News+Berichte: Gemeindereise

Montag, 29. April



Der Tag begann wie immer mit einem guten Frühstück. László Csoma wollte uns weismachen, es gäbe nachher nichts mehr, darum sollten wir auch die heissen Würstchen aufessen, vorher dürften wir nicht abfahren. Die Route verlief nördlich nach Michalovce, östlich nach Sobrance und dann auf der 566 nördlich bis Podhorod, von wo aus wir östlich in ein winziges Dorf namens Inovce hinauffuhren, das nur noch durch eine Hügelkette von der Ukraine getrennt ist. Das Dorf besitzt eine hübsche Holzkirche unierter bzw. griechisch-katholischer Konfession (d.h. mit Rom verbunden, aber Gottesdienst nach byzantinischen = orthodoxem Ritus). Ikonostas und alles ist noch da, aber sie wird nicht mehr benutzt, weil die russisch-orthodoxe Kirche eine neue Kirche bauen liess. Nun empfinden die Katholiken (= die Unierten) diese Kirche als schöner und feiern den Gottesdienst unabhängig von der Konfession einfach lieber dort. Gesprochen wird in dieser Gegend übrigens ruthenisch, was eine Spielart des Ukrainischen ist. So sieht man hier auch die ersten Tafeln mit kyrillischen Buchstaben.
Das Gebiet ist auf der Grenze der orthodoxen und katholischen Kirche. Als nach der Wende die Staaten der mit Rom unierten Kirche (also den Katholiken des orthodoxen Ritus) ihr Eigentum zurückgaben, empfand die russisch-orthodoxe Kirche diese „Re-Katholisierung“ als Bedrohung und versucht dem nun mit Kirchenbauten entgegenzuwirken. Da kann auch einmal ein aus Spenden finanziertes diakonischen Werk im Bau einer Kirche bestehen …
Holzkirche
Holzkirche

Wir fuhren weiter nach Norden in die Ostkarpaten, die sich bis etwa 1000 Meter erheben und von Bären, Wölfen, Luchsen und manchmal auch Wisenten bevölkert sind. Wir sahen allerdings nichts davon. Bei dem Grenzort Ubla wendeten wir uns nordwestlich bis Stakcin, wo wir wie üblich gut zu Mittag assen (nachdem uns László zunächst mit „geschlossen“ genarrt hatte) und in der Mehrheit auch das Ergebnis der regionalen Brennereien versuchten, damit uns die weitere kurvenreiche Reise gut bekomme. Denn der weitere Weg führte in die Höhe, in den Nationalpark hinein, wo wir in Topola und Ulicske Krive zwei weitere Holzkirchen besichtigten (Strasse Nr. 558).
Bis Stakcin blieben wir auf dem Rückweg wieder auf derselben Route und fuhren hernach westlich über Snina und Humenne wieder südlich nach Michalovce. Von da ging es noch ein Stück entlang des nördlichen Ufers des Semplitzer Sees, um ein Blick auf das regionale Feriengebiet zu erhaschen, bevor wir wieder nach Drahnov fuhren – begleitet vom Anblick von Störchen und Fasanen. Dort wartete man bereits mit dem Nachtessen auf uns. László Csoma kredenzte uns dazu von seinem eigenen Wein, der bezüglich seines Geschmacks nur schwer mit unseren Weinen zu vergleichen ist. Aber gut war er!
Fröhliche Runde beim Nachtessen
Fröhliche Runde beim Nachtessen

Wenn man nun den Eindruck hat, es ginge laufend ums Essen und Trinken, hat nicht ganz unrecht. Das leibliche Wohl der Gäste hat für die Frauen im Studienzentrum und unseren Reiseleiter wirklich grosse Bedeutung und wir können uns ihren Einflüssen nur schwer entziehen. Was unserer Laune keinen Abbruch tut, ganz im Gegenteil!