen. Wer möchte kann den Impuls hier hören:



Der Psalm setzt in Vers 3 mit der Bitte ein: «Sei mir gnädig, Gott.»

David spricht aus einer Schuldsituation heraus. Im Psalm selber aber wird nichts erklärt. Der Beter erklärt nichts, weder die Umstände, noch die Gründe für seine Tat. Er macht keinen Versuch, sich selbst zu erklären oder zu entschuldigen. Ohne jeden Kommentar bittet er: «Sei mir gnädig.»

Im Hebräischen ist die Bitte «Sei mir gnädig» nur ein einziges Wort: «Haneni». Wozu neige ich, wenn ich mit Gott oder Menschen über eine Situation rede, die notvoll oder schuldvoll geworden ist? Bin ich geneigt, viel zu erklären, zu beschreiben, abzumildern? Damit der Andere es richtig versteht? .... Wie ist es in meinem Verhältnis Gott gegenüber? Reicht es, Ihm zu sagen: Haneni, sei mir gnädig?

Der Psalmbeter beruft sich auf Gott und seine Barmherzigkeit. Barmherzigkeit heisst im Hebräischen «Rachamim» und ist das Wort für Gebärmutter. Im Hebräischen steht es im Plural. Barmherzigkeit ist für den hebräischen Menschen mehr als eine Eigenschaft, es sind Handlungen. Denn für den hebräisch denkenden Menschen ist nicht die Eigenschaft das Entscheidende. Entscheidend ist, was aus dieser Eigenschaft an Tun kommt. Wie sehen Taten der Barmherzigkeit aus? Von welchen Taten Gottes an mir kann ich erzählen? Von dem, was es zu erzählen gibt, leben wir. Wir leben nicht von einer Eigenschaft Gottes oder der Eigenschaft eines Menschen.

Wolfgang meint, dass man üben kann, das eigene Leben als eine Abfolge von Barmherzigkeiten zu erzählen: als eine Abfolge von Handlungen, in denen Gott mir seine Weise, mit mir barmherzig zu sein, gezeigt hat. Er gibt praktische Tipps, wie solches Üben aussehen kann.


Sonntag, 19. August 2018
Ulrike schreibt: Für heute eine herzliche Einladung zur Abendfeier in die Stadtkirche Liestal. Beginn ist wie immer um 18 Uhr. Ich werde nachher dabei sein, kehre schon vor Wolfgang aus dem Tessin zurück. Wolfgang hat heute früh noch Gottesdienst mit den Kunstschaffenden gefeiert (Langes Wochenende der Künste) und bleibt für die Schweige-Exerzitien (Beginn Morgen) gleich oben in Rasa. Ich habe diese Woche verschiedene Aufgaben und Dienste in der Kirchgemeinde und bin nicht in Rasa dabei.


Donnerstag, 16. August 2018
Ulrike schreibt: Heute morgen hatte ich eine Sitzung in der Kirchgemeinde. Danach sind Wolfgang und ich zum Langen Wochenende der Künste nach Rasa aufgebrochen. Ich habe immer ein bisschen Angst, dass am Gotthardtunnel Stau sein könnte. War aber nicht. Die Autofahrt war ausgesprochen angenehm. Und nun sind wir mit der Seilbahn oben in Rasa angekommen und haben die Casetta bezogen. Wolfgang bleibt ja dann gleich für die Schweige-Exerzitien zu Psalm 51, die am nächsten Montag beginnen, hier oben. ... Ich bin als erstes zur Spitze des Plateaus gelaufen, dahin wo das Holzkreuz steht. Ich habe mich unter das Kreuz gesetzt und in die Berge geschaut. Und ein paar Pflaumen gegessen :-). Ich habe an die Eisenhüttenstädter gedacht (Gruss Ihr Lieben und Gruss auch nach W.😎). Vor vielen Jahren waren wir gemeinsam hier. Etwas davon bleibt, finde ich.❤️


Sonntag, 12. August 2018
Ulrike schreibt: Wolfgang und ich sind gestern Abend/ heute Nacht von Berlin aus nach Hause gefahren. Es ging alles sehr gut. In den Ferien mag ich lange Autofahrten, weil wir dann Musik hören, reden und den Aufenthalt an Raststätten geniessen. Apropos Musik hören: mir war nicht klar, dass Elvis Presley eine so schöne Stimme hatte. Ich bin ganz hin und weg von Can't Help Falling In Love.

Heute ist Sonntag und wir kommen erst einmal in Liestal an. Freunde von uns haben in unserer Abwesenheit die Pflanzen im Garten und im Haus gegossen (Danke!). Ich habe die ganzen Blumentöpfe gerade wieder im Haus verteilt, den Brunnen im Garten wieder angestellt (der plätschert so schön) und die Post durchgesehen. Für so was und hundert andere Sachen wünsche ich mir eine eigene Sekretärin - gern auch einen Sekretär 😎.

Ab Morgen bin ich wieder als Pfarrerin unterwegs. Als erstes werde ich einige Besuche bei unseren Gemeindemitgliedern machen und danach ein paar ‹Erledigungen›. Wie es eben so ist ... Ausserdem hat irgendjemand unser Auto in Berlin beschädigt, was heisst, dass ich bei der Versicherung vorbeifahre (billigerer Tarif, wenn man den Schaden vorzeigt 😀) und meine Zahnärztin möchte mich auch sehen. .... Einen schönen und gesegneten Sonntag wünschen Wolfgang und ich unseren Freunden und all denen, die uns verbunden sind!


Dienstag, 7. August 2018
Ulrike schreibt: Hier in Moabit gibt es ein Eiscafé, das heisst ‹Einer dieser Tage›. So fühle ich mich gerade: die Tage gehen wie unbemerkt dahin. In das Eiscafé pilgre ich am späten Nachmittag oft hin, esse ein Eis (sehr gutes Eis!) und freue mich am Leben in der Strasse. Es ist eine sogenannte ‹einfache Wohnlage›. Hier wohnen ganz normale Leute unterschiedlicher Herkunft mit vielen Kindern. In der Strasse, in der auch ein SOS Kinderdorf liegt, ist immer etwas los: Eltern (auch Männer) spielen mit ihren kleinen Kindern Fussball oder auf dem Spielplatz, sitzen und reden miteinander. Ein Bauwagen verleiht Bobbycars, Skateboards usw. und Pädagogen leiten ‹Spiele für Alle" an. Dass man aus einer Strasse einen guten gemeinsamen Ort machen kann - das sieht man hier.

Heute früh war ich - Danke für den Tipp an Iris!! - bei den Kleinen Schwestern Jesu am Tempelhofer Feld. Das Tempelhofer Feld ist eine grosse Brache, die früher Flughafen war. Am Rand des Feldes ist das Gelände des Kinderzirkus Cabuwazi mit drei grossen Zelten und mehreren Zirkuswagen. Der Kinderzirkus lädt auch die Kinder der direkt daneben liegenden Flüchtlingsunterkunft ein. Das ist ein riesiges Containerdorf für tausend Menschen, in dem etwa 250 Kinder und Jugendliche leben. Das beeindruckt mich sehr, dass der Zirkus einen Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens geschaffen hat. Auf dem Gelände wohnen in einem Bauwagen auch die Kleinen Schwestern Jesu. Das sind Frauen, die wie die Kleinen Brüder Jesu (Charles de Foucauld) ihr Leben mit den Armen teilen. Für mich war es ein ausgesprochen guter Ort und ich fand das Zusammensein mit Schwester Patricia und anderen zwei Gästen schön. Für mich ist es wichtig, dass ich sehen kann: Aha, so kann man also auch leben. Ich muss sehen können, was es gibt und was geht.


Freitag, 3. August 2018
Wolfgang schreibt: Nun bin ich tatsächlich vom Berliner Krankenhaus wieder nach Hause entlassen worden - mit allen nötigen Medikamenten. Das war - medizinisch gesehen - eine sehr gute und – von den Mitbewohnern des Krankenzimmers – eine besondere 'multikulturelle' Erfahrung: zusammen mit einem mittelalten Türken, einem jüngeren Rumänen (der nicht deutsch sprach), einem jungen Deutsch-Russen und später noch mit einem jugendlichen Engländer (auch er sprach nur seine eigene Sprache) … Wo begegnet man einander für einige Tage und Nächte schon so unmittelbar? Vielleicht noch im Gefängnis?

Sehnsucht nach Rasa? Am 20. August beginnen in Rasa im Tessin die Schweige-Exerzitien zu Psalm 51. Eigentlich bin ich bereits seit Monaten daran, diesen gewaltigen Psalm zu betrachten, innerlich zu schauen, zu hören und vor allem ihn immer wieder zu beten … Er gehört neben Psalm 32 und einigen anderen zu den grossen Buss- bzw. Beichtgebeten der Bibel. Wie oft dieser Psalm wohl schon ausgelegt, gebetet und vertont worden ist?

Ein kleines Beispiel. Der Beter bittet um Gnade "um deiner grossen Barmherzigkeit willen" (51,3). Der hebräische Ausdruck für Barmherzigkeit ist "Gebärmutter" und steht grammatisch gesehen im Plural. Man kann also, wie es der hebräischen Wirklichkeitsauffassung entspricht, nicht nur von Barmherzigkeit als einer Eigenschaft sprechen, sondern ebenso von den "Barmherzigkeiten", also von den einzelnen Taten, in denen Gottes Barmherzigkeit zum Ausdruck kommt. Daraus lässt sich eine kleine und sinnvolle Übung ableiten. Machen Sie sich deutlich, was Ihnen in einem bestimmten Lebensabschnitt entgegen gekommen ist — z.B. in den Jahren 2001 bis 2008: Begegnungen mit Menschen, Umbrüche im Beruf, Krankheitserfahrungen, schöne Überraschungen usw. Es müssen gar nicht so grosse Dinge sein. Auch nicht nur die sogenannt "schönen" Dinge. Vielleicht waren es viele kleine Erfahrungen, auch manche Schmerzen und Enttäuschungen … Wenn man sich diese Ereignisse vor Augen stellt kann man sie als Geschenke der Barmherzigkeit Gottes verstehen lernen: "Es war deine Barmherzigkeit, durch die ich damals jenem Menschen begegnet bin … es war deine Barmherzigeit, dass damals jene Tür, auf die ich so gehofft hatte, zuschlug. Ich hätte mich wohl verrannt, obwohl ich es damals nicht verstehen konnte … Es war deine Barmherzigeit, dass …" Unser Leben ist voll von Erweisen von Gottes Barmherzigkeit. Wir müssen nur lernen, sie als solche zu erkennen und auch zu benennen. "Barmherzigkeiten", das sind grosse, starke und manchmal wohl auch harte Erfahrungen. Durch sie sind wir zu den Menschen geworden die wir sind. Dahinter steht Gott mit seiner liebenden Hand.

Von all dem spricht Psalm 51. In der späten Renaissance-Zeit (ca. 1630) gab es einen ausgesprochenen Hit, den man bis heute mit Spannung anhören kann: Das "Miserere Mei" von Gregorio Allegri. Diese Komposition war bestimmt für den Aschermittwoch, den Mittwoch der Karwoche und das Requiem, also die Totenmesse. Die Vertonung durch Allegri scheint eine Zeitlang für die Aufführung in der Sixtinischen Kapelle in Rom [Allegri war Kapellmeister in der Sixtinischen Kapelle] reserviert gewesen zu sein. Na, heute gilt diese Beschränkung nicht mehr. Darum kann man sich dieses Werk hier anhören und ansehen. Eigentlich handelt es sich um drei verschiedene Gesangsgruppen. Neben den Männerstimmen, die den gregorianischen Choral intonieren, setzt der Chor ein, der von einem kleinen 'Ober-' bzw. 'Fernchor' effektvoll ergänzt wird.


Auf YouTube gibt es verschiedene Aufnahmen dieses Werks. Auf einer kann man neben der Musik auch Text und Noten mitlesen. Zugänglich ist auch die legendäre Aufnahme der Tallis Scholars unter Peter Philipps aus den frühen 80er-Jahren. In dieser Aufnahme hatte ich diese Musik das erste Mal gehört. Ich finde sie immer noch unübertroffen. Aber das hängt natürlich zusammen mit der Auffassung, wie polyphone Musik der Renaissance-Zeit geklungen hat bzw. heute zu interpretieren ist. Mir geht diese Musik sehr nahe, vor allem wenn man sich dabei den Wortlaut des Gebets vor Augen hält, die Musik also nicht primär als Kunstwerk sondern als Gebet hört.

Wer die Spuren von Psalm 51 in der Musik verfolgt, wird dabei viele Entdeckungen machen. Als Felix Mendelssohn sein Oratorium "Paulus" schrieb, vertonte er natürlich auch dessen Umkehr vor Damaskus. Lukas erwähnt in der Apostelgeschichte zwar: "Siehe, er betet". Ein konkretes Gebet wird aber nicht überliefert. Felix Mendelssohn bzw. dessen Freund Julius Schubring, der massgeblich den Text des Oratoriums entwarf, hatten damit kein Problem. Wenn ein Jude wie Paulus umkehrt und betet, dann ist es selbstverständlich, dass er zum Gebetsschatz der Psalmen greift. So singt Paulus im Oratorium "Gott sei mir gnädig nach deiner Güte … nach deiner grossen Barmherzigkeit ..." Er betet also Psalm 51. Auf YouTube kann man sich diese ergreifende Arie in verschiedenen Aufnahmen anhören, z.B. hier:


Wie wäre es, wenn Sie kurz entschlossen nach Rasa und zu Psalm 51 kommen? Ich würde mich jedenfalls freuen. Es gibt auch noch freie Zimmer. Den Flyer mit den entsprechenden Informationen finden Sie gleich hier: RASA-FLYER-2018/2019


Mittwoch, 1. August 2018
Ulrike schreibt: Morgen wird Wolfgang aus dem Krankenhaus entlassen. Ich bin dann aber nicht Zuhause, weil ich noch einmal Freunde in der Nähe von Eisenhüttenstadt besuchen werde. Letzte Woche war die Fahrt dahin ein wahrer Horror: nur Stau und Baustellen.

In Eisenhüttenstadt werde ich eine im wörltichen Sinne gute ‹alte› Freundin besuchen. Ich freue mich sehr auf sie. Sie hat früher viele Besuche bei älteren Menschen gemacht und ihnen gebracht, was sie brauchen. Manchen hat sie zum Beispiel die Zehnägel geschnitten, weil sie es selbst nicht konnten, und dann hat sie mit ihnen das Vaterunser gebetet 😀.


Immer noch Sonntag, 29. Juli 2018
Ulrike schreibt: Man, ist das heiss!!! ... Gestern war ich im Freibad Lübars. In Lübars haben mein Bruder und ich Schwimmen gelernt. Hier waren wir früher als Familie unzählige Male ... 🏓🌞 Ausserdem habe ich ein paar Fotos vom Fussweg zum Virchow-Krankenhaus (Teil der Charité) gemacht. Das Krankenhaus ist nicht weit von unserer Wohnung in Moabit entfernt, ca. 1,5 km. Im Video sehen Sie die Putlitzbrücke und den Westhafen. Viel Freude beim Schauen und sommerliche Grüsse!





Sonntag, 29. Juli 2018
Ulrike schreibt: Einen schönen guten Morgen wünschen wir euch. Wolfgang wacht morgens allerdings gerade woanders auf als ich. Er musste am Donnerstag wegen einer beginnenden Blutvergiftung ins Krankenhaus. Um es gleich zu sagen: Es geht Wolfgang gut und spätestens Mitte der Woche ist er wieder Zuhause!

Das ehemalige Virchow-Krankenhaus/ Standort der Charité ist eine ganz eigene Welt. Vor allem geht es wirklich international zu. Wolfgang liegt mit einem jungen Rumänen und einem jungen Erdogan😀 im selben Zimmer. In den Grünanlagen des Krankenhauses sitzen die Menschen familienweise, oft mit Kindern und in allen Sprachen, zusammen und picknicken. So etwas wie ‹Besuchszeiten› habe ich nirgends entdeckt, wahrscheinlich würde das bei den unterschiedlichen Kulturen sowieso nicht klappen. «Bett- und Nachtruhe» gilt ab 22 Uhr, steht in der Hausordnung😀.

Ich war letzte Woche einmal in Eisenhüttenstadt, um für meinen Studienurlaub (‹Kommunikation christlicher Minderheiten›) schon einmal zu üben. Nächste Woche bin ich mit dem selben Anliegen in einem Dorf bei Eisenhüttenstadt. Auch, wenn ich schon lange ‹weg› bin, gehören wir als Gemeinde von Jesus Christus zusammen. Und einige Freundschaften sind mir auch geblieben, wofür ich von Herzen dankbar bin.


Mittwoch, 25. Juli 2018
Ulrike schreibt: Ich war in der Ausstellung ‹Welt ohne Aussen. Immersive Räume seit den 60er Jahren›. Sie wird im Martin-Gropius-Bau (Nähe Potsdamer Platz) gezeigt und ist grossartig. Es geht darum, was Räume mit einem Menschen machen. Da tritt man zum Beispiel mithilfe eines Virtual-Reality-Headset in einen virtuellen Raum - eine Gefängniszelle in den USA. Man kann in der Zelle herumgehen, sich Dinge von verschiedenen Seiten aus ansehen. Man tritt gleichzeitig in einen Film hinein. Plötzlich sitzt ein Strafgefangener vor einem auf der Pritsche und erzählt einem seine Geschichte. Es ist die Geschichte eines Menschen, der aufgrund relativ kleiner Betrügereien für 18 Monate verurteilt wurde. Er kommt in seiner Zelle nicht klar, widersetzt sich und beginnt, sich selbst zu verletzen. Daraufhin verschwindet er für acht Jahre in Isolationshaft, die das Hauptthema des Films, bzw. dieses Menschen ist. Das äussere Gefängnis wird ihm zum inneren Gefängnis. Er wird es nie mehr verlassen können. (Nonny de la Peña, After Solitary, 2016)

Dann gibt es sehr schlichte Installationen, zum Beispiel einen weissen Raum. Der ist so weiss, dass ich den Zugang erst gar nicht gesehen habe. Wenn man drinnen ist (mit Pantoffeln, um keine Spuren zu hinterlassen), steht man in einem hellen Licht und im Raum ist nichts als ein ebenfalls weisser Screen. Es ist das Gefühl von Helligkeit, Reinheit, aber auch Verlorenheit. .... Eine Frau, die ich später gefragt habe, meinte, sie hätte den Raum toll gefunden: sie kam sich vor, wie ein Geist, der sich zuehmend auflöst. (Doug Wheeler, Untitled, 1969/2014)

In einem anderen, ebenfalls grossen Raum steht oder sitzt man im Dunklen. Und wird mit einer 3-D-Brille in eine ‹Nacht› mit hinein genommen. Die Nacht ist menschenleer, aber organisch belebt. Es sind Pflanzen, die sich in den Brachen einer Stadt im Wind wiegen, entfalten, die ihren Raum beanspruchen. Es sind keine ‹harmlosen› Aufnahmen des Organischen, sondern sie sind mächtig, zum Teil angsterregend. (Cyprien Gaillard, NIGHTLIFE, 2015) ... In zwei Performances war ich drin, in einer (‹It is so contemporally›) unfreiwillig - was sehr lustig war! - in einer, die geplant war (‹Two-women-mashine-show&Jonathan Bonnici›). ... Die Ausstellung geht nur noch bis zum 5. August 2018; hier ist der Link: ‹Welt ohne Aussen›


Montag, 23. Juli 2018
Ulrike schreibt: Wolfgang und ich haben Ferien und wollen die in Berlin verbringen. Am Wochenende haben wir eine junge Pfarrerin in der Nähe von Zwickau besucht und waren auch bei ihr im Gottesdienst. Die Gemeinden sind klein, aber die Pfarrerin arbeitet trotzdem sorgfältig und ist mit den Menschen vor Ort bekannt und im Ort Zuhause. Es ist einfach schön, so etwas mitzubekommen.

Ob jemand mit wenigen Menschen oder mit vielen Menschen unterwegs ist, sagt nichts darüber aus, ob er oder sie eine gute Theologin oder ein guter Pfarrer ist. Viel Öffentlichkeit ist auch in der Kirche kein Synonym für viel Qualität und kleine Gemeinden sind kein Indiz für fehlende Qualität.

Wir haben gestern Zwickau besucht, wo Wolfgangs Mutter (eine geborene Pechstein) aufgewachsen ist. Das Wohnhaus gibt es noch. Wir waren im nahen Park spazieren und auf dem See Boot fahren. Im Museum haben wir Bilder von Max Pechstein angesehen und dann am Rathaus ausgesprochen leckeren selbstgebackenen Kuchen gegessen. ... Am späten Abend sind wir in Berlin angekommen.


Dienstag, 17. Juli 2018
Ulrike schreibt: Wolfgang und ich sind im August beim Langen Wochenende der Künste (16. - 19. August 2018) im Tessin. Hier finden Sie den Flyer: LWdK. Es gibt noch einige freie Plätze. Als Thema ist vorgegeben: Der empathische Blick. Wolfgang und ich haben gestern angedacht, was wir als Impulse mitbringen wollen. Im ersten Vortrag wollen wir zur Klärung anregen:

Empathie – Sympathie – Liebe
Unsere These: Empathie ist sowohl Fähigkeit als auch Handeln, Sympathie enthält eine Stellungnahme, und Liebe geht von einer Verpflichtung aus. Anhand von Beispielen klären wir die Begriffe und kommen uns selbst auf die Spur: Was ist ein empathischer Mensch, was ist ein empathischer Blick? Und warum Empathie Ich-Stärke zur Voraussetzung hat.

Das bieten wir an, in einem Workshop zu vertiefen: Empathie, Sympathie und Liebe setzen Ich-Identität voraus. Das Gegenteil ist die symbiotische Verschmelzung. Wie taucht diese Unterscheidung zwischen mir und dem Anderen in unserem Umgang miteinander und im künstlerischen Schaffen auf?

Wenn das Kunstwerk etwas von mir weiss
– über den Unterschied von Erinnerung und Vergegenwärtigung

Wie kommt es, dass ich mich von einem Kunstwerk gesehen, gemeint, zutiefst verstanden fühle? Dass ein Kunstwerk mich nicht nur an etwas erinnert, sondern für mich zum Ereignis wird? Wir thematisieren den Unterschied von Erinnerung und Vergegenwärtigung in der religiösen Bildwelt. Haben Bilder einen Verweischarakter oder wird das Ereignis im Bild zur Gegenwart?

Es macht mir Freude, an unseren eigenen Vorgaben weiterzudenken. Ich glaube, dass Empathie ein persönliches und ein gesellschaftliches Thema ist. Gesellschaftlich: Warum haben sich so viele Menschen in die Situation der eingeschlossenen Jungen in Thailand eingefühlt und warum tun das so wenige in Bezug auf die Kinder, die in Booten das Mittelmeer überqueren und dann in Lagern siechen? Persönlich: In wen und was kann ich mich einfühlen? In wen und was will ich mich einfühlen? Verfolgt mich das, was ich wahrnehme? Fühle ich mich zuständig/ schuldig/ hilflos? Was sind gesunde Grenzen meines Ichs?


Montag, 16. Juli 2018
Wolfgang schreibt: Die neue Homepage der Fritz Blanke Gesellschaft ist seit gut einem Monat online. Leider ist sie über die Suchfunktionen des Internet noch nicht auffindbar. Das soll sich bald ändern. Sie finden die Seite unter https://ourserver.ch. Neben Texten, einer Einladung für den Oktober-Studientag und verschiedenen Audio-Dateien finden Sie dort bereits zwei Kurz-Videos zur Frage nach «Mann und Frau» in den Schöpfungserzählungen der Bibel. Diese Reihe wird fortgesetzt. An jedem Monats-Anfang wird ein neues Kurz-Video hochgeschaltet. Die nächste Folge finden Sie anfangs August. Wir hoffen, dass diese Reihe auf Ihr Interesse stösst. Vielleicht machen Sie ja Ihre Freunde auf diese Seite aufmerksam. Es würde uns freuen. — Weitere Text-Dateien und Audio-Dateien finden Sie hier auf unserer Seite unter DOWNLOADS-Texte bzw. DOWNLOADS-Audio. In nächster Zeit wird es auch eine Reihe von Video-Beiträgen geben. Sie hören von uns.


Sonntag, 15. Juli 2018
Ulrike schreibt: Wir wünschen euch einen gesegneten Sonntag! Wolfgang und ich hatten in der letzten Woche mehrmals Besuch. Gestern Abend haben wir mit Freunden auf der Terrasse gesessen: wir haben gut gegessen - Wolfgang kocht immer noch kretische Gerichte nach 😀 - und miteinander in der Bibel gelesen. Der Brunnen plätschert (dank neuer Pumpe) und die Abendkühle ist angenehm.

Ich habe in den letzten Tagen Menschen in unserer Gemeinde besucht. Da kann ich nicht viel von erzählen. Ich empfinde es als ein grosses Privileg, dass ich als Pfarrerin so viel Vertrauen geniesse. Und ich habe mich mit ehrenamtichen Mitarbeiterinnen/ Mitarbeitern zur Vorbereitung getroffen. ... Ein Bibelgesprächskreis möchte zum Beispiel in der zweiten Jahreshälfte ‹Vergeben lernen› als Thema nehmen und mit den Heften von Kerstin Hack einsteigen. Schöne Idee.

Weil ich ab Mitte September im Studienurlaub bin, bin ich jetzt schon mit Absprachen fürs Jahresende, zum Beispiel für den Heilig Abend Gottesdienst befasst. Man glaubt es ja nicht, aber es ist so. Für den Studienurlaub wird es eine eigene Website geben: ich werde einen Blog für Freunde schreiben, die ‹mitgehen› möchten: zu Menschen in kleinen christlichen Gemeinden in nicht-christlichen Gesellschaften. Meine Frage ist, ob ich weiterhin auf ‹deutsch› schreibe oder ins Englische wechsle. Deutsch ist keine Sprache, in der man länderübergreifend theologischen Austausch und Freundschaften pflegen kann.


Montag, 9. Juli 2018
Ulrike schreibt: Gestern Abend waren Wolfgang und ich auf der Abendsmatt in Lampenberg. Das ist nicht weit von Liestal entfernt und ziemlich einsam. Der Gasthof - obwohl etwas heruntergekommen - fasziniert mich. Er hatte einmal eine grosse Bedeutung für die evangelische Theologie. Karl Barth und viele andere Theologen waren hier regelmässig zu Gast. Ein kleines Stück weiter haben wir uns auf eine Bank gesetzt und den Sonnenuntergang angeschaut. Wolfgang erinnert das Gedicht ‹Abendrot› von Joseph von Eichendorff:





Sonntag, 8. Juli 2018
Wolfgang schreibt: Die angekündigte heutige Predigt über Johannes 21,1-14 in der Stadtkirche Liestal können Sie gleich hier anhören: »Vergebung am Kohlenfeuer«. Es ist schon eindrücklich, was man dabei über den sorgsamen und weisen Umgang Jesu mit seinen Jüngern erfahren kann. Die Verleugnung des Petrus wird nicht verdrängt, wird nicht verschwiegen. Aber Jesus beschämt ihn auch nicht. Das seltsame 'Kohlenfeuer' (wer entzündet am Ufer eines Sees schon ein Kohlenfeuer?) vergegenwärtigt das Kohlenfeuer im Hof des Hohenpriesters. Es ist die Erinnerung an das schwere Versagen der Verleugnung ... Das aber verstehen neben Jesus nur der Lieblingsjünger und Petrus. Die beiden aber verstehen sofort, was damit gemeint ist …
Sie können die Predigt gleich hier anhören:



Die Aufnahme kann man auch herunterladen. Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Aufnahme auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme dieses Abends unter dem Namen "2018-07-08-Kohlenfeuer" (MP3-Datei: 29'20 Minuten; 10,07 MB)


Samstag, 7. Juli 2018
Ulrike schreibt: In der Predigt morgen hören wir auf eine Geschichte aus Johannes 21, 1-14. Die Situation: Petrus hatte über Jesus - über den, der er liebt! - gesagt: «Ich kenne ihn nicht.» Das war der letzte persönliche Kontakt zwischen ihm und Jesus. ... Und nun hören wir wie der auferstandene Jesus mit Petrus umgeht. Dieser war an den See Genezareth zurückgekehrt und die ‹ersten› Jünger von damals sind mitgegangen. ... Es sind drei Punkte für die Predigt:

I Jesus inszeniert die erste Begegnung mit Petrus ein zweites Mal. Er lässt Petrus noch einmal erleben, wie er ihn damals, vor etwa zwei Jahren, am See Genezareth gefunden hat (siehe Lukas 5,1-11).

II Eins aber ist anders: das Kohlenfeuer! «Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot.» (Johannes 21,9) Das Kohlenfeuer kommt in der Bibel nur an einer einzigen anderen Stelle vor: als Petrus an einem Kohlenfeuer im Hof des Hohenpriesters steht und Jesus verleugnet. Jesus ist der behutsamste Seelsorger, den man sich vorstellen kann. Für Jesus ist alles wieder gut.

III Jesus erneuert den Auftrag. Er stellt Petrus die Frage nach seiner Liebe: «Liebst du mich?» - «Ja, Herr, du weisst, dass ich dich lieb habe.» Petrus wird den Auftrag in anderer Weise erfüllen, als er es bisher getan hat. Nicht mehr als einer, der führt, sondern als einer, der sich führen lässt (Johannes 21,18).


Freitag, 6. Juli 2018
Ulrike schreibt: Ich mache zur Zeit Besuche, die ich Menschen einmal versprochen, aber bisher nicht gemacht habe. Dazu haben wir selbst den einen und anderen Besuch bei uns Zuhause. Heute Abend bin ich mit dem Kreis für Menschen in schweren Lebenslagen zur Vernissage einer Ausstellung in Rheinfelden. Franz Zimmerli stellt in der Johanniterkapelle aus, und eigentlich kenne ich seine Bilder alle 😃. Aber es ist schön, gemeinsam etwas zu unternehmen, Freunde von Franz Zimmerli kennenzulernen usw.. Ausserdem macht es Freude, bei dem schönen Wetter - jetzt am Abend kommt die Sonne heraus - mit dem Motorroller über Land zu fahren.


Immer noch Montag, 2. Juli 2018
Ulrike schreibt: Ich habe mir Fotos von unserer Kreta-Woche im Juni angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass wir vor genau zehn Jahren zum ersten Mal dort waren. Hier sind ein paar Bilder aus den letzten zehn Jahren - in chronologischer Reihenfolge.





Montag, 2. Juli 2018
Ulrike schreibt: Wir sind gestern vom Kurswochenende in Moscia im Tessin zurück gekommen. Ich habe Wolfgang heute gefragt, ob er noch an den Kurs denkt, und er sagte: «Nein, aber an die Menschen, die da waren.» Das war ein wirklich gutes Zusammensein, in das jeder sein eigenes Leben mitgebracht hat. Gestern Vormittag haben wir über Johannes 21,1-14 gesprochen - die Geschichte werde ich als Grundlage für die Predigt am kommenden Sonntag (8. Juli, 9.30 Uhr, Stadtkirche Liestal) nehmen. Es geht um die Erfahrung von Vergebung im eigenen Leben: wie Jesus mit Petrus umgeht und wie er ihn nicht beschämt.

Moscia ist durch den direkten Anschluss an den Lago Maggiore etwas Besonderes. Man schaut immer auf den See und immer in die Berge. Da ist ständig etwas in Bewegung. Rasa - das andere Kurs-Zentrum der VBG - ist da ganz anders: da bewegt sich nichts. Kaum Menschen, nur Berge und ein paar Häuser aus Stein.

Im August finden Schweige-Exerzitien mit Wolfgang in Rasa statt. Thema ist: Schuld und Neubeginn .... - und wie das Wirklichkeit wird. Wolfgang wird mit den Teilnehmenden in kleinen Schritten Psalm 51 betrachten. Wer noch teilnehmen möchte, kann sich gern an Wolfgang wenden (wbittner@bluewin.ch). Die Zeiten sind: 20. – 30. August (zehn Tage), oder 20. – 25. August (fünf Tage) oder 25. – 30. August (fünf Tage). Mehr Angaben finden Sie links unter Rasa - Schweigen im Tessin


Mittwoch, 27. Juni 2018
Ulrike schreibt: Der Bibel-Salon am Montag war wunderschön. Wir haben über das Doppel-Gebot der Liebe (Markus 12) gelernt - da war auch für mich viel Neues dabei. Dann haben wir miteinander den sommerlichen Abend genossen und gut gegessen. Das müssen wir öfter machen.

Diese Woche haben wir jeden Tag verschiedene Planungs-Sitzungen in der Kirchgemeinde. Ich bin auch viel mit Schreibtischarbeit beschäftigt. Gestern habe ich zum Beispiel den Artikel fürs Liestal Aktuell - das monatliche Mitteilungsblatt unserer politischen Gemeinde - geschrieben. Ich habe viel telefoniert und Angebote für eine Broschüre der Stadt Liestal formuliert. Die Zusammenarbeit mit den anderen Kirchen und Freikirchen in Liestal und mit der Stadt empfinde ich als sehr konstruktiv. Das hat man nicht überall. Unsere katholische Nachbargemeinde macht diesen Sommer über etwas Gutes: Sie nennen das Jurten-Sommer und öffnen ihr Grundstück mitsamt einem (preiswerten) Bistro, einer Spielothek für die Kinder, einem sehr schönen Gebetszelt und viel grünen Flächen zum sich-Treffen und Ausruhen. Die Lage zwischen Bahnhof und Krankenhaus ist optimal. ... Auch wir als reformierte Kirchgemeinde sind dran, mehr Orte für Begegnung zu schaffen. Ich persönlich würde mir einen Co-Working-Space in unserem Kirchgemeindehaus wünschen 😀 - dass wir Menschen einen Arbeitsort geben, Tür an Tür mit unserer Kirche.

Heute Abend treffen wir uns zum ‹Kreis für Menschen in schweren Lebenslagen›, morgen sind nochmals Sitzungen, und dann starten Wolfgang und ich ins Wochenende. Wir sind mit einem Biographiekurs in Moscia im Tessin. Die Gruppe ist klein (14 Personen), aber für das Miteinander und Gespräche wird das sehr schön werden.


Samstag, 23. Juni 2018
Ulrike schreibt: Heute ist unser letzter Abend auf Kreta. Wir wollen nachher in eine Dorf-Taverne im Nachbarort gehen, in der Live-Musik gespielt wird. Vielleicht fahren wir aber auch wieder ans Meer nach Almeryda; das ist besonders schön, am Strand zu essen. Neulich war ich übrigens im Meer schwimmen und ein paar hundert Meter weiter tauchte plötzlich ein U-Boot auf. Es war sehr unauffällig, kurz vor der Halbinsel Akrotiri, die einen Militärstützpunkt hat. Ich glaube, das Boot hat ausser mir keiner gesehen, jedenfalls hat am Ufer niemand reagiert. ... Morgen fliegen wir von Heraklion aus zurück. Im Sommer ist der Flughafen eine Katastrophe, vollkommen überlastet. Ich hoffe, dass es morgen gut geordnet zugeht. 😀

Am Montag Abend - also übermorgen - haben wir den letzten Bibelsalon vor den Sommerferien. BEGINN: Diesmal bereits um 19:00 Uhr. Wir laden zu uns zum Abendessen an den Küngelbrunnenweg 1 ein. Das Bibelgespräch zu Markus 12 wird deswegen ein bisschen kürzer als sonst. Dafür haben wir mehr Zeit für einander. ... Im September wird der Bibelsalon dann neu starten: WER/ WAS kommt auf uns zu? Jesu Rede vom Ende der Welt: 2018-BIBEL-SALON-ENDZEIT .... Wer neu mit einsteigen möchte, kann das gerne tun. Welcome!


Freitag 22. Juni 2018
Ulrike schreibt: Wir sind jetzt eine Woche auf Kreta. In zwei Tagen geht es wieder zurück nach Hause. Das ist schon merkwürdig, wenn man jeden Tag 13 Stunden Sonne hat. Die Leute sind freundlich, das Essen in den Tavernen ist auffallend gut. Wolfgang kocht ja Zuhause manches nach und ist dann neugierig, welche Zutaten, welchen Käse usw. sie hier für Lamm in Käsesauce oder fürs Boureki nehmen.

Gestern waren wir in Frangokastello - also an der Südküste von Kreta, am Libyschen Meer. Das ist eine gute Stunde Fahrt durch die Berge von unserem Dorf an der Nordküste aus. Die Südküste ist einfach wunderschön, ich laufe gern am Strand entlang (Sand und Felsen) und gehe baden. Wolfgang wartet derweil in einer Taverne am Meer. ... Ich staune immer wieder darüber, wie wild die Landschaft ist. Gestern haben wir das erste Mal einen Abstecher ins privat geführte Kriegsmuseum in Askifou gemacht. Viele Orte auf Kreta sind von der deutschen Wehrmacht überfallen und vollständig zerstört worden. Das Museum ist klein und man ist auf Führung/ Erklärung durch die Familie angewiesen. Es ist merkwürdig, nicht nur die Waffen, sondern auch die Gebrauchsgegenstände von damals vor sich liegen zu sehen. Es scheint nicht lange her zu sein, dass Menschen das alles im täglichen Leben benutzt haben.

Wolfgang und ich unterhalten uns viel über die Veränderungen der Umwelt und über das politische Geschehen. Es ist, als ob jetzt schlagartig zutage tritt, was sich lange unter der Oberfläche Raum geschaffen hat. Ich selbst frage mich, ob es unter den jungen Menschen genügend Einzelne gibt, die ein demokratisches Denken und Leben eingeübt haben. Und die nicht verführbar sind, was Beteiligung an wirtschaftlichem Gewinn und die Versprechen sozialer Anerkennung betrifft. Eigentlich sind die Schweiz und Griechenland Grundfesten demokratischen Lebens. ... Was mir in diesen Tagen neu deutlich wird: das Ziel von Gottes Handeln ist nicht die Kirche. Es ist ‹die Welt›. Die Welt soll bekannt gemacht werden mit Gottes versöhnendem und richtendem (= zurecht bringendem) Handeln. An uns als Kirche - an unseren Gemeinden - soll anschaubar werden, wie ein solches neues Miteinander aussehen kann.

Wolfgang und ich lesen gerade das 2. Buch Samuel. David wird erst zum König über das Südreich Juda (in Hebron) gesalbt, etwa sieben Jahre später zum König über das Nordreich und damit über ganz Israel. Ich finde es faszinierend, wie klar David in seinem Handeln ist. Er lässt sich trotzdem nie verführen, die Dinge vorzeitig oder kurzerhand zu seinen Gunsten selbst zu entscheiden. Das ist interessant, wie er sein Handeln und sein Kämpfen als Teil eines grösseren Weges, den Gott selbst gestaltet, sieht.


Montag 18. Juni 2018
Ulrike schreibt: Wir sind in einem kleinen Dorf im Nord-Westen von Kreta. Das Haus, das wir gemietet haben - eine alte Ölmühle - , liegt verborgen hinter hohen Hecken und Mauern. Vom Hof aus öffnet sich der Blick in die Olivengärten und in die Berge - wunderschön. Wir kennen das Haus bereits, es war einer der Gründe, wieder hierher zu kommen.

Die Fritz-Blanke-Gesellschaft, für die Wolfgang arbeitet, hat seit letzter Woche eine eigene Homepage. Wegen ihrer dienenden Funktion - ‹Understanding and Nurturing Faith and Society› - haben wir ihr den Namen Server gegeben. Hier gibt es regelmässig Videos, Audio-Dateien und schriftliche Beiträge) in denen Wolfgang Bittner den christlichen Glauben mit den Hörerinnen und Hörern durchdenkt. Die Videos, die hier erscheinen [regelmässig einmal pro Monat zum Monatsanfang], sind neu und bisher unveröffentlicht. Mittelfristig möchten wir auch Vorträge von anderen Referentinnen und Referenten zur Verfügung stellen, von denen wir meinen, dass sie Glauben und gesellschaftliche Entwicklungen in guter und biblischer Weise reflektieren. Schauen Sie doch auf die Seite https://ourserver.ch. Vor allem: Teilen Sie Ihren Freunden mit, dass es den ‹Server› gibt. Die Seite lebt davon, dass sie in Anspruch genommen wird.

Normalerweise reden wir kaum darüber, aber auch die Arbeit der Fritz-Blanke-Gesellschaft und damit Wolfgangs Arbeit braucht Menschen, die sie finanzieren. Wenn auch Sie unseren Weg, Glauben und Denken zu verbinden, mittragen und fördern möchten, dann unterstützen Sie bitte die Fritz-Blanke-Gesellschaft. Die Bankverbindung ist diese: Konto 70-216-5 bei der Graubündner Kantonalbank, 7002 Chur; Empfänger: Fritz Blanke Gesellschaft, Tellstrasse 2, Zürich, IBAN: CH38 0077 4155 1163 6550 0. Ihre Spenden sind steuerbefreit. Spendenquittungen werden ausgestellt. .... Ein herzliches Danke an diejenigen, die schon ‹dabei› sind! In einigen Tagen kommt übrigens der neue Freundesbrief der Fritz Blanke Gesellschaft. Beilage ist ein Vortrag von Wolfgang Bittner, den wir verschriftlicht haben (‹Wo wohnt Gott?›). Sie können den Freundesbrief der Fritz-Blanke-Gesellschaft auch gern dann beziehen, wenn Sie den Verein nicht unterstützen. Über Freunde und Interessierte freuen wir uns sehr. Wer den Freundesbrief bekommen möchte, maile bitte an Marco Würgler: marco.wuergler@nidelbad.ch.

Und nun fahre ich ans Meer, ein bisschen schwimmen ... Bevor die ganzen Touris kommen 😎


Freitag, 15. Juni 2018
Ulrike schreibt: Wir sind auf dem Weg nach Kreta. Wie ich mich auf die Sonne, das Meer, die Zeit miteinander, die uns bekannten Menschen freue!! Für Morgen habe ich unserer Lieblings-Töpferin gemailt, dass wir kommen. ... Am Flughafen Zürich haben wir nach der AirBerlin Pleite keinen Zugang mehr zum Priority Check In, zur Fast Lane usw.. Wir fliegen jetzt mit Swiss. Wenn Wolfgang angehumpelt kommt, dann winken ihn die Angestellten von sich aus nach vorne. Finde ich gut! Ich bin von der Aufmerksamkeit der Schweizerinnen und Schweizer angenehm berührt.

Mittwoch, 13. Juni 2018
Ulrike schreibt: Ich bin gerade vom Abendessen mit einem Bibelgesprächskreis zurück gekommen. Schön war es! Morgen treffen wir uns als Pastoren aller christlichen Gemeinden in Liestal zum Mittagessen. Im Anschluss daran arbeiten wir miteinander am Entwurf für einen gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst.

Am Nachmittag bin ich im Altenpflegeheim Brunnmatt zum Gottesdienst. Und am Abend haben wir Kirchenpflegesitzung. Für die Sitzung bereite ich einen inhaltlichen Teil vor, nämlich eine Einführung ins Abendmahl. Was ist das Abendmahl, was geschieht in der Feier? Am Freitag - also übermorgen - fliegen Wolfgang und ich für eine gute Woche in die Ferien. Darauf freue ich mich natürlich besonders. Flug, Mietwagen und Haus für die ersten Tage sind gebucht.


Sonntag, 10. Juni 2018
Wolfgang schreibt: Das waren schon intensive und gleichzeitig gute Tage. Gestern traf ich mich mit einer Gruppe, die sich seit 20 Jahren in der Kirche Neumünster Zürich zum kontemplativen Gebet trifft. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Neben unseren konkreten Gebetsübungen in schweigender Stille haben wir uns auf Grundfragen besonnen: Welche Bedeutung hat das Üben auf unserem geistlichen Weg: Ist es ein Üben, um etwas zu erwerben - oder ist es ein Üben, um das von Gott aus Gnaden Geschenkte zu bewahren? — Was bedeutet eigentlich 'Kontemplation' (Übereinstimmungen und Differenzen im Verständnis von Kontemplation)? — Drei Grundweisen christlicher Spiritualität: Betrachtung, Herzensgebet (Jesusgebet), Schweigegebet. — Der Weg betrachtenden Gebets zur Kontemplation (lectio divina). — Die Rolle des schweigenden (unthematischen) Gebets in der christlichen Tradition. … Ganz schön viel Stoff für einen einzige Tag, an dem wir ja auch und vor allem unser kontemplatives Gebet üben wollten. Es war eine sehr schöne Begegnung mit den Menschen dieser Gruppe. Danke vielmal.

Am Abend waren wir dann noch in einem kleinen Freundeskreis zusammen zum Austausch über unseren Glauben, unser Leben und die Entwicklungen unserer Gesellschaft. Inhaltlich schlossen wir dann noch ein Gespräch an über die Bedeutung der Taufe (Römer 6,1-10): Was mit Christus geschehen ist (gekreuzigt, gestorben, begraben, auferstanden, …) das wird mir in der Taufe 'juristisch' zugeeignet sowie in der Verkündigung wie im seelsorgerlichen Zuspruch zugesprochen: «Ihr seid MIT/IN CHRISTUS …». In einer kleinen Übung haben wir versucht, uns das auch gestalthaft deutlich zu machen. Dass ich gestorben bzw. auferstanden bin erfahre ich nicht, wenn ich auf mich sehe und es an mir selbst feststellen will. Damit greife ich immer zu kurz. Das heisst: Die Analyse meiner Selbsterfahrung zeigt mir immer nur das, was MIT/IN MIR feststellbar ist. Im Glauben aber bin ich immer mehr und anderes als das, was ich an und in mir selbst erfahre. Die Taufe ist Übereignung und Zuspruch dessen, was mir MIT/IN Christus gegeben ist.

Heute Abend war dann noch die Abendfeier in der Stadtkirche Liestal. Ulrike hat darüber schon ausführlich geschrieben. Es ist gut, gemeinsam geistliche Entdeckungen zu machen, miteinander in der Stille hinzuhören, zu feiern, zu singen, zu beten und das Abendmahl zu feiern – und in all dem auch einander zu begegnen.

Morgen, Montag 11. Juni, treffen wir uns zum vorläufig vorletzten Bibelsalon, diesmal bei Frau Lena Röthlisberger, Zirkelirain 15a in Liestal. Beginn um 20.00 Uhr. Herzlich willkommen, auch wenn Sie neu dazu kommen möchten. Wir lesen und besprechen gemeinsam das 11. Kapitel des Markusevangeliums. Dabei hören wir manches vom historischen, religiösen und kulturellen Hintergrund, den man von sich aus kaum kennen kann: Warum singen die Menschen den Psalm 118 beim Einzug Jesu in Jerusalem? — Warum sucht Jesus Frucht an einem Feigenbaum, obwohl es gar nicht Zeit für Früchte ist? — Warum und wozu gibt es Händler und Geldwechsler im Tempel? — Soll man durch Glauben und Gebet Berge ins Meer versetzen können? — Welche Rolle spielen die jüdischen Oberen, die Jesus nach seiner Vollmacht fragen? Was bedeutet diese Frage? Und was bedeutet es, dass Jesus die Antwort verweigert? — Im September wird es weitergehen. Hinweise auf der Unterseite BIBEL-SALON. Flyer dazu finden Sie hier: 2018-BIBEL-SALON-ENDZEIT bzw. 2018-BIBEL-SALON-WEIHNACHTEN

Bibelsalon am 25. Juni: In zwei Wochen treffen wir uns bereits eine Stunde früher, also um 19.00 Uhr bei uns am Küngelbrunnenweg 1. Wir feiern den Abschluss des ersten Durchgangs unseres Bibelsalons mit einem geselligen Beisammensein in Haus und Garten mit einer Besinnung zu Markus 12, bei Gesprächen, Getränken, Imbiss und … Auch dazu bereits jetzt: Herzlich willkommen!


Samstag, 9. Juni 2018
Ulrike schreibt: Ich habe Wolfgang heute sehr früh zum Bahnhof in Liestal gebracht. Er ist heute in einer Kirchgemeinde in Zürich, um einen Einkehrtag zu leiten. Am frühen Abend treffen wir uns dann mit Freunden in Winterthur zum Abendessen und Bibelgespräch.

Ich möchte Sie als Leserinnen und Leser unserer Seite auf zwei Dinge aufmerksam machen. Das eine ist das neue Buch von Manfred Lütz: Der Skandal der Skandale, 2018. Wir alle kennen die tiefsitzenden Vorurteile gegenüber dem christlichen Glauben und vor allem gegenüber dem Handeln der Kirchen: Der Monotheismus sei für Kriege verantwortlich - der christliche Glaube sei nicht tolerant, sondern intolerant - die Geschichte der Kirche sei eine Geschichte von Hexenverfolgungen und Kreuzzügen usw.. Manfred Lütz geht diesen Vorurteilen einzeln nach; und zwar aus der Sicht eines Historikers. Er fragt: Wie war es denn wirklich? Lütz will aufklären, so wie es Tradition in unserer westlichen Kultur ist. Das Buch ist gut zu lesen, mit einer gewissen Leichtigkeit geschrieben. Ich empfehle, es zu lesen.

Ein Kollege schreibt mir: «Den Lütz habe ich bereits gelesen und arbeite damit im Religionsunterricht in Klasse 8 und 9, um genauer auf Kirchengeschichte zu schauen. Als Hintergrund habe ich mir auch Toleranz und Gewalt von Arnold Angenendt gekauft, um es schmackhaft für Facharbeiten in Klasse 9 zu machen. Es macht unheimlich Spass, mit Vorurteilen und Faked News unserer Zeit genauer umzugehen. Den Angenendt werde ich wohl erst in den Ferien lesen können, da wir in der Schule im Schlussspurt sind und vor allem in ... die Luft brennt.»

Meine andere Empfehlung gilt dem Youtube-Kanal einer jungen Frau. Sie betreibt den Kanal erst seit wenigen Monaten - und ist richtig, richtig gut. Jana Highholder ist Medizinstudentin und Poetryslammerin. Ihre Art, von sich, von Gott, vom Leben zu erzählen, ist wirklich gut, und eigentlich sollte man sie kennen. Einen Überblick über Janas Videos finden Sie hier: www.youtube.com/channel/UC8bIqnUJRVWArAW8X3u7iJA/videos.


Freitag, 8. Juni 2018
Ulrike schreibt: Für diesen Sonntag lade ich Sie herzlich zur Abendfeier in die Stadtkirche Liestal ein (18 Uhr). Wir sind immer noch mit dem Jahresthema ‹Wo Gott wohnt - von Orten drinnen und draussen› unterwegs. Ich habe für Sonntag die Worte Jesu an seine Freunde in Matthäus 28 ausgesucht:

«Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und lehret alle Völker:
Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.»

(1) In der Begegnung mit Fremden zeigt sich, dass Gott tatsächlich Gott ist
Mich hat schon immer fasziniert, dass Jesus sein ‹Da-sein› den Jüngern verspricht, die hingehen. Nicht denjenigen, die Zuhause bleiben. Die Jünger sollen sich aus dem, was ihnen vertraut ist, was sie selbst sind, heraus bewegen. Sie sollen zu fremden Menschen mit fremden Lebensformen an fremden Orten gehen. In der Begegnung mit Menschen, die uns fremd sind, wird Jesus sich als HERR für Alle erweisen. Er ist ja nicht nur mein Gott und nicht nur für Menschen Gott, die genauso ‹gestrickt› sind wie ich. Meiner Meinung nach muss ich sogar hinaus gehen, wenn Gott nicht zu einem ‹Hausgott› verkommen soll. Erst am Anderen sehe ich, dass Gott tatsächlich gross ist und mit Menschen umgeht, mit denen ich vielleicht gar nicht umgehen kann. In die Fremde gehen heisst heute nicht unbedingt nach Indonesien usw. zu gehen. Schon die Jugendlichen sind eine eigene Welt, eine eigene Kultur.

Wolfgang ergänzt: Was macht ein Mensch, der im wörtlichen Sinn gar nicht «hingehen» kann, erst recht nicht «in alle Welt»? Natürlich haben missionarische Bewegungen ihr Recht. Grundlegend aber ist die innere Fähigkeit, über die eigene kulturelle und religiöse Prägung hinaus zu sehen, sie immer wieder zu hinterfragen und über sie hinaus zu gehen. Wer das ernsthaft versucht weiss ja, dass das keineswegs einfach ist. Die «Welt» beginnt direkt neben mir. Oder eher: Die «Welt» beginnt direkt in mir selbst. … …Und nun schreibt Ulrike weiter …

(2) Nicht Ich muss jemanden überzeugen
Man könnte es für eine unangenehme Erfahrung halten, auf fremde Menschen zuzugehen. Es ist dann unangenehm, wenn ‹ich› etwas vom Anderen wollen soll. Wenn ich ihn für meinen Weg und meine christlichen Einsichten gewinnen soll ... Ich denke, dass hier das tiefe Unbehagen vieler Christinnen und Christen an der Mission seinen Grund hat: Sie meinen, dass sie andere von ihrem Weg und ihrem Glauben überzeugen müssten. ... Das ist nicht so. Ich muss niemanden überzeugen und niemanden gewinnen. Es ist Jesus, der Christus, der den Auftrag hat, bis an die Enden der Erde zu gehen und ein Licht für alle Völker zu sein (Jesaja 49,6). Nur weil Jesus hingeht, darum gehen auch seine Freunde hin. Es ist sein Auftrag, in den sie einstimmen. Indem wir hingehen, geht Jesus selbst zu den Menschen hin.

(3) «Mir ist gegeben alle Gewalt»
Das sagt Jesus von sich selbst. Jesus führt keinen Kampf - nicht gegen Menschen und nicht gegen Mächte. Der Kampf liegt hinter ihm und damit auch hinter uns. Kämpfen kann ich höchstens noch gegen mich selbst: meine Trägheit und mein Desinteresse. Jesus ruft und sammelt Menschen, in denen er Glauben findet. Wir gehen hin und schauen hin, bei wem wir Glauben finden. Das finde ich persönlich sehr interessant. Ich soll nicht ‹überzeugen› oder ‹kämpfen›, sondern ‹finden›!


Mittwoch, 6. Juni 2018
Ulrike schreibt: Seit gestern Abend bin ich Zuhause in Liestal. Am Flughafen in Berlin habe ich mir einen neuen Lippenstift gekauft und es sehr genossen, die Farben von Dior, Lancȏme, Esthée Lauder und so weiter auszuprobieren. Das hat Spass gemacht. An der Kasse denke ich, jetzt spendiere ich mir noch einen Sekt und stelle eine kleine Flasche auf's Band. Ich frage den Mann an der Kasse, ob sie den Sekt auch in kalt haben. Er: „Sie wollen den gleich trinken?“ Ich: „Ja“. Er: „Dann spendiere ich Ihnen einen.“ Er geht in einen andern Laden hinüber und bringt mir von dort ein Glas kalten Sekt. ... Es muss der neue Lippenstift sein ....💄😃. Ich steige als erste hinten in's Flugzeug ein, bin unten an der Treppe. Die anderen Passagiere stehen an der vorderen Treppe an. Jemand aus der Cabin Crew macht mir ein Zeichen, dass ich unten warten soll. O.k., ich warte. Er kommt herunter, nimmt mir meinen Koffer ab (Handgepäck) und trägt ihn für mich die Treppe hoch. Im Flugzeug grinst er und sagt, das sei jetzt nicht Teil des EasyJet Service gewesen.💄 ... In Basel holt mich Wolfgang mit dem Auto vom Flughafen ab. Wir wechseln die Plätze und ich fahre. Die Autobahnzufahrt ist gesperrt. Es gibt nur einen Weg durch die Stadt, der sich schliesslich auf eine einzige Spur verengt. Keine Ahnung, warum das so ist, bis ich es sehe: Die Polizei macht eine flächendeckende Alkoholkontrolle. Jeder Autofahrer muss kurz anhalten und einmal in das hingehaltene Gerät pusten. ... Eigentlich finde ich solche Kontrollen sehr gut, aber mir fällt sofort mein Glas Sekt ein. Die Polizistin winkt uns weiter, ich bin erleichtert.😅

Runder Tisch Evangelisation
Ich will etwas von den letzten Tagen in Berlin erzählen. Nach der Fortbildung der Pfarrer/innen und Gemeindepädagoginnen in Meissen ist Wolfgang für den Bibelsalon nach Liestal zurück gefahren. Ich selbst bin für den Runden Tisch Evangelisation der Lausanner Bewegung nach Berlin gefahren. Es ist zehn Jahre her, dass ich das letzte Mal dabei gewesen bin. Damals hatte ich den Eindruck, dass junge Menschen kaum wahrgenommen und beteiligt wurden. Die Tagung hatte einigen profilierten Christen eine Plattform geboten, für ihre eigenen, bereits fest formulierten Anliegen und Aktivitäten zu werben.

Erfahrungen von Aufbruch
Das war diesmal anders. Erstaunlich viele - etwa 80 - jüngere Menschen sind der Einladung von Roland Werner nach Berlin gefolgt. Die meisten von ihnen sind in einem Werk oder einer Bewegung evangelistisch unterwegs. ... Inhalt der beiden Tage war, einander an Erfahrungen von Aufbruch teilzugeben. Dazu hatten die Teilnehmer/innen, die das tun wollten, jeweils fünf Minuten Zeit. ... Für mich war interessant, was die Anderen unter einem Aufbruch verstehen. Die meisten haben einfach von sich und ihrer Arbeit erzählt. ... Für mich hat ein Aufbruch damit zu tun, dass man merkt, dass sich etwas, was man tut, verändert hat. Dass das Evangelium an einer Stelle plötzlich offene Türen findet. Und dann beginne ich zu fragen, warum das so ist. Und ich schaue mit Anderen hin und bete dafür, weil Gott hier ja offensichtlich am Wirken ist. .... Für mich war interessant, was der Evangeliumsrundfunk (ERF) erzählt hat. Ich hatte in einer Tischgruppe bereits einen Mitarbeiter des ERF gefragt, ob ich es richtig wahrnehme, dass der ERF an Popularität und Reichweite gewonnen hat. Er hat das sofort bejaht und mir ein paar Gründe dafür genannt. Darüber hätte ich im Plenum gern noch mehr gehört. Und ich hätte gern ein paar eigene Beobachtungen dazu angefügt.

Mehr Vernetzung mit der Stadt
Es gibt noch ein paar kleine Impulse, die ich mitnehme. Dadurch, dass ich viel in fremden Städten unterwegs bin, sind mir Co-Working Räume vertraut. Menschen, die kurzfristig einen Arbeitsplatz brauchen, können sich für eine selbst gewählte Zeit dort einmieten und die Infrastruktur (Tisch, wlan, Getränke) nutzen. .... Unsere Kirchgemeinde in Liestal ist gerade mit Fragen der Raumnutzung und -gestaltung befasst. Wir müssen renovieren und schauen darum genau hin, was wir brauchen und was zukunftsfähig ist. Ich finde das eine echte Frage, ob wir Teile unseres Gemeindehauses (grosszügig und bahnhofsnah) nicht auch als Co-Working Space einrichten. Das würde einen guten Link zu Menschen herstellen, die in und für Liestal arbeiten, aber kein eigenes Büro haben. Meines Wissens gibt es noch keine Kirchgemeinden, die solches Co-Working in ihr eigenes evangelistisches Konzept einbeziehen. Falls doch, würde ich solche Konzepte gern einmal kennenlernen.


Samstag, 2. Juni 2018
Wolfgang schreibt: Die guten Tage in Sachsen liegen hinter uns. Wir finden es überaus spannend, wie verschieden solche Kurse mit Pfarrerinnen, Pfarrern und kirchlichen Mitarbeitern sein können. Schön war diesmal, wie offen wir über die eigene Praxis von Gebet und Bibellese austauschen konnten. Thema waren verschiedenartige Hilfen, die in der christlichen Tradition liegen und uns helfen können, von der Müdigkeit gegenüber Gebet und Bibellese wieder frei zu werden. Also: Wie kann Gebet, wie kann Bibellese aussehen, damit sie für uns wieder spannend werden? — Für Ulrike und mich war es also ein sehr schönes Zusammensein, das auch uns sehr gut getan hat.

Die Evangelischen Räte
Am Ende (Freitag Vormittag) war von den Veranstaltern noch ein Vortrag zu den sogenannten "Evangelischen Räten" — Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam — gewünscht worden. Mich verwundert eigentlich, dass das eher selten von uns erwartet wird, obwohl ich selbst dieses Thema als spannend und auch sehr hilfreich empfinde. Die drei evangelischen Räte haben das kirchliche und geistliche Leben über viele Jahrhunderte hinweg sehr stark geprägt. Vor allem liegen sie der Unterscheidung zwischen "Laien" und "Geistlichen" zugrunde [die m.E. von Jesus radikal aufgehoben worden ist. Auch in den evangelischen Kirche sind Pfarrerinnen und Pfarrer Laien und keine Geistlichen]. — Die drei evangelischen Räte wurden als notwendige Hilfen zu einem Weg der "Vollkommenheit" gröblich missverstanden. Auf diese Weise aber haben sie vor allem das Verständnis des Weges innerhalb der verschiedenen Orden geprägt. Aber das ist ein weites Feld.

In meinem Vortrag ersetze ich den Begriff "Ehelosigkeit" durch den Begriff "Keuschheit". Dahinter stehen verschiedene Beobachtungen. Martin Luther z.B. hat dazu ermahnt, man solle innerhalb der Ehe "keusch" sein. Damit meinte er also gewiss keinen Verzicht auf Erotik und Sexualität. Ihm ging es gerade in diesem Bereich um "Keuschheit", also um liebende Sorgsamkeit. Was also ist unter "Keuschheit" zu verstehen? Vor einiger Zeit habe ich über die drei Evangelischen Räte einen kleinen Aufsatz geschrieben [siehe hier: Macht Besitz Beliebtheit: Was uns treibt und was uns hält]. Der Abschnitt über "Keuschheit" gefällt mir auch heute noch. Leicht revidiert lautet er:

Keuschheit
Ich erlaube mir, den Rat zum Zölibat, zur Enthaltsamkeit, als Rat zur Keuschheit zu verstehen. Das tue ich in der Überzeugung, dass genau das ursprünglich gemeint war. Eine bloße sexuelle Enthaltsamkeit führt noch lange nicht zu einer inneren Kultur der Keuschheit. Leider scheint es für die positive Ausrichtung, die damit gemeint ist, kein wirklich passendes deutsches Wort zu geben. Keuschheit ist die Achtung vor dem Geheimnis, das jeder Mensch besitzt und ist. Es meint die Haltung einer verlässlichen Zurückhaltung: Auf das innerste Geheimnis, das ein Mensch mir von sich zeigt, werde ich nicht zugreifen, werde es nicht gewaltsam öffnen. Vor allem: Ich werde es nie 'benützen'.

Beobachten kann man das im Umgang mit Kindern. Haben sie einen lieb gewonnen, dann kann es dazu kommen, dass sie scheu und doch ganz offen sich selbst in ihrem Geheimnis zeigen. Sie tun es, indem sie etwas von sich erzählen bzw. etwas von ihrem Besitz zeigen, was sonst niemand weiß. Das muss überhaupt nichts Großes, nichts Besonderes sein. Wichtig ist, dass sich darin etwas von diesem Menschen widerspiegelt. Und ebenso wichtig ist, dass nur sie selbst es einem öffnen können. Keuschheit ist die Art und Weise meines Umganges damit: Ich öffne dieses Geheimnis nicht von mir aus, fordere es nicht, dringe nicht darin ein. Ich bleibe ehrfürchtig und beschenkt davor stehen. Ich werde dieses Geheimnis nicht an die Öffentlichkeit ziehen, es auch nie benützen. Ich bin beschenkt, weil jemand mich an dem Geheimnis, das er ist, teilnehmen lässt.

Keuschheit hat also zunächst nichts mit Sexualität zu tun. Allerdings gilt, dass sie gerade auf dem Gebiet von Erotik und Sexualität die Qualität einer Beziehung entscheidend prägt. Keuschheit ist dabei gerade nicht eine Form der Enthaltsamkeit. Sie ist eine Form der Achtung. Kaum je offenbart man sich einem Menschen so wie auf dem Gebiet liebender Erotik. Wer sich einem anderen Menschen öffnet, der macht sich gleichzeitig tief verletzbar. Er tut es jedoch in der Erwartung, dass das, was er dem anderen zeigt, von diesem nicht ‚benützt’ wird, weder gegenüber anderen noch irgendwann einmal gegen ihn selbst: „Ich erwarte, dass du mein Geheimnis achtest, ein staunend und dankbar empfangender, ja ein liebend hinsehender Mensch bist, ohne darauf zuzugreifen, ohne mein Geheimnis zu stören, ohne es formen oder gar manipulieren zu wollen. Mein Geheimnis bleibt immer mein Geheimnis. Es wird nie dir gehören. Ich lade dich jedoch ausdrücklich dazu ein, es liebend anzusehen. Nur so kannst du wissen wer ich bin.“



Donnerstag, 31. Mai 2018
Ulrike schreibt: Bis morgen geht die Tagung, das Zusammensein, mit den Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen. Wolfgang fliegt dann nach Hause zurück: vor allem für den Bibelsalon, am Montag, dem 4. Juni, bei uns in Liestal. Vorbereitend können Sie Markus 9,30 bis 10,52 lesen. Schwerpunkt wird die Frage nach der Bedeutung der Leiden Jesu sein. Was hat es mit seinem Leiden auf sich? Warum soll sein Leiden eine Hilfe für mich und Andere sein? Herzliche Einladung zum miteinander Hören, miteinander Diskutieren!

Ich werde am Montag und Dienstag nächster Woche in Berlin sein - beim Runden Tisch Evangelisation der Lausanner Bewegung. Mein recht persönlicher Grund, an diesem Austausch teilzunehmen, ist, dass ich mich im Herbst einer Studienreise mit Dr. Roland Werner anschliessen darf. Die Reise wird Teil meines Studienurlaubs sein, in dem ich christliche Minderheiten in verschiedenen Ländern/ Orten besuche. Ich will hinschauen und lernen, wie sich Minderheiten in einer anders orientierten Gesellschaft beteiligen und auf gute Weise zur Sprache bringen können. ... Es ist doch einiges, was ich dafür vorbereiten muss.


Dienstag, 29. Mai 2018
Ulrike schreibt: Es ist Abend geworden, und es sind immer noch 30 Grad!! 💦 Ich könnte in jedem zweiten Satz sagen: „Man, ist das warm!!!“ Wir sind mit Pfarrern und Pfarrerinnen, Gemeindepädagoginnen und Organisten bei einem Kurs im Pastoralkolleg in Meissen. Das ist das Haus der evangelischen Kirche in Sachsen, wo kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich weiterbilden. Wir waren früher schon ein paarmal hier. Heute hatten wir den Umgang mit der eigenen Biografie als Thema. Begonnen haben wir mit der Erzählung von Abigail und Nabal in 1. Samuel 25. Beide erzählen, was sie an David sehen - und es sind völlig verschiedene Dinge. Nabal erzählt destruktiv und verächtlich. Abigail erkennt das Verdienst Davids um die Schafe Nabals an und sie sieht zudem, dass David die Zukunft gehört.

Wir haben gefragt, wer in unserem Leben eine Abigail und ein Nabal war. Und ob wir selbst die Tendenz haben, andere Menschen auf das hin anzusehen, was bei Ihnen problematisch ist. Und ob wir Interesse an anderen Menschen und ihrem Geheimnis haben. ... Man kann es lernen, einander auf gute Weise anzusehen und Gutes übereinander auszusprechen.

Sonntag, 27. Mai 2018
Ulrike schreibt: Einen schönen und gesegneten Sonntag wünschen wir euch. Der Studientag gestern zur Unterscheidung der Geister war - glaube ich - sehr in Ordnung. Damit meine ich das Miteinander, die Stimmung, und dass Einzelne sich gefreut haben, dass sie etwas "verstanden" haben. Wolfgang uns ich haben Freude daran, mit Euch und Ihnen unterwegs zu sein! Das ist eigentlich das Schönste: das Gefühl, dass wir zusammen gehören und miteinander unterwegs sind.

Heute war ich im Gottesdienst unserer Kirchgemeinde und in der anschliessenden Kirchgemeindeversammlung. Heute Abend fliegen Wolfgang und ich von Basel aus nach Dresden. Wir sind von einem Pfarrkonvent nach Meißen eingeladen, um mit ihnen Fortbildungstage durchzuführen. Wolfgang ist gern bei den Menschen dort und kennt viele, und auch ich freue mich auf die kommenden Tage. Heute Nacht sind wir bei einem befreundeten Arzt-Ehepaar in Dresden. ... Ich werde hier immer einmal wieder ein bisschen erzählen.


Donnerstag, 24. Mai 2018
Ulrike schreibt: In der Kirchgemeinde und im Pfarrkapitel hatten wir in den letzten Tagen recht viele Sitzungen - heute waren es zum Beispiel ein Mitarbeitertreffen in der Kirchgemeinde und ein Treffen der Pfarrkolleginnen und -kollegen unserer Region. Daneben habe ich an verschiedenen Bibelgesprächskreisen und Vorbereitungen teilgenommen. Heute Abend bin ich zum Beispiel bei einem ‹Stille Kreis› in Liestal dabei. Da treffen sich einige Menschen aus unserer Gemeinde, um miteinander zu schweigen und zu hören. Ich freue mich darauf.

Am Samstag - also übermorgen - ist Studientag der FBG (Fritz Blanke Gesellschaft). Wolfgang und ich werden anleiten, was man über die ‹Unterscheidung der Geister› wissen kann. Es geht beim ‹Unterscheiden› um einen Klärungsprozess. Woher weiss ich, welche Stimmen in einer konkreten Situation von Gott her kommen und welche nicht? Auf welche - inneren und äusseren - Stimmen soll ich hören und warum soll ich das tun? Wichtig ist die Fähigkeit zum Unterscheiden jedes Mal, wenn ich eine Entscheidung im Leben zu treffen habe. Geradezu unabdingbar ist sie, wenn es sich um folgenschwere Entscheidungen handelt.

Wolfgang wird zeigen, welche Hilfen es innerhalb der Bibel gibt um zu unterscheiden, was von Gott her kommt und was nicht. Ich werde zeigen, wie innerhalb der kirchlichen Tradition - besonders der jesuitischen und der karmelitanischen Spiritualität - das Unterscheiden der Geister geübt wird. Herzliche Einladung, am Studientag teilzunehmen. Mehr Infos finden Sie links, wenn Sie nächste Studientage anklicken.

Wer Zeit und Geduld hat, einen guten Vortrag zum Thema zu hören, dem empfehle ich die Videos vom Theresianischen Karmel. Hier ist der erste Teil eines Vortrags von Dr. Christoph Benke/Wien. Teil 2 und 3 sollte man allerdings auch noch hören. Es lohnt sich!

.


Sonntag, 20. Mai 2018:
Wolfgang schreibt: Herzliche Pfingstgrüsse an Sie, an Euch alle aus dem Westerwald. Hier ist bereits der letzte Abend der guten Pfingstkonferenz "Akademikon" mit einem Konzert im Gang. Morgen halten wir noch den dritten und letzten Teil unseres Workshops "Quellen des Glaubens" zum Thema "Glauben, Beten und Einheit." Dabei wird es um die Frage nach der Einheit mit sich selbst, mit Menschen und mit Gott gehen. Im Neuen Testament ist solcher Einheit sehr viel versprochen. "Wenn zwei von Euch auf Erden darin übereinstimmen werden, irgendeine Sache zu erbitten so wird sie ihnen zuteil werden von meinem Vater in den Himmeln" (Mt 18,19). Was Jesus da sagt gehört gewiss nicht zur Normal-Erfahrung betender Menschen. Was hat Jesus gemeint? Dem also gehen wir morgen nach. — Anschliessend findet als Abschluss der Tagung ein Gottesdienst mit Abendmahl statt. Die Begegnung mit jungen und sehr wachen glaubenden Menschen ist für uns sehr erquickend.

Gerne erinnere ich an den Studientag "UNTERSCHEIDEN LERNEN …" am kommenden Samstag im Nidelbad/Rüschlikon. Den Flyer kann man gleich hier ansehen: STUDIENTAG 2018 UNTERSCHEIDEN. Wir freuen uns auf diesen spannenden und vom Thema her wichtigen Studientag.

Nun stehen auch Themen und Daten der nächsten Studientage fest: "KLAR DENKEN. BIBLISCH DENKEN?" am 20. Oktober 2018 (siehe 2018-Flyer-STUDIENTAG-DENKEN) sowie "THEMA GERICHT: vom HIN-richten und vom HER-richten" am 02. Februar 2019. Weitere Studientage finden 2019 am 11. Mai sowie am 19. Oktober statt.

Nähere Informationen auf der Seite NÄCHSTE STUDIENTAGE

Hier gleich noch ein weiterer Hinweis. Vom 16. bis 19. August 2018 findet in Rasa das "Lange Wochenende der Künste" statt. Ein reichhaltiges und vielfältiges Programm erwartet alle Teilnehmenden. Eingeladen sind Künstler und alle Kunst-Interessenten. Thematischer Schwerpunkt: DER EMPATHISCHE BLICK — KUNST ALS SCHULE DER MITMENSCHLICHKEIT. Den Flyer dazu findet man gleich hier: 2018-KUNST-WOCHENENDE-Flyer. Ulrike und ich gehören mit zu den Referierenden.

Wer möchte kann mit uns gleich oben in Rasa bleiben. Ab Montag 20. August finden die diesjährigen Sommer-Schweige-Exerzitien statt: entweder 10 Tage vom 20. bis 30. August oder sonst die ersten bzw. die zweiten fünf Tage. Thema: SCHULD — NEUBEGINN … und wie das Wirklichkeit wird. "Neubeginn" ist kein blosses Wort. Auch angesichts tiefer Verstrickungen, von Scheitern usw. ist ein Neubeginn möglich. Psalm 51 gehört zu den ganz grossen Texten der Menschheitsgeschichte. Einen Flyer zu den Schweigetagen finden Sie gleich hier: RASA-FLYER-2018/2019

Noch vorher findet in Moscia im Tessin das Kurswochenende "Meine geistliche Biografie" statt: 29. Juni bis 01. Juli 2018. Den Flyer dazu findet man gleich hier: 2018-Biografie-Moscia. Anmeldung direkt in Moscia www.casamoscia.ch


Donnerstag, 17. Mai 2018
Ulrike schreibt: Heute bin ich für einen Geburtstagsbesuch und für Sitzungen in der Kirchgemeinde unterwegs. Morgen früh fahren Wolfgang und ich zu einer Pfingsttagung - der Akademikon. Ja, Namen gibt's ... 😀. Veranstalterin ist die Studentmission in Deutschland (SMD). Wolfgang und ich teilen uns den ersten Vortrag morgen Abend und leiten in der Folge drei Workshops miteinander. Das ist schön ‹aus einem Guss›, das mag ich.

Die Workshops heissen ‹Glauben und Beten›, ‹Glauben und Reifen› und ‹Glauben und Eins-sein›. Für den Workshop über das ‹Reifen› haben Wolfgang und ich uns viel unterhalten. Wolfgang hat mir Lesehinweise gegeben und ein paar eigene Fragen aufgeschrieben. Die Zwischenüberschriften sind von mir. Den genannten Artikel finden Sie hier: www.zeit.de/wissen/2018-05/psychologie-persoenlichkeit-entwicklung-alter-forschung


Man kann das eigene Reifen nicht vorwegnehmen und nicht beschleunigen
Wolfgang schreibt: Mich beeindruckt der Beitrag ‹Die Persönlichkeitsentwicklung ist niemals fertig›| ZEIT ONLINE vom 12. Mai 2018. Da geht es aus psychologischer und grundlegender Sicht um das Thema Reifung … Es entspricht meiner Überzeugung, dass sich die Aufgabe der Reifung in jedem Alter, d.h. in jedem Entwicklungsstadium eines Menschen noch einmal neu stellt. Man kann ein reifer 50-jähriger Mensch sein - und muss doch mit 60 oder mit 70 - oder auch noch mit 80 Jahren - erneut reif werden. Aufgaben, die sich einem mit 50 stellen, sind im Alter von 30 noch nicht aktuell. Und auch mit 60 Jahren hat man keine Aufgaben zu lösen, die erst die Aufgabe eines 70- oder eines 80-jährigen sind. Ich finde diesen entwicklungspsychologischen Ansatz zum Thema Reifung hilfreich und auch grundlegend.

Ich darf nicht festhalten wollen, was ich loslassen muss
Johannes vom Kreuz mit seinen Bildern würde wohl auch sagen: Ein ‹Anfänger›/ eine ‹Anfängerin› im Glauben darf und kann ohne Schaden reiche geistliche Erfahrungen machen. Wenn sie/ er aber über das Stadium der Anfängerin hinaus wächst und diese erste Stufe nicht hinter sich lassen kann, wird es für sie problematisch. (Ulrike ergänzt: Johannes vom Kreuz geht davon aus, dass ein glaubender Mensch von Gott in Zeiten geführt wird, in denen er keine oder kaum mehr Erfahrungen mit Gott macht. Das muss sein und dient dazu, dass sein Glaube an Gott sich vertieft. Er soll nicht mehr an bestimmte Erlebnisse gebunden sein und muss nicht mehr durch sie vergewissert werden.)

Wolfgang fährt fort: Reifung ist also eine Aufgabe, die sich mit jedem Entwicklungsschritt erneut stellt: hinweg über die gegenwärtige Stufe und hin in die nächste Stufe. — Anders ausgedrückt: Man kann auf der Stufe der ‹Anfängerin› mit seinem dringenden Wunsch nach starken geistlichen Erfahrungen durchaus eine ‹reife Anfängerin› sein. Nichts ist dagegen einzuwenden.

Konkret also: Was Reifung ist, lässt sich nur für jeweils eine Entwicklungsstufe bestimmen, nie aber allgemein. Auch als 80-Jährige muss man noch nicht 90 oder 100 sein. Die Aufgabe der Reifung ist also nie wirklich abgeschlossen.

Wichtig erscheint mir aber: Was ist, wenn jemand vorangehende notwendige Entwicklungsschritte zur Reifung nie gegangen ist? Also: Wenn jemand 50 ist, aber den Schritt von den Zwanziger- zu den Dreissiger- und den Vierziger-Jahren nicht geschafft hat, sie/er also in gewisser Weise immer noch ein unreifer 28-jähriger Mensch geblieben ist? …

Kann man in der Liebe zu Gott wachsen/ reifen, wenn man als Mensch nicht wächst/ reift?
Die Fragen zum Thema Reifung gehen also mit mir. Ich finde sie überaus wichtig. Nicht ganz klar ist mir, ob und wie sich eine entwicklungspsychologische Sichtweise mit einer geistlichen Sichtweise verbinden lässt. Kann also ein psychologisch gesehen unreifer Mensch gleichzeitig ein geistlich reifer Mensch sein? Im Moment denke ich, dass das nicht möglich ist. Täusche ich mich da? Kann man ein menschlich unreifer und gleichzeitig ein geistlich reifer Mensch sein? Ich glaube nicht, dass sich auf diese Weise die menschliche und die geistliche Ebene von einander trennen lassen.

Vielleicht ist das auch die Schwierigkeit bei Kindern oder Jugendlichen, die von einem vereinsamten Elternteil als Partnerersatz angesprochen werden. Wahrscheinlich kann man als Kind oder als Jugendlicher durchaus Fähigkeiten haben (vorweg nehmen?), die der eigenen Entwicklungsstufe gar noch nicht angemessen sind. Man wird sehr schnell einmal ‹altklug›. Könnte es sein, dass eine solche vorgetäuschte bzw. zu früh eingeforderte Reife der echten persönlichen Reifung viel eher schadet als nützt? Es sieht nach Reife aus - aber dahinter steht keine Reifung. Reifung ist, wie es der Begriff ja auch sagt, das Ergebnis eines Reifungsprozesses. Prozesse aber benötigen die ihnen angemessene Zeit. Wie aber sollte es Reife geben, hinter der kein Reifungsprozess steht?


Dienstag, 15. Mai 2018
Ulrike schreibt: Jetzt, im Mai und im Juni, sind Wolfgang und ich als Redner für verschiedene Tagungen und Fortbildungen unterwegs. Ich empfinde den Wechsel zwischen ‹in der Gemeinde sein› und ‹Unterwegs sein› als sehr schön. Ich lerne in der Gemeinde vieles, was sich dann in den Vorträgen verdichtet.

Heute Abend bin ich in Bubendorf für eine Podiumsdiskussion über die Ars Moriendi - die Kunst des Sterbens - eingeladen. Ich habe auf Youtube reingehört, was normalerweise bei solchen Diskussionen gesagt wird. Ich bin gespannt auf den Abend und freue mich. Wenn jemand kommen möchte - hier ist der Link zur Einladung: https://refbl.ch/refbl-wAssets/docs/Kirchgemeinden-Veranstaltungen/2018_05/Podiumsgespra-ch-1.pdf

Es gibt von mir eine Predigt darüber, wie Jesus gestorben ist. Ich habe eine Menge an dieser Erzählung in Lukas 23, 32-46 gelernt:

ZULASSEN: Jesus ist einer, der zulässt, dass er sterben wird. Er lässt auch zu, dass Andere ihn nicht verstehen und über ihn spotten.
LOSLASSEN: Jesus entlässt die Menschen aus dem, was sie ihm angetan haben. ("Vater, vergib ihnen ...")
SICH ÜBERLASSEN: Jesus gibt sich in die Hände eines Anderen - seines Vaters. Er gibt die Kontrolle über sich ab. ("Vater, ich übergebe meinen Geist in deine Hände")

Diese drei Vorgänge sind meines Erachtens für jedes Sterben von Bedeutung: das Zulassen, das Loslassen, das sich Überlassen. Vielleicht nennt es mancher anders. Und natürlich kommen sie in früheren Lebensphasen immer wieder einmal vor. Als Kind, als Teenager, als junge Frau usw. muss ich immer wieder lernen, zuzulassen, loszulassen, mich zu überlassen. Das ist teil unseres ganz normalen menschlichen Reifens.

Was ist nun für Christinnen und Christen das Besondere an diesen Vorgängen? (1) Glaubende Menschen lassen zu, weil sie erwarten, dass Gott sie auch jetzt - in dem, was sie sich nicht selbst ausgesucht haben - führt. (2) Sie lassen los, weil sie wissen, dass das Urteil über andere Menschen nicht von ihnen gesprochen wird. Gott ist derjenige ist, der richtet - uns und andere. (3) Sie überlassen sich nicht einem ungewissen Schicksal. Sie überlassen sich ihrem himmlischen Vater. .... Die Predigt finden Sie unter Downloads Audio, wenn Sie hinunter scrollen zu LASSEN ... [Lukas 23,33-46] .


Montag, 14. Mai 2018
Wolfgang schreibt: Heute Abend treffen wir uns wieder zum Bibelsalon und zwar bei Eva und Pavel Kraus an der Seltisbergerstrasse 18. Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich willkommen.

Zum Programm von heute Abend (Markus 8,27-9,29): (1) Wir sehen uns zunächst die Landkarte von Galiläa an, um dadurch mit den verwickelten politischen Verhältnissen dieser Gegend zur Zeit Jesu vertraut zu werden. Dabei entdeckt man auch, dass es so etwas wie einen 'offiziellen' Teil der Wege Jesu gibt, ebenso aber auch eine 'privaten' Teil. Es ist nicht unwichtig, die einzelnen Berichte der Evangelien auf diesem Hintergrund zu lesen.

(2) In einem kurzen Teil beschäftigen wir uns mit dem kleinen Wörtchen "muss" in den Evangelien - bzw. mit der Frage, wie man aus Ehrfurcht vermeiden kann, den Namen Gottes auszusprechen.

(3) Dazu gibt es eine Einführung in die Frage: Warum hat Jesus so sehr auf das Bekenntnis des Petrus gewartet? Es war für ihn ja so etwas wie ein Signal, sich jetzt entschlossen auf den Weg nach Jerusalem, hin zu Leiden, Sterben und Auferstehen zu machen. Warum hatte ausgerechnet das Bekenntnis des Petrus diese Signalwirkung? Was hat Jesus daran erkannt?

(4) Die Leidensankündigung Jesu wird in den folgenden Kapiteln noch zweimal wiederholt. Jede dieser Ankündigungen ist verbunden mit Hinweisen auf die Ernsthaftigkeit und den 'Preis' der Jüngerschaft. Darauf gehen wir an einem der nächsten Abende näher ein.

(5) Diesmal lesen und betrachten wir miteinander die Geschichte der Verklärung/Verwandlung Jesu. Jesus nimmt drei seiner Jünger mit sich auf einen Berg, wird verwandelt und unterhält sich mit Mose und Elia. Was haben sie miteinander besprochen? Und warum trifft er Mose und Elia und nicht Abraham, Jakob, Josef oder David?

Wer den letzten Bibelsalon verpasst hat, kann ihn in Auszügen noch einmal anhören. Siehe der letzte Eintrag vom 11. Mai. Die erwähnten Landkarten von Galiläa kann man auf der Seite zum Bibelsalon [dort unter 'Arbeitshilfen'] herunter laden.


Freitag, 11. Mai 2018
Wolfgang schreibt: Ulrike hat gestern eine Aufnahme des vergangenen Bibelsalons angekündigt. Themen: unsere bisherigen Leseerfahrungen (Lesetradition); was bedeutet der Ausdruck "Zeichen"?; das Nicht-Verstehen der Jünger; die Spannung zwischen Wollen und Können …

Sie können diese Aufnahme gleich hier anhören:



Ein detailliertes Inhaltsverzeichnis dieser Aufnahme mit Zeitangaben finden Sie gleich hier: 2018-BIBELSALON-Lesetradition … Zeitplan.

Die Aufnahme kann man auch herunterladen. Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Aufnahme auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme dieses Abends unter dem Namen "2018-BIBELSALON-Lesetradition-Wollen+Können" (MP3-Datei: 69 Minuten; 23,77 MB)


Donnerstag, 10. Mai 2018
Ulrike schreibt: Ich habe in den letzten Tagen viele schöne Dinge erlebt. An denen freue ich mich immer noch.

○ Im Garten grünt und wächst alles. Der Flieder ist schon verblüht, die Rosen haben bereits zu blühen begonnen.
○ Ich habe beim Trödler ein Ölbild gesehen und gekauft: eine Sommerlandschaft. Ich wüsste gern, von wem das Bild ist, kann aber die Signatur nicht zuordnen.
○ Ich habe in den letzten Tagen Besuche in der Gemeinde und im Altenpflegeheim gemacht, und jeder von ihnen war schön. Das ist wirklich ein Vorrecht des Pfarramts, dass man ‹einfach so› Menschen besuchen kann und meist willkommen ist.
○ Wolfgang und ich waren im Stadttheater Basel in Romulus der Grosse von Friedrich Dürrenmatt. Es war gut gespielt und erschreckend aktuell. Man sieht dem Kaiser Romulus und seinem schon arg geschrumpften Haus zu, wie das weströmische Reich auf sein Ende zugeht. Die Germanen stehen mit ihrem Heerführer Odoaker vor Rom. Kaiser Romulus tut nichts, um den Angriff des Gegeners abzuwehren. Im Gegenteil: er erwartet ihn sehnsüchtig. Denn Romulus meint, dass das weströmische Reich an seiner Brutalität schon längst irreparablen Schaden genommen hat. Was schon verloren ist, lässt sich durch einen letzten Widerstand nicht aufhalten. Romulus ist aber der einzige, der diesen Blick auf das Ende hat. Seine Frau Julia würde gerne weiter regieren. Der Hosenfabrikant Cäsar Rupf möchte in die kaiserliche Familie einheiraten und das römische Reich mit seinem Geld retten. Alle reden vom Vaterland, das es zu retten gilt. Nur Romulus widerspricht: Das römische Reich als Vaterland sei nur noch eine abstrakte Idee und längst schon keine Wirklichkeit mehr.

.... Schliesslich - in der Schlussszene - trifft der germanische Heerführer Odoaker ein. Überraschenderweise hält auch er nicht viel von seinem eigenen Reich. Er sieht bereits die Dynamiken der Macht, die in seinem Heer aufkommende Brutalität. Er will diese zerstörerische Dynamik aufhalten und lieber sich und sein Reich dem römischen Kaiser unterwerfen. Romulus will sich ebenfalls unterwerfen. Keiner von Beiden traut seinem eigenen Reich eine Zukunft zu. Odoaker und Romulus sind beide hilflos. So gleitet das germanische Reich in den Strudel von Machtgebaren und Brutalität, in dem das römische Reich gerade versunken ist.

○ Den Auffahrtsgottesdienst mit dem Jodlerchor ‹jutz› heute habe ich als eindrücklich erlebt. Es war wirklich ein Lob-Gottesdienst! Am Sonntag geht es weiter (9.30 Uhr in der Stadtkirche und 11 Uhr in Selisberg). Auf die Predigt (‹Liebe Gott!›) freue ich mich selbst.
○ Der letzte Bibel-Salon zu Markus 8 war für mich ein grosses Erlebnis. Ich habe Wolfgang gebeten, dass er seinen Beitrag schneidet und auf unsere Seite hochlädt. Sie dürfen den Beitrag erwarten.


Sonntag, 6. Mai 2018
Ulrike schreibt: Ich frage mich manchmal, woran ich den Erfolg meines Handelns messen kann. Ich bin nicht Joyce Meyer und nicht Billy Graham. In den biblischen Geschichten kommt der Erfolgsgedanke zudem gar nicht vor. Es geht vielmehr um Menschen, die Frucht bringen. «So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte», sagt Jesus in der Bergpredigt, in Matthäus 7.

Was ist Erfolg?
Ich habe einen wunderbaren Artikel über den Wiener Psychologen Josef Grünberger gelesen. Er therapiert ausschliesslich schwerstkriminelle Menschen und arbeitet dafür an einer Sonderhaftanstalt, der Justizstrafanstalt Mittersteig. Seit 1975 werden hier «zurechnungsfähige, geistig abnorme Rechtsbrecher» untergebracht.

Josef Grünberger ist 88 Jahre alt, Jude und Überlebender des Holocaust. Grünberger hat bis zu seiner Pensionierung an der Uni Klinik Wien gearbeitet und bis heute mehr als 400 wissenschaftliche Arbeiten publiziert. Die Neue Zürcher Zeitung hat ein Interview mit Grünberger geführt. Man kann sich kostenlos bei der NZZ anmelden: es lohnt sich, das Interview zu lesen: https://nzzas.nzz.ch/wissen/nur-ein-wort-menschlichkeit-wie-josef-gruenberger-schwerstkriminelle-therapiert-ld.1383160 (Regula Freuler, Menschlichkeit genügt, 5. Mai 2018)


Täter? Patienten? Schüler!
Josef Grünberger nennt die Häftlinge, die zu ihm kommen, seine ‹Schüler›. Das finde ich schon einmal interessant. Das heisst ja, dass sie von ihm lernen und an ihm wachsen dürfen. Die Journalistin schreibt über Grünberger:

«Was ihm immer geholfen habe, sei sein Glaube. Jeden Tag steht er um halb sechs Uhr auf, wäscht sich, frühstückt, geht in die Synagoge und anschliessend zu seinen «Schülern». «Es gibt keine genetische Veranlagung zum Bösen, das haben wir wissenschaftlich bewiesen», betont er mehrmals. «Jeder Mensch kann sich zu jedem Zeitpunkt seines Lebens verändern.» Natürlich könne man gewisse Triebrichtungen wie Pädophilie nicht ändern, aber die Triebstärke und das Verhalten sehr wohl.

Dazu hat Grünberger ein forensisches Therapiemodell entwickelt, die «Konfrontationsanalyse ethischer Defizite». Im positiven Fall gehen die Delinquenten durch fünf Phasen. In diesem bisweilen jahrelangen Prozess begleitet der Psychologe sie. Es beginnt damit, dass der «Schüler» seine «Ich-Schwäche» erkennt. In den weiteren Phasen soll er «Ich-Stärke» entwickeln, sich an Regeln halten und Kritikfähigkeit lernen – und auch verzeihen, sich und anderen. «Der Mittersteig ist eine Gelegenheit für diese Menschen, zu sich selbst zurückzukehren, bevor sie in die Gesellschaft zurückkehren», sagt Grünberger.»


«Ich habe nie jemanden weggeschickt»
Die Journalistin fragt einen Vollzugsbeamten, ob er Grünbergers Ansicht teile, dass jeder Mensch jederzeit veränderbar ist. Der antwortet:

«Veränderbar schon, aber nicht in einem solchen Masse, dass man sie entlassen kann», sagt er. «Es kommt zwar nur ganz selten vor, aber es kommt vor. Die psychische Störung dieser Klientel ist so tiefgreifend, dass man diese Menschen nicht von ihrer gefährlichen Gedankenwelt abbringen kann. Sie können guten Willens sein, wenn man sie entlässt, aber sie schaffen es einfach nicht. Und wenn dann alles zusammenpasst, werden sie wieder tätlich.»

Josef Grünberger nickt: «Das sehe ich auch so, aber Sie sprechen von einer anderen Ebene. Als Therapeut muss ich immer versuchen, etwas zu ändern. Ich habe auch noch nie einen Schüler weggeschickt in der Ansicht, es sei hoffnungslos.» Kommandant Karl wiegt den Kopf hin und her: «Gegen einen Versuch ist ja nichts einzuwenden, aber ich sag’s einmal so: Manche Leute brauchen so lange, dass weder sie selber noch der Therapeut das Ende der Therapie erleben.» (Ende des Zitats)

Das beeindruckt mich sehr. Josef Grünberger behandelt jeden seiner Schüler als einen Menschen. Dem Täter menschlich zu begegnen, heisst, in ihn zu investieren. Mit ihm zu reden, Zeit zu verbringen, ihn ernst zu nehmen. Und zwar auch dann, wenn die Entwicklung bzw. das Wachstum seines Schülers nicht ausreicht, dass dieser in ein ‹normales› Leben entlassen werden kann. Die Kategorie des Erfolgs würde hier nur sehr begrenzt greifen.

Auch die österreichische Zeitung Der Standard hat ein Interview mit Josef Grünberger geführt.

«‹Es zählen immer die Taten›, sagt er. Genau das ist das Potenzial, das er seine Schüler entdecken lassen will. Das Gefängnis und die dortigen Regeln sind also eine Art Teststation für seine Schüler. Der Umgang mit anderen, die Arbeit, die Therapie: Wer das schafft, bekommt ‹gute Führung› attestiert, Haftlockerungen, vielleicht sogar Freigang und im besten Fall eines Tages die Freiheit. Aber in der Freiheit gibt es ein Regelwerk und immer die Möglichkeit, sich für oder gegen etwas zu entscheiden.


Vorbilder, Zugeneigtheit und Dranbleiben
‹Die Welt drinnen, ist wie die Welt draussen›, sagt Grünberger, und im besten Fall schaffen seine Schüler es wieder, mit Regeln zurechtzukommen. Und was ist mit Straftätern, die rückfällig werden? ‹Da haben wir eben nicht genug Geduld gehabt›, sagt er mit einem verzeihenden Lächeln. Der Satz: ‹Tu das ja nicht mehr›, führe jedenfalls sicher ins Nichts. Vorbilder, Zugeneigtheit und Dranbleiben sei erwiesenermassen die bessere Strategie. ‹Menschlichkeit muss man auch aushalten können›, so etwas Grosses sagt er ganz beiläufig.» (Quelle: Der Standard, Was ist ein guter Mensch, Herr Grünberger? von Karin Pollack, erschienen am 1. Januar 2018)


Noch ein Hinweis: Ich habe gerade ein interessantes Buch gelesen: Mister Weniger (2018) von Andrew Sean Greer. Wen es interessiert, der kann bei ‹Bücher, die wir lesen› klicken.😃



Freitag, 4. Mai 2018
Ulrike schreibt: Heute bin ich wieder in Liestal. Ich bin gut vorbereitet für die nächste Woche. Übermorgen ist Abendfeier (18 Uhr), am Auffahrtstag gibt es eine Homilie (eine Satz-für-Satz Auslegung) der Himmelfahrtsgeschichte in Apostelgeschichte 1.

Und am nächsten Sonntag - dem Beginn unserer Predigtreihe „Kirche sein!“ - eine Predigt zum Thema „liebe Gott!“, also über unsere Fähigkeit zum Gott-Lieben und zum Lieben überhaupt. In zwei von drei Gottesdiensten singen Chöre. Es wird schön!

In Berlin war ich übrigens im Gottesdienst des REFO (ein Gemeinde-Gründungsprojekt) und beim 1. Mai Community-Fest dieser Initiative. Beides war wirklich gut, abwechslungsreich. Ich hatte ein paar gute Begegnungen mit Menschen aus der Community - dem Wohnprojekt dort. Interessant war auch die Begegnung mit dem jungen Musikwissenschaftler Mark Porter. Er forscht über die sozio-religiöse Dimension verschiedener Musikstile im Gottesdienst. Ich beobachte ja auch, wie und warum eine Predigt, eine Stille, ein Lied „funktioniert“ - oder nicht. Im Wissen darum, dass das Eigentliche - das Hören-Können - von Gott gegeben wird. Das schliesst aber nicht aus, dass wir es einander „leicht“ machen sollen, sich zu beteiligen.

Für Wolfgang habe ich aus Berlin eine neue Pfeife mitgebracht. Ich bin extra zu einem Laden in Steglitz gefahren, der eine grosse Auswahl hat. Der junge Besitzer ist überhaupt kein Verkaufstalent, war aber sehr sympathisch. Die teuren Pfeifen seien im Gebrauch nicht besser als die billigen, meinte er. „Sie sehen halt schöner aus und Sie zahlen den Namen mit.“ Das war erfrischend, jemand mit Liebe zu Pfeifen und Tabak zu erleben, der mich aber von nichts überzeugen wollte. Ich hätte ihm eine Menge geglaubt 😌.

Dazu: Ich lese gerade über die Exerzitien von Ignatius von Loyola. Das ist mir nicht neu. Ich habe über zwanzig Jahre selbst an solchen - evangelisch verkürzten - Einkehrzeiten teilgenommen und selbst Einkehrzeiten geleitet. Ignatius sagt, dass man einem Menschen jedes notwendige Wissen zur Verfügung stellen muss. Dass man aber keinen Einfluss auf ihn nehmen, ihn nicht für die eigene Sicht, für die eigenen Wege gewinnen soll. Es ist Gott, der mit dem suchenden Menschen reden muss. Nicht wir sollen das tun. Wolfgang sagt das bei seinen Schweige-Exerzitien auch immer: dass Gott mit den Teilnehmenden reden wird. Er stellt nur Hilfen dafür zur Verfügung.


Donnerstag, 3. Mai 2018
Wolfgang schreibt: Bibel-Salon: ES GEHT WEITER …
Einmal: Nach einer längeren Pause freuen wir uns auf das nächste Treffen am kommenden Montag (7. Mai). Das Thema ist spannender, als es zunächst scheinen mag. Mit der Frage Jesu, für wen seine Jünger ihn halten, sowie mit dem sogenannten 'Petrus-Bekenntnis' wendet sich der Weg Jesu. Von jetzt an geht er bewusst nach Jerusalem und damit ebenso bewusst auf sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung zu. Wie aber hängt diese für das Evangelium entscheidende Wende des Weges Jesu mit dem Bekenntnis des Petrus zusammen? Es scheint, dass Jesus auf genau dieses Bekenntnis gewartet hat. Sie war für ihn das entscheidende Signal. Woher aber hatte er das? Und: Woher hatte Petrus diese Einsicht, dass Jesus der Messias sein muss? - Das also und noch mehr werden die Fragen sein, die uns am kommenden Montag beschäftigen werden. Herzlich eingeladen. Wir treffen uns bei Stephanie und Lukas Mattmüller an der Rütschetenstrasse 5.

Und dann: Inzwischen haben wir zusammen mit Ehepaar Friedli weiter geplant. Es geht im Herbst weiter. September/Oktober drei Abende zur Frage WER/WAS KOMMT AUF UNS ZU? - über Jesu Rede vom Ende der Welt. Den Flyer dazu erhalten Sie gleich hier: 2018-BIBEL-SALON-ENDZEIT.

Und Oktober/November noch einmal drei Abende zu WEIHNACHTEN - WAS WISSEN WIR WIRKLICH? Sind die Weihnachtsgeschichten mehr als erbauliche Erzählungen? Was steht wirklich da? Vor allem: Was kann man darüber wirklich wissen? Den Flyer dazu erhalten Sie gleich hier: 2018-BIBEL-SALON-WEIHNACHTEN.

Nähere Informationen zum Bibel-Salon wie immer unter BIBEL-SALON


Sonntag, 29. April 2018
Ulrike schreibt: Letzten Sonntag war ich in der ICF (International Christian Fellowship) Sissach im Gottesdienst. Das ist eine evangelische Freikirche, die sich in einem Gewerbegebiet in Sissach trifft. Ich höre immer wieder einmal von ihnen, kenne einige von ihnen, und deshalb dachte ich, ich gehe hin. Der Gottesdienst war gut besucht mit jungen Leuten bis etwa Mitte dreissig. Die Atmosphäre war freundlich und die Predigt war auch gut. Ein Mitglied der Gemeinde - jung, weiblich, Lehrerin - hat in der Reihe ‹Alltagshelden› das Handeln der Königin Esther - aus dem biblischen Buch Esther - betrachtet. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Monaten irgendwo eine ähnlich gute Predigt gehört zu haben. ... Wobei: Doch! Die Impulse unseres Abendfeier-Teams - das ebenfalls aus Menschen mit nicht-kirchlichen Berufen besteht - sind auch gut. Heisst: verständlich, lebensnah, biblisch 😀. By the way: Die nächste Abendfeier ist am Sonntag, dem 6. Mai um 18 Uhr!

Heute Abend gehe ich mit einer Freundin in den Gottesdienst der REFO Moabit (REFO = Reformationskirche). Die Kirche liegt nur wenige hundert Meter von unserer Berliner Wohnung entfernt. Junge Christinnen und Christen haben sich vor einigen Jahren zusammen getan, um miteinander zu leben, zu arbeiten und Kirche zu sein. Hier ist ihre Selbstbeschreibung: «Neues Leben in alten Gemäuern. So könnte man die REFO auf den Punkt bringen. 2009 hat sich eine Gruppe von jungen Christen auf die Suche nach einem Ort gemacht, wo sie Kirche abseits klassischer Strukturen neu denken, Leben und Arbeiten miteinander verknüpfen und gemeinschaftlich Verantwortung tragen können.» ... Morgen Abend ist das Quartier zum Abendessen und zum Tanz in den Mai eingeladen. Ab 18 Uhr wird in der REFO miteinander gekocht: Zehn Haushalte öffnen ihre Küche und man kann mit vorbereiten. Ab 20 Uhr sind alle zum Essen eingeladen. Das klingt gut ... Wenn ich hingehe, erzähle ich euch davon.

Ich fühle mich solchen Bewegungen und jungen Gemeinden verbunden, seitdem ich selbst ‹dabei› bin - also seitdem ich Christin bin. Denn Kirche ist vor allem eine Weggemeinschaft! Wir sind mit Jesus und miteinander unterwegs. Wir teilen unser Leben miteinander und finden dafür Orte und Formen, die es auch anderen Menschen möglich machen, dass sie dabei sind.


Samstag 28. April 2018
Ulrike schreibt: Ich finde Wolfgangs Wildberg-Angebot (siehe den Eintrag von gestern) richtig gut. Welche Rollen spielen Unsicherheiten und Ängste in unserem Glauben, und welche Rolle dürfen sie spielen? Müssen Unsicherheiten und Ängste erst überwunden werden, bevor wir Gottes Wege mit gehen können?

Wolfgang und ich haben Freude am gemeinsamen Unterwegssein und am Austausch mit Ihnen/ mit euch. Möglichkeiten dafür sind:

6. Mai, 18 Uhr: Abendfeier in der Stadtkirche Liestal
7. Mai, 20 Uhr: Bibel-Salon in Liestal
26. Mai, 9.30-16.30: Studientag der Fritz-Blanke-Gesellschaft in Nidelbad Rüschlikon. Wolfgang und ich werden dem nachgehen, was mit Unterscheidung der Geister gemeint ist. Wie können wir zuordnen, was wir sehen/ was wir erleben?

An Auffahrt (10. Mai 2018) und am Sonntag darauf (13. Mai) feiere ich Gottesdienste mit unserer Gemeinde. Wir beteiligen uns an Auffahrt am Europäischen Jugendchor Festival und haben einen jungen Jodler-Chor im Gottesdienst zu Gast. Am Pfingstwochenende sind Wolfgang und ich unterwegs, nämlich zur AKADEMIKON, zu der die SMD (entspricht der schweizerischen VBG) einädt.

Ich bin seit gestern in Berlin. Mein Vater hat heute Geburtstag. Die Stadt ist unglaublich voll und es sind viele junge Menschen aus aller Welt. Ich finde immer, dass eine einzige Fahrt von einem Berliner Flughafen aus nach Hause Stoff genug für mehrere Kurzgeschichten bietet. Egal ob mit dem Taxi oder mit den Öffentlichen. Auf den Bahnhöfen sitzen, liegen, betteln viele verwahrloste Menschen. Es ist sehr interessant und oft auch berührend zu sehen, wer etwas gibt. Ich habe mich in der U-Bahn neben eine etwa gleichalte Muslima gesetzt. Sie las in einer App den Koran, auf deutsch und arabisch. Kommt ein Rollstuhlfahrer und fragt nach "etwas zu essen oder 20 oder 30 Cent". Die Frau schaut kurz auf, kramt in ihrer Handtasche und holt eine kleine Tüte Chips heraus. Die gibt sie ihm und liest weiter. Fünf Minuten später betritt eine sehr dünne Frau den Waggon und hält eine ziemlich schrille Bettelrede. Als sie bei uns vorbei kommt, sieht die Lesende kurz auf, kramt wieder in ihrer Tasche und zieht einen Frühstücksbeutel mit Banane heraus. Den gibt sie der Frau und liest weiter. ... Ich hätte die Frau gern kennengelernt.


Donnerstag, 26. April 2018
Wolfgang schreibt: Anfang November findet das diesjährige Stille-Wochenende in Wildberg ZH statt. Dabei wird es um die Frage gehen, welche Rolle unsere Unsicherheiten und unsere Ängste in unserem Glauben spielen bzw. spielen dürfen. Müssen wir sie zuerst überwinden, damit Gott uns dann brauchen kann? Oder braucht uns Gott gerade mit unseren Unsicherheiten?

Die Bibel erzählt uns ausführlich vom Richter Gideon (Buch Richter, Kapitel 6 bis 8). Israel wurde immer wieder von den Midianitern überfallen und beraubt. Es war zum Verzweifeln. Warum Gott gerade Gideon auswählte, um seinem Volk aus dieser Bedrängnis zu helfen, ist und bleibt ein Rätsel. Wahrscheinlich gibt es in der Bibel keinen zweiten Menschen, der derart von Zweifel und Unsicherheit umgetrieben war. Trotzdem ruft Gott ihn und schenkt durch ihn seine Hilfe. Wie geht Gott mit dem unglaublichen Zögern dieses Boten um? Sind die Gideon-Geschichten geradezu ein Lehrstück für Gottes Umgang mit unseren Unsicherheiten?

An dem Wochenende vom 2. bis 4. November werden wir auf diese Berichte genau hinhören. Nähere Informationen findet man auf der Seite WILDBERG. Den Flyer für diese Tage der Stille erhält man gleich hier: 2018-WILDBERG-FLYER


Sonntag, 22. April 2018
Ulrike schreibt: Einen schönen und gesegneten Sonntag wünschen wir euch! Gestern haben Wolfgang und ich mit unserem Besuch einen Ausflug nach Colmar gemacht. Das ist von Liestal aus nicht weit - eine Autostunde - und ist immer schön. In einem Café neben der Kathedrale zu sitzen oder durch die Altstadt zu bummlen tut gut. Es waren ein bisschen viele Touristen, aber das war bei dem Sonnenwetter zu erwarten.

Heute werden wir den Gottesdienst der ICF in Sissach mitfeiern. Das hatte ich mir schon lange einmal vorgenommen. Mich interessieren Gemeindeneugründungen und ihre Entwicklung. Und wir haben als Gemeinden dasselbe ‹Einzugsgebiet›. Am Nachmittag sind Wolfgang und ich und unsere Gäste zum Grillen bei einem Freund eingeladen. Wolfgang hat gestern - als wir es in Colmar so gut hatten - einen Spruch aus dem Talmud erinnert. Da heisst es sinngemäss, dass wir uns im Gericht vor Gott verantworten müssen für jeden Genuss, den wir ohne Grund abgelehnt haben .... 😃


Donnerstag, 19. April 2018
Ulrike schreibt: Für den Besuch einer Gruppe von Vikarinnen und Vikaren bereite ich ein kleines Thesenpapier vor. Sie sind mit der Bitte auf mich zugekommen: «Wir wollen dir in die Karten schauen in deinem eigenen Suchen, Lernen und Gestalten in den vielen Jahren deines Pfarrerinnen-Seins.» Das ist interessant für mich: mich selbst zu fragen, was ich richtig gemacht habe und an welchen Stellen ich mich verrannt oder geirrt habe. ... Ich finde mein persönliches Thesenpapier selbst sehr anregend 😀.

Im Juni geht die erste Etappe des Bibel-Salons in Liestal zu Ende - mit einer kleinen Haus- und Gartenparty bei uns im Küngelbrunnenweg. Wir dachten, dass es gut ist, wenn die Teilnehmenden ein bisschen mehr Zeit miteinander verbringen können. Wer es sich eintragen mag: Es ist der Termin des letzten Bibel-Salons, der 25. Juni, und bereits um 19 Uhr.... Wir werden im September 2018 mit einer zweiten Etappe des Bibel-Salons einsetzen. Die haben wir gestern mit einigen Freunden vorbereitet.

Heute bin ich für einen Kollegen, der erkrankt ist, für einen Gottesdienst im Altenpflegeheim Brunnmatt. Ich sehe zu, dass ich vorher und nachher Besuche bei Gemeindemitgliedern im Heim machen kann. Morgen feiere ich eine Abdankung und am Nachmittag bekommen wir Wochenend-Besuch.


Dienstag, 17. April 2018
Ulrike schreibt: Kleine Szenen aus dem Alltag: Heute habe ich ein Gemeindemitglied besucht. Ich habe ein grosses Bund Tulpen gekauft und wollte das Bund 50:50 zwischen mir und der Besuchten teilen. Kaum bin ich in der Wohnung führt sie mich in die Küche und zeigt auf einen Strauss Tulpen. Den hat sie gerade für mich im Garten geschnitten. Wir haben dann alle durchmischt und geteilt. 🐾🌷🌾

Das Wetter ist wunderbar sonnig und ich fahre wieder mit dem Motorroller. Steht ein etwa sechsjähriges Mädchen mit Schulranzen vor unserer Garage. Sie beobachtet geduldig, wie ich den Roller parat mache und mir den Helm aufsetze. Ich sage zu ihr: "Ich habe es gut, nicht wahr? Du musst laufen und ich darf fahren." Sie sagt: "Wenn ich nicht mehr in die Schule muss, dann fahre ich auch!! 😃😃😃

Ich arbeite immer mal wieder ein halbes Stündchen in unserem Garten, und zwar im Teil, der zur Strasse hin liegt. Das führt zu interessanten Gesprächen, weil ziemlich jeder, der zu Fuss unterwegs ist, stehen bleibt und meine Bemühungen kommentiert. Das hat teilweise philosophische Qualität. Sagt jemand mit Blick auf den moosbefreiten Rasen: "Na, ob sich das überhaupt lohnt?" ... Fast hätte ich zurückgefragt, ob es sich denn lohnen würde, in sein Leben zu investieren. Das habe ich aber nicht gemacht. Ich habe beim weiteren Unkraut zupfen und Büsche zurückschneiden darüber nachgedacht: Ab wann lohnt es sich, in einen Garten, in einen Menschen, in eine Beziehung zu investieren? ... Aufwand und Ertrag miteinander zu verrechnen, ist ein Grundzug unserer Zeit geworden. Alles muss lohnen. ... Das absichtslose Handeln ist eher selten geworden.🎁


Freitag, 13. April 2018
Ulrike schreibt: Für Sonntag sind Sie herzlich in die Abendfeier in die Stadtkirche Liestal eingeladen (18 Uhr). Ich werde Impulse zu Jesaja 58, 1-8 geben. Das ist ein unglaubliches Kapitel. Gott sagt durch den Propheten, dass sein «Heil» (wörtlich: seine «Jeschua») nahe ist, dass sie kommt. Worin zeigt sich diese Jeschua?

Menschen, die von sich gedacht haben, dass sie nicht zur Familie Gottes dazu gehören können, die werden von Gott in sein Haus aufgenommen. Ihnen wird ein Denkmal und ein Name (wörtlich «Jadwaschem») gegeben. Die beiden Persongruppen, die exemplarisch genannt sind, sind die «Fremden», die sich zu Gott halten. Und es sind die «Verschnittenen» - Männer, die aus beruflichen Gründen keine Familie gründen durften. «Verschnittene» sind Menschen, die keine Kinder und damit keine Zukunft haben. An die niemand mehr denken wird.


(1) Was ist mit mir? Die Frage ist beantwortet!
Vielleicht habe ich die Frage, ob ich von Gott gemeint bin. Dass ‹Andere› sich Gott zugehörig fühlen, sehe ich ja. Aber wie ist es mit mir? Bin ich überhaupt dabei, wenn Gott sein Volk sammelt? Was ist mit mir? Bin ich zu anders? Bin ich zu weit weg? Zu dumm? ... Jesaja sagt, dass diese Frage mit dem Kommen der bzw. des Jeschua ein für alle mal beantwortet ist! Gott fügt Menschen zu seinem Volk hinzu, die es nicht von sich dachten.


(2) Im Hause Gottes aufgehoben
Gott gibt den Fremden einen Ort - bei sich selbst. Hier sind sie aufgehoben, hier werden sie erinnert. Gottes Handeln ist über die Massen grosszügig:

«Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und an meinem Bund festhalten, denen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen geben; das ist besser als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soll. Und die Fremden, die sich dem HERRN zugewandt haben, ihm zu dienen und seinen Namen zu lieben, (...) die will ich zu meinem heiligen Berge bringen und will sie erfreuen in meinem Bethaus, (...); denn mein Haus wird ein Bethaus heissen für alle Völker.


(3) Die Grosszügigkeit Gottes bezeugen
Jesaja sagt: Die Fremden und die Verschnittenen wollen den Bund mit Gott halten. Sie wollen Sabbate halten. Man muss sie nicht erst überreden für einen Lebensstil, der die Liebe zu Gott spiegelt. Wo uns solche Menschen begegnen, in denen Gott offensichtlich am Werk ist, dürfen wir nicht ‹klein› von Gott reden. Gott nimmt sie auf, wie er uns aufnimmt. Er gibt ihnen und uns einen Namen und einen Ort bei sich. Was es heisst, einen Namen und einen Ort im Gedächtnis Gottes zu bekommen, hören wir am Sonntag ...😀


Sonntag, 8. April 2018
Ulrike schreibt: Für morgen, Montag Abend, laden wir in den Bibel-Salon in Liestal ein. Wer sich vorbereiten möchte, liest Markus 7,1-8,10. Thematische Schwerpunkte morgen sind: Gottes Gebote — der «Zaun um die Tora»; die Frage nach dem Sabbat; ‹Reinheit› und ‹Unreinheit›. Zum thematischen Umfeld lesen wir gemeinsam einen kurzen Text aus der jüdischen Mischna (Pirke Aboth I,1-3), der uns in die Atmosphäre und die Fragen der Rabbinen um die Zeit Jesu hinein nimmt. Wer möchte kann sich den Text schon vorher herunterladen und ansehen: ABOTHI,1-5 Wir treffen uns um 20 Uhr bei Cornelia und Fritz Friedli, Sichternstrasse 51. Herzliche Einladung!

Die letzte Woche war voll - was Gemeindeaktivitäten und Persönliches betrifft. Heute Vormittag habe ich mit der Gemeinde in Liestal Gottesdienst gefeiert und über Kolosser 2 gepredigt. Wir haben mit Ilja Voellmy einen grossartigen Organisten - er hat auf der Orgel improvisiert, wie die «Mächte und Gewalten» im Triumphzug gefangen geführt werden. Man hat das schwere Stampfen der Krieger gehört und den langen Zug der Gefangenen vor Augen gesehen. Und dann wurde die Musik schliesslich ganz leicht und hell: «Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und über sie triumphiert in Christus.» (Kolosser 2,15)

Drei Tage war ich in Berlin. Ein bisschen kurz für die verschiedenen Verabredungen und Erledigungen, aber trotzdem sehr schön. Wenn man in Berlin ankommt und am Flughafen Schönefeld in den Bus steigen will, sind erst einmal die Fahrkartenautomaten alle (!) kaputt. Dann fährt man ein paar Stationen U-Bahn, kommt aber nicht weit, weil man in den Schienen-Ersatzverkehr wechseln soll. Ich bin dann zu Fuss durch die Stadt gelaufen, was ich sehr mag. Zum Ankommen war ich in einem meiner Lieblingskinos, im Sputnik, und habe den Film The Florida Project gesehen. Wenn der Film bei Ihnen läuft: unbedingt anschauen, er ist grossartig. Der Film erzählt von der achtjährigen Moonie, die mit ihrer Mutter in einem Motel in Florida lebt. Hier ist der Trailer in deutsch:



Wolfgang schreibt: Ulrike hat oben ihren Gottesdienst über Kolosser 2,9-15 erwähnt. Sie können diese Predigt gleich hier anhören. Dazu jedoch eine Vorbemerkung. Mir begegnet bei Gemeindegliedern und auch bei Kolleginnen und Kollegen oftmals die stillschweigende Voraussetzung, eine Predigt müsse einfach und unmittelbar praktisch sein. Ich verstehe die Abwehr gegen eine Verkündigung, die bloss ästhetisch und gebildet daher kommt, mir selbst aber für mein Leben nichts gibt. Das also verstehe ich. Aber das ist nicht alles. Im Evangelium geht es nicht nur einfach zu. Da stehen auch grosse Fragen auf dem Spiel: Wie steht es mit Gott und den Mächten dieser Welt? Und wie steht es dann zwischen uns und diesen Mächten? Das fordert durchaus auch unser Denken heraus. Das Evangelium besteht nicht bloss in einfachen Ratschlägen des täglichen Lebens - obwohl es das ja durchaus auch ist. Das Evangelium fordert uns genau so zum Denken und damit zum anspruchsvollen Unterscheiden heraus. Evangelium ist nicht nur Lebenshilfe. Es ist auch ernsthafte Bildung. Ein Predigttext wie der von heute (Kolosser 2,9-15) lässt sich nicht auf das Niveau einfacher Lebensregeln herunter brechen. Ulrike zeigt in ihrer Predigt, wie man Bildung zugänglich macht, ohne sie zu vereinfachen. Das allein ist schon sehr viel. Die weitere Arbeit - was bedeutet ein solcher Text jetzt für meine praktischen Lebensvollzüge? - ist meine Arbeit als Hörerin und Hörer.

Hier also die Predigt zu Kolosser 2,9-15, die Ulrike heute in der Stadtkirche in Liestal gehalten hat. Sie können Sie gleich hier anhören:



Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Predigt auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme der Predigt unter dem Namen "2018-04-Kolosser 2,9f" (MP3-Datei: 28,12 Minuten; 10,1 MB)

Unser grossartiger Organist Ilya Voellmy-Kudrjavtsev hat nach der Predigt eine aussergewöhnliche freie Improvisation zu Kolosser 2,15 gespielt. Man hört die überwundenen Mächte und Gewalten, die Christus im Triumphzug mit sich herumführt. Es lohnt sich überhaupt, unserem Stadtorganisten zuzuhören. Die freie Improvisation von heute können Sie gleich hier anhören:



Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Orgelimprovisation auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme unter dem Namen "ORGEL: ILYA VOELLMY freie Improvisation zu Kolosser 2,15" (MP3-Datei: 9,15 Minuten; 8,47 MB)



Samstag, 31. März 2018
Ulrike schreibt: Ich bin heute am Vorbereiten und Dekorieren für die Osternacht. Beginn ist Morgen um 5.30 Uhr in der Stadtkirche. Das Vorbereiten hat für mich etwas Meditatives und ich mache es gern. Bis zu dem Zeitpunkt heute früh, wo ich in der Migros einkaufen war und jemand im Parkhaus seine Autotür gegen mein Auto gestossen hat, um seine Sachen einzuräumen. Die Frau sagt aber nicht «Das tut mir leid», sondern: «Sie haben schräg eingeparkt.»🤔 Ich habe noch einen Kaffee getrunken und bin dann wieder gut in meine Ruhe zurück gekommen😍

Wie die Zeit vor Ostern gestalten? Hier ein Auszug aus dem Mail eines Freundes: «Bei uns Zuhause haben wir mit den Kindern – nach der Gründonnerstagsandacht – Lamm gegessen und nochmals das Brot gebrochen und den Kelch des Heils erhoben. Das war sehr schön, das machen wir schon seit 20 Jahren in der Familie. Die Zeit zwischen Palmsonntag und Ostern ist so dicht und intensiv-schön… so empfinde ich das… als lebendige Geschichte des Eintauchens in die Wirklichkeit Jesu. Und Du hast Psalm 22 wunderbar als GANZES geschaut… und auf Jesu Tod bezogen… Danke für alles befruchtende Anteilgeben - das tut gut.

Heute, am Karfreitag, werden wir im Gottesdienst vor allem schauen - staunen - aufsehen zu Jesus. Die Lichter ausblasen, um zu sehen. Leben ist Schatten und Licht. ER ist in allem. ... In unserer Kirche gibt es keine Karfreitagspredigt, sondern nur Sitzen in der Stille mit Blick aufs Kreuz. Ich finde ich spannend.»

Vielleicht ist das eine Anregung für manchen von Ihnen: Dass wir uns heute eine kleine Zeit nehmen, in der wir nichts denken, sondern nur sitzen und Jesus anschauen. Draussen auf der Terrasse, in unserer Kirche, im Lieblingssessel in der Wohnung ...


Donnerstag, 29. März 2018
Wolfgang schreibt: Hier also die vierte Andacht zu Psalm 22, die Ulrike heute in der Stadtkirche in Liestal gehalten hat. Sie zeigt, wie wichtig es ist, den GANZEN Psalm 22 und nicht nur die bekannten Anfangsworte zu hören. Der Beter ruft in seiner Not »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« Auf diesen Ruf aber folgt kein Schweigen Gottes. Es folgt Gottes Antwort. Und darauf folgt der Lobgesang des Beters, in den hinein die ganze Welt eingeladen ist. So können auch wir bereits jetzt einstimmen. Wer das tut, der hat heute schon Anteil am Ganzen. Die vierte Andacht PSALM 22 - TEIL 4 können Sie gleich hier anhören:



Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Predigt auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme der Passionsandacht unter dem Namen "PSALM22-TEIL4" (MP3-Datei: 12'06 Minuten; 11.08 MB)


Wolfgang schreibt: Die Tage in Rasa liegen bereits eine gute Woche zurück. Aber etwas von meinem Inneren ist immer noch da. Selten ist mir die Vorbereitung auf einen Psalm derart schwer gefallen wie diesmal auf Psalm 116 - trotz allen guten Hilfsmitteln, die mir zur Verfügung stehen. Eigentlich hatte ich mit allen Einzelheiten keine Schwierigkeit. Der Psalm ist sprachlich und theologisch sehr zugänglich. Ich aber habe nicht verstanden, wie die einzelnen Aussagen des Psalmes zusammen hängen. Erst in Rasa selbst habe ich von einem Halbtag zum nächsten den Zusammenhang gesehen. Das war schon eine besondere Erfahrung für mich. Es lohnt schon, sich um das Verstehen biblischer Texte zu bemühen.

Nun sitze ich bereits an den Vorbereitungen für die Schweigetage im Sommer. Diesmal wird uns Psalm 51 beschäftigen. Es ist der wohl eindrücklichste Busspsalm in der Bibel. Zurück geführt wird er auf den Ehebruch Davids mit Batseba.Vor einigen Tagen rief mich jemand an. Er würde gerne zu der Schweige-Einkehr in Rasa kommen. Das Thema mache es ihm jedoch schwer … Was soll man dazu sagen? Ist »Busse«, also die Bitte um Vergebung, ein niederdrückendes Thema? Ich glaube, dass das Gegenteil davon zutrifft. Unsere Bitte um Vergebung ist nicht die Voraussetzung, DAMIT es Gnade gibt, sondern sie ist möglich, WEIL es die Gnade, weil es Gottes grosse Barmherzigkeit gibt. Bei der Bitte um Vergebung im Unser Vater darf man wissen: Diese Bitte ist wenn wir sie beten eine immer schon erhörte Bitte. Was das bedeutet kann man wahrscheinlich immer nur erahnen. Die Einleitung zu Psalm 51 nimmt uns auf den Weg des Verstehens gut mit. »Ein Psalm Davids als der Prophet Natan zu ihm kam, nachdem er sich mt Batseba vergangen.« Der Ehebruch und dann noch der Mord am Mann Batsebas stand gewiss nicht in Gottes Plan. Gibt es dafür so einfach Vergebung? Wer die Geschichte Davids bis zum Ende kennt, der kommt zum Staunen. Das zweite gemeinsame Kind von David und Batseba ist Salomo und damit der Nachfolger Davids auf dem Königsthron. Ja, Gott richtet seinen Weg zum Heil der Menschen auf diese Schuldgeschichte hin aus. Ausgerechnet über David und Batseba läuft die Linie der Familie, aus der später Jesus von Nazareth, also der von Gott versprochene Messias, kommen wird bzw. gekommen ist (vgl. Mt 1,6). Gott geht seinen Weg zum Heil der Welt über diese menschliche Schuldgeschichte und nicht an ihr vorbei. Wenn wir heute Psalm 51 beten, dann tun wir es im Wissen, dass Gott diesen Weg mit David gegangen ist. Wahrscheinlich werden wir im Sommer anhand von Psalm 51 sehen, dass es sich dabei um einen ganz grossen Gnadenpsalm der Bibel handelt. Weil es Gottes Gnade gibt, darum - und erst darum - können wir getrost um Vergebung bitten, um Gottes Vergebung wissen.


nochmals am Mittwoch, 28. März 2018
Wolfgang schreibt: Hier können Sie nun die dritte Andacht zu Psalm 22 hören, die Ulrike heute in der Stadtkirche in Liestal gehalten hat. So hat Jesus sich auf sein Sterben vorbereitet. Und so hat ihn dieser Psalm ins Sterben und durch den Tod hindurch begleitet. Es folgt noch eine Andacht: morgen Donnerstag 29. März, in der Stadtkirche Liestal. Beginn um 18:00 Uhr. Mitwirkung von Ilya Völlmy an der Orgel. Die dritte Andacht PSALM 22 - TEIL 3 können Sie gleich hier anhören:



Für einen DOWNLOAD finden Sie diese Predigt auf der Seite DOWNLOADS: AUDIO und dort unter der Rubrik "VORTRÄGE UND PREDIGTEN". Zum Downloaden gehen Sie bitte auf dieser Seite ganz nach unten. Wenn die Schrift auf dem Bildschirm blau wird, sind Sie richtig. Dort - alphabetisch angeordnet - finden Sie die Aufnahme der Passionsandacht unter dem Namen "PSALM22-TEIL3" (MP3-Datei: 12,21 Minuten; 4,95 MB)


Mittwoch, 28. März 2018
Wolfgang schreibt: Hier können Sie die zweite Andacht zu Psalm 22 hören, die Ulrike gestern in der Stadtkirche in Liestal gehalten hat. Es ist spannend, den Psalm 22 aus der Perspektive Jesu zu hören. So hat er sich auf sein Sterben vorbereitet. Und so hat ihn dieser Psalm ins Sterben und durch den Tod hindurch begleitet. Es folgen noch zwei Andachten: heute Mittwoch 28. März und morgen Donnerstag 29. März, jeweils in der Stadtkirche Liestal. Beginn um 18:00 Uhr. Immer mit Mitwirkung von Ilya Völlmy an der Orgel. Die zweite Andacht PSALM 22 - TEIL 2 können Sie gleich hier anhören:

%
Dokumente