Kirchen

Kirche Frutigen von KGH —  Aufnahme Kirche Frutigen vom Kirchgemeindehaus her am 26.3.06

Kirche Achseten von Süden —  Aufnahme Kirche Achseten von Süden Richtung Frutigen am 24.6.07

Zur Kirchgemeinde Frutigen gehören die alte Dorfkirche in Frutigen und die knapp 70jährige Kirche in Achseten.
Kirche Frutigen Kirche Frutigen

(aus: das Frutigbuch ab S. 541)

Bis zum Bau der Tochterkirche in Adelboden im Jahr 1433 war die Kirche von Frutigen das einzige Gotteshaus im Kandertal. «Talschaftskirchen» dieser Art sind häufig im Gefolge der frühesten Besiedlung entstanden, und können somit bis in die Anfänge der Christianisierung der ansässigen Bevölkerung zurückreichen. Wie für weite Gebiete des heutigen Kantons Bern üblich, wird aber auch die Frutiger Kirche erst 1228 im Chartular des Bistums Lausanne erstmals erwähnt. Ein Hinweis auf eine wesentlich frühere Entstehung findet sich in der 1453 geschriebenen Strättliger Chronik des in Einigen amtenden Priesters Elogius Kiburger. Kiburger berichtet auf Seite 57 seiner Chronik, König Rudolf II von Hochburgund habe rund um den Thunersee 12 Kirchen gegründet, nämlich «Frutingen, Leuxingen, Eschy, Wimnis, Uttingen, Thieracher, Schertzlingen, Thun, Hilterfingen, Sigriswil, Anseltingen». Diese Schilderung setzt die Anfänge der Kirchengruppe, zu der auch Frutigen gehört haben soll, demnach in die Zeit kurz nach 933. Mit dem Einsetzen der archäologischen Forschungen zu Beginn unseres Jahrhunderts (erste Grabungen 1915/16 in Meiringen), fügt sich ein Mosaikstein nach dem andern zu einem immer deutlicher erkennbaren Gesamtbild der Kirchenbaugeschichte im Berner Oberland. Im Zusammen hang mit der Gesamtrenovation ist im Juli und August 1973 auch die Dorfkirche Frutigen archäologisch untersucht worden. Die Auswertung des Grabungsbefunds ermöglicht eine weitgehende Rekonstruktion der Bauphasen bis zum barocken Neubau von 1726, der noch heute das Dorfbild überragt.

Die heutige Kenntnis von der dichten Abfolge der einzelnen Bauten schafft ihrerseits natürlich neue Probleme: Zum einen ist die genaue und vollständige Gestalt einiger Bauten oder Bauteile aufgrund des fragmentarischen Erhaltungszustands der Mauern nur andeutungsweise rekonstruierbar. Ein zweiter Kreis offen gebliebener Fragen betrifft die zeitliche Einordnung der einzelnen Bauetappen, fehlen doch für die ersten Abschnitte datierende Einzelfunde oder Schriftquellen. Wesentliche Hinweise für die Datierung liefern hauptsächlich die Vergleiche mit den Resultaten anderer Ausgrabungen in der näheren und weiteren Umgebung. Die Bodenuntersuchungen in Spiez (1941-46), Einigen (1954), Wimmis (1962/63), Thun (1967/68), Hilterfingen (1973) und zuletzt Leissigen (1974) haben Bauten und Bauabfolgen zutage gefördert, die in vieler Hinsicht mit Frutigen vergleichbar sind. Die von Elogius Kiburger aufgrund alter Überlieferung festgehaltene Baugruppe der sogenannten «Thunerseekirchen» wird dadurch mehr und mehr zur Sammlung bedeutender, teils sogar spektakulärer, baugeschichtlicher Befunde, die sich zwar gegenseitig ergänzen, im Einzelnen aber jeden engen Gruppenzusammenhang in geschichtlicher und typologischer Hinsicht verlassen.



BAU I

Bereits vor dem Bau der ersten Kirche ist der Frutiger Kirchhügel Ort christlicher Kulthandlungen:
Die Freilegung von 9 Gräbern, die beim Bau der ältesten Mauern überlagert oder teilweise zerstört worden sind, weist eindeutig auf einen christlichen Friedhof vor Einsetzen jeder Bautätigkeit hin. Die Bestattungen sind ziemlich genau geostet, sie weichen diesbezüglich von der leicht aus der W—E Richtung verschobenen Kirchenachse, die alle jüngeren Bestattungen bestimmt, ab. Hauptmerkmal ist die Art der Bestattung ohne Holzsarg, mit seitlich angelegten, nicht gekreuzten Armen. Von einem zu diesem Friedhof gehörenden Kultbau fehlt jede Spur. Da auch keine Abdrücke von Holzbalken, Pfostenlöchern oder anderen auf Holz hindeutenden Bodenverfärbungen festgestellt worden sind (die sich im Kiesschotter bestimmt erhalten hätten), darf auch die Existenz eines Holzbaus verneint werden.

Erst nach der Anlage des Friedhofs wird auf der flachen Kuppe des Hügels, inmitten der Gräber, die erste Kirche errichtet. Von diesem Bau sind nur Fundamentpartien der Südwestecke des Schiffs und der Ostwand des Chors erhalten geblieben. Es handelt sich um gut 70 cm starkes, mörtelloses Trockenmauerwerk aus grossen, plattenartigen Flusskieseln. Die Grundrissgestalt und die Dimensionen lassen sich rückschliessend aus den späteren Anbauten ergänzen. Es ergibt sich ein rechteckiger Saal von rund 12 m Länge und 8,5 m Breite. Daran schliesst sich wahrscheinlich ein rechteckiger Chor von 3 m Tiefe und unbekannter Breite an. Die Zusammengehörigkeit der erhaltenen Chorwand mit der Südwestecke ist nicht mit letzter Sicherheit nachweisbar. Dafür spricht die niveaugleiche Lage und die gleiche Mauertechnik, dagegen die unterschiedliche Mauerstärke (70 cm im Schiff, knapp 60 cm im Chor).

Für die Datierung muss auf den Grundrisstyp und auf die Mauertechnik abgestellt werden, da andere Anhaltspunkte fehlen. Bereits die im letzten Drittel des 7. Jhdts entstandene erste Kirche von Einigen weist wie diejenige von Hilterfingen bautechnisch bessere Fundationen und die entwickeltere Form des halbrunden Chors auf, während der mit Sicherheit noch ins 6. Jhdt. gehörende erste Bau von Leissigen ein nahe verwandtes Mauerwerk aufweist. Mit Leissigen I hat Frutigen I auch den Grundrisstyp des Saals mit Rechteckchor gemeinsam. Gleich ist auch die rund 3 m betragende Tiefe des Chors, während die Dimensionen des Schiffs völlig verschieden sind. In Leissigen ist der Saal annähernd quadratisch und mit 6 m nur halb so lang wie in Frutigen. Frutigen I gehört demnach bestimmt zur älteren Gruppe der Rechteckchoranlagen (die jüngere Gruppe stammt aus dem 12.-14. Jhdt.), was in Zusammenhang mit der primitiv anmutenden Mauertechnik zu einer Datierung zwischen

Leissigen I und Einigen I, in die erste Hälfte des 7. Jhdts führt. Erstaunlich bleibt die Grösse des Saals, was nur mit der Ausdehnung der Pfarrei über die ganze Talschaft erklärt werden kann.



BAU II

Für die Errichtung der zweiten Kirche wird der Rechteckchor von Bau 1 vollständig abgerissen, während der Saal beibehalten wird. Seine Längswände werden um 3 m nach Osten verlängert. Abgetrennt durch einen beidseitigen Einzug von 1,5 m schliesst sich die 3 m tiefe und 5 m breite halbrunde Apsis an. Am Übergang zwischen Saal und Apsis wird südseitig ein annähernd quadratischer Annex angebaut, der wohl als Sakristei verwendet wird. Im Winkel zwischen dem alten Saal und dem neuerbauten Annex versteift eine kleine Strebe die Baunaht. An die Südwestecke des Saals wird ebenfalls ein Anbau angefügt. Sein Grundriss ist querrechteckig und misst im Licht etwa 3 m auf 2 m. Seine Funktion ist nicht bekannt, möglicherweise handelt es sich um eine Art Glockenturm. Das neuerstellte Mauerwerk ist durchschnittlich 120 cm stark und in regelmässigen Lagen von plattigen, mittelgrossen Flusskieseln in kompakter Mörtelbettung aufgemauert. Abschnittweise sind Steine in der gegenläufig schräg gestellten Art der Kornähren gefügt.

Wie in Leissigen ersetzt in Frutigen eine halbrunde Apsis den älteren Rechteckchor. Typologisch ist Frutigen II nahe verwandt mit den karolingischen Annexbauten, wie sie in Wimmis und in Spiez mit zwei und in Leissigen mit einem Annex um die Wende des 7. zum 8. Jhdt. entstanden sind.
Die Dimensionen, die Mauerstärke und die Mauertechnik hingegen ordnen den Neubau in 1 den Umkreis von Thun I (Saal von ca. 15 m Länge und 8 m Breite, weitgehend gleich), Spiez II, Einigen II und Amsoldingen ein. Diese Bauten sind alle noch vor dem Jahr 1000 entstanden, die meisten in der zweiten Hälfte des 10. Jhdts. Den Argumenten. die Frutigen II in die jüngere Gruppe weisen, ist wahrscheinlich die grössere Bedeutung zuzumessen, was auch diesen Apsissaal in die Zeit um 950 datiert.



BAU III
In einer nächsten Phase wird der Apsissaal zu einer dreischiffigen Basilika erweitert. Auf der Nordseite der bestehenden Apsis wird eine ebenfalls halbrunde, aber stark gestreckte, kleine Nebenapsis angebaut. Mit der Nebenapsis wird der Saal um ein 3 m breites nördliches Seitenschiff erweitert. Ähnlich ist der Vorgang auf der Südseite, wo zwischen dem Chorannex und dem Anbau an der Südwestecke ein ebenfalls 3 m breites südliches Nebenschiff eingefügt wird. Zur Verbindung der drei Raumteile werden wohl die noch vom ersten Bau stammenden Seitenwände des Saals durchbrochen. Mit diesen Massnahmen wird der mit Annex versehene Apsissaal zu einer den Dreiapsidenbasiliken angenäherten Form vergrössert. Die Mauertechnik ist weitgehend dieselbe wie bei Bau II, nur sind die Lagen weniger sorgfältig geschichtet und das Steinmaterial weniger einheitlich ausgewählt. Eine Besonderheit kennzeichnet die Aussenflucht der Nebenapsis: Hier führt der stark abfallende Baugrund zu einer strebepfeilerartigen, weit vorkragenden Fundierung, was eine mehrstufig abgetreppte Aussenkante ergibt.
Den Vorgang, einen Saal zu einer dreischiffigen Basilika zu erweitern, hat Frutigen III mit Wimmis II gemeinsam. Während in Wimmis, wo der Umbau durch einen Kleinfund in die Wende vom 10. zum 11. Jhdt. datiert wird, auf die Errichtung von Nebenapsiden verzichtet wird, schafft man in Frutigen mit diesem Vorgehen eine Angleichung an die entwickelte Form der Dreiapsidenbasiliken im Sinne von Spiez und Amsoldingen. Frutigen III dürfte demnach nach dem Umbau von Wimmis entstanden sein, am ehesten wohl gegen Ende des 11. oder bereits zu Beginn des 12. Jhdts.



BAU IV
Die folgende Bauetappe führt zu einer weitgehenden Ersetzung der bestehenden Basilika. Völlig neu erstellt werden die gesamte Choranlage und der Südteil des Schiffs. An die Stelle der halbrunden Hauptapsis tritt ein dreiseitig geschlossener Polygonalchor, der bis zur alten Naht zwischen Bau I und II ins Schiff vorgezogen wird. In der Ostwand und den beiden Seitenwänden sind 3 m hohe, rundbogige Fenster eingefügt. Auf der Südseite werden der quadratische Annex und das Seitenschiff abgebrochen. An ihre Stelle tritt ein neues, 2 m nach Süden verbreitertes Seitenschiff und eine 5,5 m lange, ins Seitenschiff inkorporierte Sakristei. Unbekannt ist die ursprünglich vom Chor in die Sakristei führende Türe, da die vermauerte Rundbogentüre im Bereich des heutigen Archivs nachträglich aus der Chorwand ausgebrochen worden ist. Während das südliche Seitenschiff in veränderten Proportionen vollständig neu ausgeführt wird, bleibt sein nördliches Pendant mitsamt der Apsis stehen und wird wie die Westwand in den Neubau einbezogen. Der Anbau in der Südwestecke des Schiffs dient nun wohl endgültig als Glockenturm, ist doch 1367 ein «Glogghus» belegt, in dem die Thuner bei einem Überfall die Leitern entfernen, damit die Frutiger nicht Sturm läuten können.

Das Mauerwerk der vierten Bauphase zeichnet sich durch eine äusserst regelmässige, sorgfältig gefügte Schichtung kantiger, plattenartiger Steine auf. Keine andere Etappe zeigt auch nur ein annähernd vergleichbares Bild der Maueransichten. Schwierig ist die zeitliche Einordnung des mit einem Polygonalchor versehenen Neubaus. Aus Schriftquellen ist bekannt, dass 1294 die Kirche von Frutigen während des Feldzugs der Berner gegen Arnold und Walter von Wädiswyl in Brand aufgeht. 1296 wird der Kirchherr Niklaus von Frutigen mit 21 Pfund für die Schäden abgefunden. Als einzige Bauphase lässt sich von der Abfolge her Phase IV mit den Neubauten nach dem Brand von 1294 in Verbindung bringen. Hauptargument gegen diese Datierung ist die Gestalt des flach geschlossenen Polygonalchors, die eher ins 15. Jhdt. weist. Aus dem 15. Jhdt. ist aber mit dem Turm ein Bauteil nachweisbar, der sich in seinem Mauerwerk vollständig von den hier beschriebenen Abschnitten unterscheidet. Bezüglich des Chors ist festzuhalten, dass er in seiner ursprünglichen Gestalt annähernd 12 m in der Tiefe misst, was Proportionen ergibt, die bereits besser ins 14. Jhdt. einzuordnen sind.

Der ziemlich genau in die Zeit zwischen 1330 und 1340 einzuordnende Polygonalchor von Thun IV ist mit 13,5 m nur unwesentlich tiefer, und auch hier ist der Chorschluss extrem flach angelegt. Auffallend ist in Frutigen auch die retardierende Rundbogenform der hochliegenden Fenster (Bankhöhe mehr als 3 m über Boden). Bei der Innenrenovation von 1909 sind an den Chorwänden Malereifragmente zum Vorschein gekommen und abgeschlagen worden. Bruchstücke davon sind bei der Grabung wieder gefunden worden. Reste der Fenstergewände und ein Grossteil der Wandstücke zeigen einfache, teils eingetiefte Streifenmuster in dumpfen Farbtönen, die unmöglich aus dem 15. Jhdt. stammen können. Nimmt man an, der Neubau nach dem Brand von 1294 sei in Etappen erfolgt und mit der Errichtung des Chors vielleicht erst in der ersten Hälfte des 14. Jhdts abgeschlossen worden, könnte die Einordnung von Bau IV in die Zeit nach der Kriegszerstörung von 1294 vorgeschlagen werden.



BAU V
Die fünfte Kirche auf dem Kirchhügel unterscheidet sich in den Gesamtproportionen nicht wesentlich von ihrer Vorgängerin. Wichtigste Zutat ist der mächtige Turm, der an die Nordwand des Schiffs angefügt wird. In der Chorpartie verschwindet die nördliche Nebenapsis, an ihre Stelle tritt eine gerade Stirnwand. Im Innern wird der Polygonalchor zugunsten des Schiffs verkleinert, der Triumphbogen kommt an die Stelle des Ansatzes der ehemaligen Hauptapsis zu stehen. Die Aussenwände des Chors werden an den Kanten des Polygons durch massige Strebepfeiler gestützt. Die Chorfenster erhalten Masswerkeinteilungen aus Sandstein, und auf der Nordseite des Chors wird ein reich verziertes Sakramentshaus errichtet.
Die gesamte Südpartie des Schiffs bleibt diesmal einschliesslich der Sakristei bestehen. Im Innern des Schiffs verschwinden die letzten Überreste der Saalwände von Bau I, an ihre Stelle tritt ein unbekanntes Stützensystem. Neu erstellt wird schliesslich die gesamte Westwand. Der als Glockenturm ersetzte Anbau vor der Südwestecke wird nicht mehr benutzt und abgebrochen.

Kennzeichnend für Etappe V ist die Struktur der Mauerfundamente, recht unsorgfältig und unregelmässig gefügte «Haufen» von sehr grossen Bollensteinen.

Durch den Streit zwischen den Kirchgenossen von Frutigen und dem Kloster Interlaken als Inhaber der Kollatur, die sich nicht über die Baukosten haben einigen können, ist Frutigen V aufgrund der mehrfachen und ausdrücklichen Erwähnung des Turms genau datierbar.
1421 zerstört ein Brand einen Grossteil des Dorfs, wobei auch die Kirche schwer in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Neubau wird sofort in Angriff genommen und wohl bereits 1423 vollendet, stellen doch die Frutiger dem Kloster in diesem Jahr eine Quittung über den Baukostenbeitrag von 400 Pfund aus.
Erwähnenswerte Details von Bau V sind sie im Schiff aufgefundenen Glockengussgruben und einige Fragmente von Sandsteinköpfchen, die wohl zum Sakramentshaus gehören. Sie stammen aus der Werkstatt der Berner Münsterbauhütte, und zwar aus der Zeit unmittelbar vor der Tätigkeit Erhart Küngs. Diese Zuordnung wird belegt durch die enge Verwandtschaft mit der Plastik am südlichen Westportal des Münsters.



BAU VI
Die sechste Bauphase gibt der Kirche die heute noch bestehende Gestalt, die weitgehend derjenigen ihrer unmittelbaren Vorgängerin entspricht. Haupteingriff ist die Zurückversetzung der Südwand des Schiffs an die Stelle, die sie schon bei Bau III eingenommen hat. Schiff und Chor erhalten neue, grosse Rundbogenfenster. Im Schiff tragen zwei Reihen von je drei polygonalen Holzstützen auf Steinfundamenten die Leistendecke und schaffen so den Eindruck einer grossen Halle.
Entstanden ist der heutige, in der Abfolge der sechste Bau, nach dem verheerenden Dorfbrand von 1726 unter der Leitung von Werkmeister Hans Jakob Dünz. Die Ausstattung ist weniger zügig vor sich gegangen, die Spruchmalereien an den Wänden sind erst 1736 aufgetragen worden. Aus der Bauzeit stammen die polygonale, auf einen Balusterfuss abgestützte Holzkanzel, der von der Gemeinde Seftigen gestiftete, 1727 von Meister Dähler aus Bern, gehauene Taufstein und das einfache, mit Wappenmalereien verzierte Chorgestühl. In den Chorfenstern sind Wappenscheiben eingelassen, die die vier regierenden Venner, der Deutschseckelmeister und der Stand Bern 1728 in den Neubau gestiftet haben. 1809 ist im Chor eine von den Gebrüdern Josef, Johannes und Wendelin Walpen gebaute Orgel aufgestellt worden, die die Renovation von 1974 auf die Westempore versetzt hat. Die Frutiger Orgel ist das älteste erhaltene Werk der Walliser Orgelbauer-Familie, das signiert ist. Der architektonisch reich gegliederte, rot marmorierte und gemaserte Prospekt wird bekrönt von Posaunen blasenden Engeln.
Das Mittelfenster des Chors mit Darstellungen aus dem Passionsgeschehen ist als Stiftung der Familie Bühler 1939/40 von Paul Zehnder geschaffen worden.
Erwähnenswert ist die kleinste Glocke, die als ehemalige Feuerglocke über der Brüstung des Glockengadens im Turm hängt. Diese Glocke ist am 22. Juli 1726 vom Rat von Bern den Frutigern leihweise als Ersatz für das im Brand geschmolzene Geläute überlassen worden. Bei der von den Frutigern nicht mehr zurückgegebenen Glocke handelt es sich um das «Inselglöggli», um die aus dem alten Inselkloster stammende hochgotische Glocke.




Glocken

1. Mittagsglocke es
ZUR GOTTES EHR BIN ICH GEFLOSSEN
PETER LUDWIG KEISER VON ZUG HAT MICH GEGOSSEN
ANNO 1766 FRUTIGEN

2. Leichenglocke e
Gleiche Inschrift. Anno 1727 Frutigen

3. Vesperglocke g
GOTT ALLEIN DIE EHR
PETER LUDWIG KEISER VON ZUG HAT MICH GEGOSSEN
BERN FRUTIGEN ANNO 1728

4. Feldglocke h
FRUTIGEN
PETER LUDWIG KEISER VON ZUG HAT MICH GEGOSSEN
ANNO 1766

5. Feuerglöcklein d
15. Jahrhundert
Johannes Lukas Markus Matteus
Kirche Achseten 1938 wurde in Achseten ein Bergkirchleins gebaut. Architekt war Herr Klauser aus Bern. Die Glasfenster wurden von H. Vermeil, Paris (1939), erstellt.
1956 wurde eine elektrische Heizung eingebaut.
1967 erhielt die Kirche Achseten ein elektrisches Läutwerk und 1968 eine Eternitbedachung.
2006 wurde im Chor ein Notausgang in die Wand geschlagen und der Turm renoviert.
Dokumente
Dokument Grösse Version/Datum
pdf Chronologie Kirchen Frutigen und Achseten 19 KB 13.07.2007

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