Zwingli in Weesen

Ulrich und Bartholomäus Zwingli<div class='url' style='display:none;'>/kg/weesen-amden/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>478</div><div class='bid' style='display:none;'>11109</div><div class='usr' style='display:none;'>218</div>

Ulrich und Bartholomäus Zwingli

WP_20160226_16_07_53_Pro<div class='url' style='display:none;'>/kg/weesen-amden/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>163</div><div class='bid' style='display:none;'>10724</div><div class='usr' style='display:none;'>218</div>

 

Kaplanei<div class='url' style='display:none;'>/kg/weesen-amden/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>478</div><div class='bid' style='display:none;'>11116</div><div class='usr' style='display:none;'>218</div>

Kaplanei

Die Zwinglis und Weesen
Bartholomäus Zwingli, der Bruder des Wildhauser Ammanns Johann Ulrich Zwingli wird am 29. Januar 1487 nach Weesen als Pfarrer berufen. Er ist der Götti des späteren Reformators Ulrich (Huldrych) Zwingli (*1.1.1484), den er im Jahre 1489 zu sich nach Weesen nimmt „um festzustellen, ob er zur Wissenschaft tauge“. Der kleine Ueli besuchte hier zwischen 1489/90 und 1494 die Schule in Weesen und wohnte bei seinem Onkel in der Kaplanei unterhalb der Bühlkirche.
Zum Wintersemester 1494/95 geht Ueli Zwingli mit dem 5 Jahre älteren Weesner Gregor Bünzli nach Basel. Bünzli unterrichtet ihn in Latein, bis er ihm nichts mehr beibringen kann. Daraufhin geht Ueli Zwingli nach Bern.

Wiewohl Bartholomäus Zwingli der katholischen Lehre treu bleibt, ist er von humanistischen Idealen angetan. Er verhindert mit Ulrich Zwinglis Vater, dass sein Neffe im Jahre 1496 in das Dominikanerkloster Bern als Novize eintritt und schickt ihn an die humanistische Universität nach Wien, wobei sich Zwingli dort als „Ulrich Zwingli aus Glarus“ einträgt ( Weesen war Zollhafen von Glarus und steht in jenen Jahren unter dem Einfluss der Glarner). Somit ist der Weesner Onkel Wegbereiter und ein geistiger Vater des Reformators.

Während Ulrich Zwingli im Jahre 1506 Pfarrer in Glarus wird, geht Gregor Bünzli am 1.Februar 1507 als Pfarrer zurück in seine Heimatgemeinde Weesen als Nachfolger von Bartholomäus Zwingli. Bünzli wird hier Pfarrer bleiben bis in das Jahr 1526. Die Freundschaft zwischen beiden aus Jugendzeiten bleibt. Ein Durchreisender von Zürich nach Mailand macht im Jahre 1520 in Weesen Station und bemerkt, wie sehr Bünzli ihn an Zwingli erinnert in Rede und Benehmen. Zwingli nennt Bünzli den Glarnern im Jahre 1523 neben drei anderen Pfarrern als Vorbild eines evangelischen Pfarrers. Weesen ist somit recht früh von reformatorischem Gedankengut durchdrungen.

Reformation in Weesen
Die Reformation und Weesen

Johannes Schindler aus Glarus ist von 1526-1530 Pfarrer in Weesen. Unter ihm vollzieht sich die eigentliche Reformation. Am 31. Januar 1529 will man „die abgötery, ouch alle andere missbrüch, enderen…“ Wohl ahnend, dass das Untertanenverhältnis zum katholischen Schwyz ein Problem sein wird, sucht Schindler bei Zwingli und Zürich um Schutz (gegen Schwyz).
An diesem Tag wird in einer Gemeindeversammlung der Übertritt zum reformatorischen Glauben verhandelt und beschlossen.

Aus den Kirchen im Autis, in der Wyden (Kloster) und auf dem Bühl werden umgehend alle Figuren und Bilder entfernt bzw. zerstört und auf einen öffentlichen Platz getragen: „eyner sprach zu den bildern: Sieh, der Weg gat gon Chur, dieser gat gon Zürich, und der gat gon Glaris, und dieser gon Schwytz, nun gond, wellichen ir wöllind und habend fry geleit, oder aber ihr mussend verprünnen.“ Da die Figuren sich nicht wegbewegen, werden sie verbrannt.
Die katholischen Glarner reagieren darauf mit arger Verhöhnung der neugläubigen Weesner ob ihrer Feigheit und Gemeinheit, gegen wehrlose Bilder vorzugehen. In einem spontanen Schlagabtausch werden 50 Schwerter geschwungen, bei dem es durch schnelle Vermittlung bei „nur“ 14 Verletzten blieb und keine Tote zu beklagen sind. Die Näfelser drohen, den Weesnern die Ställe anzuzünden. Die Weesner schickten Kundschafter nach Näfels, die aber gefangen genommen und schwer misshandelt werden. Nur weil der Rat von Weesen sich schriftlich entschuldigt, wird Schlimmeres verhütet.

Die Schwyzer kommen mit Luzernern und den Mitregenten aus Glarus am 25. Februar nach Weesen. Der Mitregent Glarus ist selber konfessionell gespalten und kann nur als Beobachter anwesend sein.
Die abtrünnigen Orte Weesen, Amden und Schänis tun etwas unübliches: Sie anerkennen Glarus und Schwyz als ihre Herren an, aber in Glaubensfragen wollen sie nur durch das göttliche Wort (die Bibel) gelten lassen. In katholischen wie in evangelischen Ländern gilt: „cuius regio, eius religio“ - der Landesfürst bestimmt die Religion der Landeskinder. Die Hinwendung zur Reformation sieht Schwyz als Bruch des schuldigen Gehorsams. In Weesen kommt es daraufhin zu tätlichen Übergriffen.
Zürich droht mit Krieg, wenn Schwyz Weesen Gewalt antut. Sie tun dies nicht allein aus Solidarität unter den Reformierten, sondern sie brauchen den Hafen für ihren Handel. Am 11.Oktober 1531 verliert Ulrich Zwingli mit den Zürchern die Schlacht bei Kappel gegen die katholische Innerschweiz. In der Folge muss auf Druck der Schwyzer auch Weesen zurück zum katholischen Glauben.
Bereitgestellt: 08.06.2016     
aktualisiert mit kirchenweb.ch