Geschichte unseres Ofenhauses beim Pfarrhaus

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Ofenhaus Diemtigen<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>310</div><div class='bid' style='display:none;'>10107</div><div class='usr' style='display:none;'>211</div>

Pablos Aquarell Geschenk<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>138</div><div class='bid' style='display:none;'>12896</div><div class='usr' style='display:none;'>211</div>

Unser Ofenhaus neben dem Pfarrhaus Das Ofenhaus (Foto rechts) und das Pfarrhaus (Foto links) in Diemtigen – heute Eigentum der Kirchgemeinde Diemtigen – hat die Obrigkeit von Bern 1781 gebaut.

Der untere Raum (heute Sitzungszimmer, Fondue- oder Kaffee-Stübli, Begegnungsraum mit kleiner Kochnische) stand dem Kaplan als Pferdestall zur Verfügung. Zu dieser Zeit hat die Bevölkerung vom gemeinsamen Backen regen Gebrauch gemacht. Später ist das Ofenhaus nur noch als Gerümpelkammer oder als Ablageraum für unbrauchbare Gegenstände benutzt worden.

Dem Zerfall nahe, wurde das Ofenhaus 1983 renoviert und wieder zugänglich gemacht. 1996 hat die Kirchgemeinde mit der Denkmalpflege und dem Kanton den Ofen mit neuen Schamottensteinen neu gestaltet und den Anforderungen angepasst. Die damaligen Kirchgemeinderätinnen Elisabeth Reber und Hedy Wenger haben sich für den Erhalt und Pflege der Backarbeit eingesetzt. Unter Beratung von Werner Stucki (ehemaliger Beck auf der Mühle Horboden) und Christian Gantenbein (Pfarrer in Diemtigen von 1991 bis 2007), der seinen Grundberuf als Bäcker hier einzusetzen wusste, ist das Ofenhaus wieder als Begegnungsraum und als Backhaus aus seinem Traum erwacht.

Heute wird der Ofen von Ruedi Wenger aus Oey, ab Oktober bis Mai, jeweils einmal im Monat aufgeheizt. Angefeuert wird um ca. 10.30 Uhr mit drei- bis vierjährigem Tannen- oder Fichtenholz in 50 cm langen Spälten, damit um 13.45 – 14.00 Uhr das Backgut in den Ofen eingeschoben (einschiessen) werden kann.

Die Backfrauen bringen verschiedene Sorten fertigen Teig für Brote und Züpfen. Der Teig wird im Ofenhaus geformt und geflochten. Für den zweiten Einschub, Kuchen und div. Kleingebäck in Blechen. Vom Brotteig werden am besten Pfünderli und Züpfen von 750 Gramm geformt. Das Backgut darf nicht mit Eigelb oder anderen Lasuren überstrichen werden, da sonst die Schamottensteine Schaden nehmen (der Boden wird dadurch versiegelt). Maximal kann 20 bis 22 Kilogramm Backgut eingeschossen werden.

Wie erkenne ich, dass der Ofen die richtige Wärme hat? Die Schamottensteine, welche meistens dunkel oder sogar schwarz sind, müssen eine weisse glimmende Farbe aufweisen. Die Temperatur wird ca. auf 300 Grad geschätzt. Nach dem Abbrennen der Holzscheiter wird die Glut gleichmässig auf dem Boden verteilt und anschliessend herausgenommen. Der Boden wird mit einem nassen Tuch gereinigt und für die Wärmeprobe wird eine Prise Mehl auf den Boden gestreut. Das Mehl muss dunkelbraun werden, auf keinen Fall schwarz und vorallem nicht verbrennen. Nach dieser Probe wird das Backgut – Brote oder Züpfen – eingeschossen. Die Restwärme wird für Kuchen, Hefeschneggen und sonstiges Kleingebäck gebraucht.

Natürlich darf unsere gemütliche Tischrunde bei Kaffee und Güezi nicht fehlen. Nach 25 bis 30 Minuten Backzeit, wird das herrlich duftende Brot aus dem Ofen genommen.

Aufgezeichnet vom „Heizer“ Ruedi Wenger aus Oey im Juli 2015

Jubiläumsdaten: 2016: 235 Jahre Ofenhaus Diemtigen / vor 35 Jahren renoviert / seit 20 Jahren neuer Ofen

Dokumente
Dokument Grösse Version/Datum
Geschichte Ofenhaus und Pfarrhaus Diemtigen 526.14K 20.08.2015
Konf-Bericht aus dem Ofenhaus 2014 327.29K 25.11.2014



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